In Nürnberg beträgt die Kaltmiete 9,69 € pro Quadratmeter, hinzu kommen 3,67 € Nebenkosten. Grundlage sind 218 geprüfte Abrechnungen. Damit werden beide Hälften der Rechnung sichtbar: die Miete für die Wohnung und die laufenden Kosten des Gebäudes.

Kurz: Die Nebenkosten in Nürnberg liegen bei 3,67 € pro Quadratmeter und 3.189 € im Jahr, bezogen auf 72,4 m² Wohnfläche. Das sind 213 € weniger als im Bundesschnitt. In 99 % der geprüften Abrechnungen fanden sich Fehler. Der durchschnittliche Fehlerbetrag lag bei 624 €.
Diese Seite behandelt Wohnraum. Bei Gewerbe gilt die Betriebskostenverordnung nicht zwingend, dort entscheidet allein der Mietvertrag.
Der offizielle Mietspiegel weist nur die Nettokaltmiete aus. Mieter zahlen jedoch die Warmmiete. Weil Mineko den Mietvertrag und die Nebenkostenabrechnung derselben Wohnung prüft, können wir Kaltmiete und Nebenkosten zusammen ausweisen. Das ermöglicht einen einzigartigen Einblick in die tatsächlichen Wohnkosten, den sonst niemand bieten kann.
In Vierteln wie Gostenhof, St. Johannis und der Südstadt treffen gründerzeitliche Häuser auf dichter bebaute Straßenzüge. Wo Gebäude nicht umfassend modernisiert wurden, können ältere Heizsysteme und eine schwächere Dämmung die laufenden Kosten erhöhen. Dass Aufzüge nur in 52 % der Abrechnungen auftauchen, passt zu einem Bestand, in dem viele Häuser ohne diese Ausstattung auskommen.
Die Heizung erreicht 1,46 € pro Quadratmeter und ist damit der größte einzelne Kostenblock. Sie steht in 89 % der Abrechnungen und ist gegenüber dem Vorjahr um +39 % gestiegen. Für Mieter entscheidet deshalb nicht allein die Lage, sondern auch der energetische Zustand des Hauses darüber, wie hoch die Warmmiete ausfällt.
Schornsteinfegerkosten erscheinen nur in 15 % der geprüften Abrechnungen. Das spricht für einen Gebäudebestand, in dem zentrale Versorgungslösungen wie Fernwärme eine erkennbare Rolle spielen. Modernisierte Anlagen können den Verbrauch senken, zugleich bleiben Energiebezug und Verteilung erhebliche Bestandteile der Wohnkosten.
Mit 3.189 € im Jahr liegen die Nebenkosten in Nürnberg um 213 € unter dem bundesweiten Wert von 3.402 €. Der Anstieg fällt jedoch deutlich stärker aus: In Nürnberg stiegen die Kosten um +11,6 %, bundesweit um +4,5 %. Der Abstand beim Tempo beträgt 7,1 Punkte.
Das Streudiagramm ordnet die Städte nach zwei Größen: Auf der waagerechten Achse steht die Kaltmiete, auf der senkrechten Achse stehen die Nebenkosten. Nürnberg ist rot markiert. So lässt sich erkennen, ob vor allem die erste oder die zweite Miete die Wohnkosten einer Stadt prägt.
Wer in Oberhausen 6,50 € Kaltmiete und 3,46 € Nebenkosten zahlt, gibt anteilig mehr für Betriebskosten aus als jemand in Würzburg mit 11,36 € Kaltmiete und 3,47 € Nebenkosten. In Nürnberg machen die Nebenkosten 28 % der Warmmiete aus.
Die jährlichen Nebenkosten liegen in Nürnberg bei 3.189 € und damit unter dem Bundesschnitt. Gegenüber dem Vorjahr sind sie von 2.858 € auf 3.189 € gestiegen. Gleichzeitig sank die Kaltmiete um -4,2 %, während die Nebenkosten um +11,6 % zulegten.
Zur Einordnung: Der Abstand zum Bund beträgt noch 213 €. Das Nürnberger Wachstum liegt jedoch 7,1 Punkte über dem bundesweiten Tempo. Für Mieter verschiebt sich die Belastung damit stärker in Richtung Nebenkosten.
Die einzelnen Positionen zeigen, wo sich die Nebenkosten verteuert oder verbilligt haben. Neben der Höhe ist entscheidend, wie häufig eine Kostenart in den geprüften Abrechnungen vorkommt und ob sie rechtlich umlagefähig ist.
Das Nebenkostenprivileg ist zum 30.06.2024 entfallen. Entsprechend sanken die Kosten für Gemeinschaftsantenne und Kabel mit -43,2 % am stärksten. Trotzdem taucht die Position noch in 59 % der Abrechnungen auf und kostet im Schnitt 65 € im Jahr.
