In Herne beträgt die Kaltmiete im Schnitt 6,56 € pro Quadratmeter. Hinzu kommen 3,96 € Nebenkosten - die zweite Hälfte der Rechnung. Grundlage sind 77 von Mineko geprüfte Abrechnungen.

Kurz: Die Nebenkosten in Herne liegen bei 3,96 € pro Quadratmeter und 3.456 € im Jahr, gerechnet für 72,7 m² Wohnfläche. Das sind 54 € mehr als im Bundesschnitt. In 94 % der geprüften Abrechnungen fanden sich Fehler, im Schnitt ging es dabei um 413 €.
Diese Seite behandelt Wohnraum. Bei Gewerbe gilt die Betriebskostenverordnung nicht zwingend, dort entscheidet allein der Mietvertrag.
Der offizielle Mietspiegel weist nur die Nettokaltmiete aus. Mieter zahlen jedoch die Warmmiete: in Herne durchschnittlich 765 €, davon 477 € Kaltmiete und 288 € Nebenkosten. Weil Mineko den Mietvertrag und die Nebenkostenabrechnung derselben Wohnung prüft, können wir beide Hälften der Wohnkosten zusammen ausweisen. Das ermöglicht einen einzigartigen Einblick in die tatsächlichen Wohnkosten, den sonst niemand bieten kann.
Herne-Mitte, Wanne und Eickel sind von dicht bebauten Straßenzügen, gewachsenen Arbeitervierteln und später ergänzten Wohnanlagen geprägt. Unterschiedliche Bauzustände treffen hier unmittelbar aufeinander: Unsanierte Gebäude benötigen oft mehr Heizenergie, während modernisierte Häuser die Heizkosten senken können, dafür aber höhere Kaltmieten auslösen können.
Heizung ist mit 1,45 € pro Quadratmeter der größte einzelne Betriebskostenposten und erscheint in 88 % der Abrechnungen. Schornsteinfegerkosten kommen dagegen nur in 26 % vor, was auf einen relevanten Bestand ohne eigene Feuerungsanlage und damit auch auf Fernwärmeversorgung hindeutet. Gerade in größeren Wohnanlagen in Sodingen oder Wanne hängt die Belastung deshalb stark von Wärmeliefervertrag, energetischem Zustand und Verteilung der Heizkosten ab.
Energetische Arbeiten können den Verbrauch reduzieren, verändern aber nicht automatisch die gesamte Warmmiete zugunsten der Bewohner. In Herne stieg die Kaltmiete um +3,6 %, während die Nebenkosten um +11,2 % zulegten. Für Mieter entscheidet deshalb nicht allein der Gebäudezustand, sondern das Zusammenspiel von Miete, Versorgung und korrekter Abrechnung.
Die jährlichen Nebenkosten betragen in Herne 3.456 € und liegen damit 54 € über dem bundesweiten Wert von 3.402 €. Zugleich stiegen sie mit +11,2 % deutlich schneller als im Bund mit +4,5 % - ein Abstand von 6,7 Punkten.
Das Streudiagramm ordnet die Städte nach ihren beiden Mietbestandteilen ein. Auf der waagerechten Achse steht die Kaltmiete, auf der senkrechten Achse stehen die Nebenkosten. Herne ist rot markiert und lässt sich so bei beiden Größen direkt mit den anderen Städten vergleichen.
Wer in Braunschweig 7,68 € Kaltmiete und 3,82 € Nebenkosten zahlt, gibt anteilig mehr für Betriebskosten aus als jemand in Heilbronn mit 11,94 € Kaltmiete und 3,51 € Nebenkosten. In Herne erreichen die Nebenkosten einen Anteil von 38 %.
Die durchschnittliche Warmmiete liegt bei 765 €. Davon entfallen 38 % auf Nebenkosten, die zuletzt wesentlich schneller stiegen als die Kaltmiete.
Zur Einordnung: Herne liegt bei den jährlichen Nebenkosten 54 € über dem Bundesschnitt. Der Anstieg von +11,2 % übertrifft die bundesweite Entwicklung um 6,7 Punkte. Für Mieter bedeutet das, dass selbst eine vergleichsweise niedrige Kaltmiete die wachsende Belastung durch Betriebskosten nur begrenzt auffängt.
Die einzelnen Positionen zeigen, welche laufenden Ausgaben die Nebenkosten von 3,96 € pro Quadratmeter prägen. Entscheidend sind neben der Höhe auch die Häufigkeit in den Abrechnungen und die Veränderung gegenüber dem Vorjahr.
Das Nebenkostenprivileg ist zum 30.06.2024 entfallen. Gemeinschaftsantenne und Kabel verzeichneten deshalb mit -40,3 % den stärksten Rückgang, tauchen aber weiterhin in 35 % der Herner Abrechnungen auf und kosten dort im Schnitt 92 € im Jahr.
