Der Mietspiegel für Bochum bildet beide Hälften der Rechnung ab: eine Kaltmiete von 7,45 € und Nebenkosten von 3,50 € je Quadratmeter im Monat. Grundlage sind 100 Prüfungen von Mietverträgen und Nebenkostenabrechnungen.

Kurz: In Bochum liegen die Nebenkosten bei 3,50 € je Quadratmeter im Monat und 3.064 € im Jahr für 72,8 m² Wohnfläche. Das sind 338 € weniger als im Bundesschnitt. Bei 95 % der geprüften Abrechnungen fanden sich Fehler, im Schnitt in Höhe von 502 €.
Diese Seite behandelt Wohnraum. Bei Gewerbe gilt die Betriebskostenverordnung nicht zwingend, dort entscheidet allein der Mietvertrag.
Der offizielle Mietspiegel weist nur die Nettokaltmiete aus. Was Mieter tatsächlich zahlen, ist jedoch die Warmmiete. Weil Mineko den Mietvertrag und die Nebenkostenabrechnung derselben Wohnung prüft, können wir beide Hälften zusammen ausweisen: 542 € Kaltmiete und 255 € Nebenkosten ergeben in Bochum eine Warmmiete von 797 €. Das ermöglicht einen einzigartigen Einblick in die tatsächlichen Wohnkosten, den sonst niemand bieten kann.
Zwischen den gründerzeitlichen Häusern im Ehrenfeld, den dicht bebauten Straßenzügen in Hamme und den Wohnsiedlungen in Wattenscheid unterscheiden sich technische Ausstattung und Sanierungsstand deutlich. Der geringe Aufzug-Anteil von 18 % weist auf einen Bestand hin, in dem viele Häuser ohne kostenintensive Fördertechnik auskommen. Modernisierte Gebäude können den Verbrauch senken, zugleich aber neue laufende Wartungs- und Betriebskosten erzeugen.
Schornsteinfegerkosten erscheinen nur in 29 % der Abrechnungen. Das spricht dafür, dass ein erheblicher Teil der Bochumer Wohnungen über Versorgungssysteme beheizt wird, die keinen eigenen Schornsteinfegerposten in der Abrechnung auslösen, darunter Fernwärme. Heizung bleibt dennoch der größte Kostenblock: Sie steht in 82 % der Abrechnungen und ist um 31,8 % gestiegen.
In Quartieren wie Langendreer oder Weitmar treffen ältere Gebäude auf energetisch erneuerte Bestände. Eine Modernisierung kann den Energiebedarf verringern, doch komplexere Haustechnik erhöht mitunter die Kosten für Betrieb und Betreuung. Für Mieter entscheidet deshalb nicht allein der bauliche Zustand, sondern auch, welche laufenden Leistungen der Vermieter tatsächlich abrechnet.
Mit 3.064 € im Jahr liegt Bochum noch 338 € unter dem Bundesschnitt von 3.402 €. Der Abstand schrumpft jedoch: Während die Nebenkosten bundesweit um 4,5 % stiegen, betrug der Anstieg in Bochum 13,6 %. Damit liegt das Bochumer Tempo 9,1 Punkte höher.
Das Streudiagramm ordnet die untersuchten Städte nach ihren Wohnkosten ein. Auf der waagerechten Achse steht die Kaltmiete, auf der senkrechten Achse stehen die Nebenkosten. Bochum ist rot markiert und lässt sich so direkt mit Städten mit höheren oder niedrigeren Kosten vergleichen.
Eine durchschnittliche Wohnung mit 72,8 m² kostet in Bochum 797 € warm. Davon entfallen 542 € auf die Kaltmiete und 255 € auf die Nebenkosten. Die zweite Miete macht damit 32 % der Warmmiete aus.