Auch Allgemeinstrom sank um -38,6 %, der Hauswart um -17,5 % und sonstige Betriebskosten um -10,7 %. Ob Kabelkosten noch zulässig angesetzt wurden, hängt vom Abrechnungszeitraum und der konkreten Vertragsgrundlage ab. Alles zu Kabelgebühren »
Die Heizung ist in Nürnberg der größte einzelne Betriebskostenposten. Sie steht in 89 % der Abrechnungen und ist um +39 % gestiegen. Mieter zahlen hier für die Wärmeversorgung des Gebäudes sowie für verbrauchsabhängige und gemeinsam verteilte Kosten.
Der wichtigste Prüfpunkt: Heizkosten müssen nach der Heizkostenverordnung verteilt werden. Entscheidend sind nachvollziehbare Verbrauchswerte, der richtige Abrechnungszeitraum und ein zulässiger Verteilerschlüssel. Unsere Prüfer gleichen außerdem Brennstoffbezug, Messdienstkosten und Vorauszahlungen mit den Belegen ab. Alles zu Heizkosten »
Warmwasser kostet in Nürnberg 0,75 € pro Quadratmeter und erscheint in 57 % der geprüften Abrechnungen. Der Anstieg um +26,5 % macht den Posten für viele Haushalte spürbar teurer. Abgerechnet werden die Erwärmung des Wassers und, je nach Versorgungssystem, zugehörige Verbrauchs- und Betriebskosten.
Worauf unsere Prüfer achten: Bei zentral erzeugtem Warmwasser gelten die Vorgaben der Heizkostenverordnung. Verbrauchswerte müssen plausibel sein und dürfen nicht ohne nachvollziehbare Grundlage geschätzt werden. Häufig entstehen Abweichungen durch falsche Zählerstände, unpassende Verteilerschlüssel oder eine Vermischung von Wasser- und Erwärmungskosten. Alles zu Wasserkosten »
Die Müllbeseitigung findet sich in 96 % der Nürnberger Abrechnungen. Mit 0,26 € pro Quadratmeter und einem Anstieg um +25,8 % gehört sie zu den deutlich verteuerten laufenden Kosten. Umlagefähig sind regelmäßig die Kosten der Abfuhr und der gemeinschaftlichen Entsorgung, nicht aber jede beliebige Sonderleistung.
Häufigster Fehler: Nach der Betriebskostenverordnung dürfen laufende Kosten der Müllbeseitigung umgelegt werden. Einmalige Entrümpelungen, die Beseitigung von Bauschutt oder Kosten aus Pflichtverletzungen einzelner Bewohner gehören nicht automatisch in die allgemeine Abrechnung. Unsere Prüfer kontrollieren Leistungszeitraum, Belege und Verteilerschlüssel. Alles zu Müllkosten »
Die Straßenreinigung ist mit 0,12 € pro Quadratmeter kleiner als viele andere Positionen, verteuerte sich aber um +49,4 %. Sie erscheint in 89 % der Abrechnungen. Mieter zahlen dabei für laufende kommunale oder beauftragte Reinigungsleistungen rund um das Grundstück.
Der wichtigste Prüfpunkt: Kosten der laufenden Straßenreinigung können nach der Betriebskostenverordnung umlagefähig sein. Nicht darunter fallen ohne Weiteres einmalige Maßnahmen, Bußgelder oder Arbeiten, die einer Instandsetzung dienen. Zu prüfen sind Gebührenbescheid, Leistungsbezug und die korrekte Zuordnung zum abgerechneten Grundstück. Alles zu Straßenreinigung und Müllkosten »
Schornsteinfegerkosten stehen nur in 15 % der Nürnberger Abrechnungen, sind aber um +109,3 % gestiegen. Der geringe Anteil weist darauf hin, dass viele geprüfte Wohnungen über Versorgungssysteme ohne eigenen umlagefähigen Schornsteinfegerposten verfügen. Wo die Position anfällt, zahlen Mieter für regelmäßig vorgeschriebene Kehr- und Prüfarbeiten.
Worauf unsere Prüfer achten: Regelmäßig anfallende Kehr- und Prüfkosten können nach der Betriebskostenverordnung umgelegt werden. Reparaturen am Schornstein, bauliche Arbeiten und Verwaltungsaufwand sind davon zu trennen. Bei einem starken Anstieg prüfen wir, ob nur laufende Leistungen enthalten sind und ob der Betrag dem richtigen Abrechnungszeitraum zugeordnet wurde. Alles zu Schornsteinfegerkosten »
Zwei Fristen laufen unabhängig voneinander. Die eine bindet Ihren Vermieter, die andere Sie.
Ihr Vermieter hat zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums Zeit, die Abrechnung zuzustellen. Versäumt er die Frist, kann er grundsätzlich keine Nachzahlung mehr fordern. Ein Guthaben muss er Ihnen trotzdem auszahlen.
Noch keine Abrechnung für 2025 erhalten? Dann läuft die Zeit für Ihren Vermieter, nicht für Sie.