Auch Heizung mit -23 %, Grundsteuer mit -13 % und Gartenpflege mit -12,1 % gingen zurück. Ob Kabelkosten noch angesetzt werden dürfen, hängt insbesondere vom Abrechnungszeitraum und der konkreten Vertragsgrundlage ab. Alles zu Kabelgebühren »
Versicherungen kosten in Herne 0,50 € pro Quadratmeter und 436 € im Jahr. Sie stehen in 100 % der geprüften Abrechnungen und verteuerten sich um +29,9 %. Umlagefähig sind vor allem gebäudebezogene Policen, die konkrete Risiken des Mietobjekts absichern.
Der wichtigste Prüfpunkt: Nach der Betriebskostenverordnung dürfen nur umlagefähige Sach- und Haftpflichtversicherungen angesetzt werden. Nicht dazu gehören Kosten, die allein das Vermögen oder unternehmerische Risiko des Vermieters schützen. Unsere Prüfer gleichen Bezeichnung, Vertragsgegenstand, Abrechnungszeitraum und Verteilerschlüssel mit den Belegen und dem Mietvertrag ab. Alles zu Versicherungen »
Die Müllbeseitigung liegt in Herne bei 0,40 € pro Quadratmeter und 348 € pro Jahr. Sie erscheint in 100 % der Abrechnungen und ist mit +31,3 % stark gestiegen. Abgerechnet werden können laufende Kosten der regulären Entsorgung, sofern sie dem Mietobjekt zuzuordnen sind.
Häufigster Fehler: Vermieter dürfen laufende Müllgebühren nach der Betriebskostenverordnung umlegen, nicht aber ohne Weiteres Kosten für einmalige Entrümpelungen oder die Beseitigung fremder Ablagerungen. Zu prüfen sind Gebührenbescheide, Behältergrößen, Leerungen und der verwendete Umlageschlüssel. Auch doppelt erfasste Entsorgungsleistungen oder Kosten aus nicht umlagefähigen Sondermaßnahmen können die Abrechnung erhöhen. Alles zu Müllkosten »
Für die Wasserversorgung fallen in Herne 0,32 € pro Quadratmeter und 281 € im Jahr an. Der Posten steht in 86 % der Abrechnungen und stieg um +7 %. Mieter zahlen hier für den Wasserbezug und die laufenden Kosten der zugehörigen Versorgungsanlage.
Worauf unsere Prüfer achten: Die Betriebskostenverordnung erlaubt die Umlage laufender Wasserversorgungskosten, wenn Mietvertrag und Abrechnung dies tragen. Verbrauchswerte müssen zu den Zählerständen passen; Schätzungen brauchen eine nachvollziehbare Grundlage. Reparaturen, der Austausch defekter Leitungen und andere Instandhaltungskosten dürfen nicht als laufender Wasserverbrauch weitergegeben werden. Alles zu Wasserkosten »
Allgemeinstrom erreicht in Herne 0,19 € pro Quadratmeter und 168 € im Jahr. Der Posten findet sich in 98 % der Abrechnungen und weist mit +94,9 % den stärksten Anstieg unter den detailliert betrachteten Kostenarten auf. Er betrifft Strom für gemeinschaftlich genutzte Gebäudeteile, nicht den privaten Verbrauch in den Wohnungen.
Der wichtigste Prüfpunkt: Umlagefähig ist nach der Betriebskostenverordnung nur Strom für konkret benannte Gemeinschaftsflächen und Anlagen. Ein pauschaler Sammelposten kann unzulässige Anteile enthalten, etwa Strom für Verwaltung, Reparaturen oder nicht umlagefähige technische Einrichtungen. Unsere Prüfer kontrollieren Rechnungen, Zählerzuordnung und Vertragsgrundlage sowie eine mögliche doppelte Erfassung bei anderen Kostenarten. Alles zu Allgemeinstrom »
Sonstige Betriebskosten betragen in Herne 0,07 € pro Quadratmeter und 62 € im Jahr. Sie tauchen in 67 % der Abrechnungen auf und stiegen um +44,9 %. Die Bezeichnung allein reicht für eine Umlage nicht aus, weil Mieter erkennen können müssen, für welche laufende Leistung sie zahlen.
Häufigster Fehler: Sonstige Betriebskosten müssen im Mietvertrag konkret benannt sein; eine bloße Auffangklausel genügt regelmäßig nicht. Umlagefähig sind nur laufende Kosten, keine Reparaturen, Anschaffungen oder Verwaltungsausgaben. Unsere Prüfer kontrollieren deshalb, ob Leistung, Vertragsklausel, Beleg und Abrechnungszeitraum zusammenpassen und ob derselbe Aufwand bereits an anderer Stelle berechnet wurde. Alles zu sonstigen Betriebskosten »
Zwei Fristen laufen unabhängig voneinander. Die eine bindet Ihren Vermieter, die andere Sie.
Ihr Vermieter hat zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums Zeit, die Abrechnung zuzustellen. Versäumt er die Frist, kann er grundsätzlich keine Nachzahlung mehr fordern. Ein Guthaben muss er Ihnen trotzdem auszahlen.
Noch keine Abrechnung für 2025 erhalten? Dann läuft die Zeit für Ihren Vermieter, nicht für Sie.
Ihre Einwendungsfrist läuft zwölf Monate ab Zugang der Abrechnung, nicht ab dem Abrechnungsjahr. Eine Abrechnung für 2024, die Ihnen im Oktober 2025 zugestellt wurde, können Sie heute noch angreifen.
Ist die Abrechnung formell fehlerhaft, beginnt die Frist erst mit Zugang einer korrekten Abrechnung. Maßgeblich ist der Zugang, nicht das Erstellungsdatum. Zum ausführlichen Fristenrechner »
Wir sind nicht der offizielle Mietspiegel für Herne. Diesen gibt in der Regel die zuständige Kommune heraus. Er dient der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete und ist die maßgebliche Grundlage bei Mieterhöhungen.
Was wir zusätzlich liefern, ist der warme Teil der Rechnung. Der offizielle Mietspiegel endet bei der Nettokaltmiete. Unsere Auswertung basiert nicht auf Befragungen, sondern auf echten Unterlagen: geprüften Nebenkostenabrechnungen, Mietverträgen und Belegen. Jede Position wurde von einem Prüfer einzeln durchgerechnet.
Für Kommunen, Verwaltungen, Mietervereine und wissenschaftliche Einrichtungen stellen wir ausführliche Auswertungen bereit. Zur Zusammenarbeit » oder direkt an [email protected]
Datenbasis: 77 Nebenkostenabrechnungen aus Herne, eingereicht von Mietern und vollständig durch Mineko-Prüfer ausgewertet. Rollierend über die letzten zwölf Monate bis 30.06.2026.
Lagemaß: Gesamtwerte als Median über alle Abrechnungen, Einzelpositionen als Mittelwert nur der Abrechnungen, in denen die Position vorkommt. Deshalb addieren sich die Positionen nicht zum Gesamtwert.
Fehlerquote: Die 94 % beziehen sich auf geprüfte Abrechnungen. Da Mieter überwiegend dann prüfen lassen, wenn sie einen Verdacht haben, ist die Stichprobe selbstselektiert. Wo wir mehr Abrechnungen je Einwohner prüfen, liegt die Quote niedriger. Der belastbare Wert liegt näher an 90 als an 94 Prozent.
Kaltmiete: Aus den eingereichten Mietverträgen, überwiegend Bestandsmieten und keine Angebotsmieten. Der Wert liegt entsprechend zwischen dem Median des offiziellen Mietspiegels und den Portalpreisen.
Vollständige Methodik und Datenqualitätskriterien »
Hinweis zur Datennutzung: Die auf dieser Seite veröffentlichten Kennzahlen dürfen unter Nennung der Quelle „Mineko Mietspiegel Herne" zitiert werden. Für Online-Veröffentlichungen bitten wir um eine Verlinkung auf diese Seite. Diagramme, weiterführende Datenauswertungen und Pressematerial stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.
Die Mineko-Mietspiegel basieren nicht auf Schätzungen oder Angebotsmieten, sondern auf tatsächlich geprüften Betriebskostenabrechnungen. Dadurch liefern sie belastbare Einblicke in kalte und warme Nebenkosten und ergänzen bestehende Mietspiegel um reale Betriebskostendaten.
In den geprüften Herneer Abrechnungen fanden unsere Prüfer im Schnitt 413 € an fehlerhaften oder strittigen Positionen. In 95 % der Fälle wurde eine Nachzahlung gefordert, im Schnitt 757 €. Eine Prüfung deckt solche Fehler auf, bevor Sie zahlen.
Weil jede Position der Durchschnitt nur der Abrechnungen ist, in denen sie tatsächlich vorkommt. Der Gesamtwert von 3,96 € je Quadratmeter ist dagegen der Median über alle Herneer Abrechnungen und liegt deshalb unter der Summe der Einzelpositionen.
Aus 77 von Mineko geprüften Abrechnungen ergeben sich für Herne 3,96 € pro Quadratmeter und Monat, also 3.455 € im Jahr bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 72,7 m². Das liegt 53 € über dem bundesweiten Vergleichswert von 3.402 €.
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Für Jobcenter, Sozialämter, Kommunen und Mietspiegelstellen bieten wir Datenauswertungen und professionelle Prüfungen mit messbaren Einsparpotenzialen.
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Bei über 16 Rechtsschutzversicherungen inbegriffen, sonst kostenlose Prüfung - nach Prüfung entscheiden Sie, ob Sie Prüfbericht und Widerspruchsschreiben ab 49 € erwerben möchten.
Bei Gewerbe zählt der Mietvertrag, nicht die BetrKV. Wir prüfen Vertrag und Abrechnung zusammen, rückwirkend bis zu drei Jahre. Individuelles Angebot.
Für gewerbliche Mieter bieten wir eine kostenlose Ersteinschätzung an.