Ihre Einwendungsfrist läuft zwölf Monate ab Zugang der Abrechnung, nicht ab dem Abrechnungsjahr. Eine Abrechnung für 2024, die Ihnen im Oktober 2025 zugestellt wurde, können Sie heute noch angreifen.
Ist die Abrechnung formell fehlerhaft, beginnt die Frist erst mit Zugang einer korrekten Abrechnung. Maßgeblich ist der Zugang, nicht das Erstellungsdatum. Zum ausführlichen Fristenrechner »
Wir sind nicht der offizielle Mietspiegel für Nürnberg. Diesen gibt in der Regel die zuständige Kommune heraus. Er dient der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete und ist die maßgebliche Grundlage bei Mieterhöhungen.
Was wir zusätzlich liefern, ist der warme Teil der Rechnung. Der offizielle Mietspiegel endet bei der Nettokaltmiete. Unsere Auswertung basiert nicht auf Befragungen, sondern auf echten Unterlagen: geprüften Nebenkostenabrechnungen, Mietverträgen und Belegen. Jede Position wurde von einem Prüfer einzeln durchgerechnet.
Für Kommunen, Verwaltungen, Mietervereine und wissenschaftliche Einrichtungen stellen wir ausführliche Auswertungen bereit. Zur Zusammenarbeit » oder direkt an [email protected]
Datenbasis: 218 Nebenkostenabrechnungen aus Nürnberg, eingereicht von Mietern und vollständig durch Mineko-Prüfer ausgewertet. Rollierend über die letzten zwölf Monate bis 30.06.2026.
Lagemaß: Gesamtwerte als Median über alle Abrechnungen, Einzelpositionen als Mittelwert nur der Abrechnungen, in denen die Position vorkommt. Deshalb addieren sich die Positionen nicht zum Gesamtwert.
Fehlerquote: Die 99 % beziehen sich auf geprüfte Abrechnungen. Da Mieter überwiegend dann prüfen lassen, wenn sie einen Verdacht haben, ist die Stichprobe selbstselektiert. Wo wir mehr Abrechnungen je Einwohner prüfen, liegt die Quote niedriger. Der belastbare Wert liegt näher an 90 als an 99 Prozent.
Kaltmiete: Aus den eingereichten Mietverträgen, überwiegend Bestandsmieten und keine Angebotsmieten. Der Wert liegt entsprechend zwischen dem Median des offiziellen Mietspiegels und den Portalpreisen.
Vollständige Methodik und Datenqualitätskriterien »
Hinweis zur Datennutzung: Die auf dieser Seite veröffentlichten Kennzahlen dürfen unter Nennung der Quelle „Mineko Mietspiegel Nürnberg" zitiert werden. Für Online-Veröffentlichungen bitten wir um eine Verlinkung auf diese Seite. Diagramme, weiterführende Datenauswertungen und Pressematerial stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.
Die Mineko-Mietspiegel basieren nicht auf Schätzungen oder Angebotsmieten, sondern auf tatsächlich geprüften Betriebskostenabrechnungen. Dadurch liefern sie belastbare Einblicke in kalte und warme Nebenkosten und ergänzen bestehende Mietspiegel um reale Betriebskostendaten.
Vergleichen Sie zuerst die Einzelpositionen mit den Nürnberger Medianwerten auf dieser Seite. Auffällig hohe Posten, eine fehlende Belegeinsicht oder eine verspätete Abrechnung sind häufige Ansatzpunkte für einen Widerspruch. Mineko prüft Ihre Abrechnung Position für Position.
In den geprüften Nürnberger Abrechnungen fanden unsere Prüfer im Schnitt 624 € an fehlerhaften oder strittigen Positionen. In 88 % der Fälle wurde eine Nachzahlung gefordert, im Schnitt 878 €. Eine Prüfung deckt solche Fehler auf, bevor Sie zahlen.
Weil jede Position der Durchschnitt nur der Abrechnungen ist, in denen sie tatsächlich vorkommt. Der Gesamtwert von 3,67 € je Quadratmeter ist dagegen der Median über alle Nürnberger Abrechnungen und liegt deshalb unter der Summe der Einzelpositionen.
In der Regel nicht mehr. Das Nebenkostenprivileg für Kabelanschlüsse ist zum 30.06.2024 entfallen, seitdem dürfen Sammelverträge grundsätzlich nicht mehr pauschal über die Betriebskosten umgelegt werden. Steht in Ihrer Nürnberger Abrechnung noch eine Kabelposition, lohnt der genaue Blick.
Aus 218 von Mineko geprüften Abrechnungen ergeben sich für Nürnberg 3,67 € pro Quadratmeter und Monat, also 3.188 € im Jahr bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 72,4 m². Das liegt 214 € unter dem bundesweiten Vergleichswert von 3.402 €.
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Bei Gewerbe zählt der Mietvertrag, nicht die BetrKV. Wir prüfen Vertrag und Abrechnung zusammen, rückwirkend bis zu drei Jahre. Individuelles Angebot.
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