Zur Einordnung: Bochum liegt bei den jährlichen Nebenkosten noch 338 € unter dem Bund, verzeichnet mit 13,6 % aber einen deutlich schnelleren Anstieg als der Bund mit 4,5 %. Für Mieter bedeutet das, dass der bisherige Kostenvorteil kleiner werden kann. Hinzu kommt eine Fehlerquote von 95 % in den geprüften Abrechnungen.
Die einzelnen Positionen zeigen, welche Leistungen den Anstieg der zweiten Miete treiben und wo Kosten gesunken sind. Entscheidend sind neben dem Betrag auch die Verbreitung in den Abrechnungen und die korrekte Zuordnung nach Mietvertrag und Betriebskostenverordnung.
Mit -14,7 % verzeichnet die Straßenreinigung den stärksten Rückgang unter den Bochumer Kostenarten. Trotzdem bleibt sie weit verbreitet und kostet im Schnitt 81 € im Jahr.
Auch Gartenpflege mit -13,6 %, Müllbeseitigung mit -2,7 %, Grundsteuer mit -2 % und Warmwasser mit -0,7 % sind zurückgegangen. Ob Straßenreinigung und Müll korrekt angesetzt wurden, hängt unter anderem von den tatsächlich erbrachten Leistungen und dem vereinbarten Umlageschlüssel ab. Alles zu Straßenreinigung und Müll »
Die Heizung ist in Bochum mit 1,17 € je Quadratmeter im Monat der größte einzelne Nebenkostenposten. Sie erscheint in 82 % der Abrechnungen und kostet für die betrachtete Wohnung 1.021 € im Jahr. Der Anstieg um 31,8 % trägt wesentlich dazu bei, dass die gesamten Nebenkosten schneller als im Bund steigen.
Der wichtigste Prüfpunkt: Nach der Heizkostenverordnung müssen verbrauchsabhängige Heizkosten nach einem zulässigen Schlüssel verteilt werden. Unsere Prüfer gleichen Verbrauchswerte, Abrechnungszeitraum, Flächenangaben und Vorauszahlungen mit den Belegen ab. Häufig entstehen Abweichungen durch geschätzte Zählerstände, falsche Wohnflächen oder Kosten, die nicht zur zentralen Heizungsanlage gehören. Alles zu Heizkosten »
Aufzugskosten betreffen nur 18 % der Bochumer Abrechnungen, steigen dort aber um 55,1 %. Mit 0,35 € je Quadratmeter im Monat summiert sich der Posten auf 305 € im Jahr. Für Mieter in Gebäuden mit Aufzug kann diese Position deshalb einen spürbaren Teil der Abrechnung ausmachen.
Worauf unsere Prüfer achten: Nach der Betriebskostenverordnung sind laufende Kosten des Aufzugs grundsätzlich umlagefähig. Dazu können Betriebsstrom, Überwachung, Bedienung, Pflege und regelmäßige Prüfung gehören. Reparaturen, Ersatzteile und andere Instandhaltungskosten muss der Vermieter dagegen selbst tragen. Geprüft werden deshalb besonders Wartungsverträge, Sammelrechnungen und die Abgrenzung zwischen laufendem Betrieb und Reparatur. Alles zu Aufzugskosten »
Der Hauswart steht in 47 % der Bochumer Abrechnungen. Die Kosten liegen bei 0,31 € je Quadratmeter im Monat und 266 € im Jahr, nach einem Anstieg um 49,5 %. Bezahlt werden dürfen nur tatsächlich umlagefähige Tätigkeiten rund um den laufenden Betrieb des Hauses.
Häufigster Fehler: Hauswartrechnungen enthalten oft Tätigkeiten, die nach der Betriebskostenverordnung nicht auf Mieter umgelegt werden dürfen. Dazu zählen Verwaltung, Reparaturen und Instandhaltung. Führt der Hauswart zugleich umlagefähige Arbeiten wie Reinigung oder Gartenpflege aus, muss die Abrechnung Doppelansätze ausschließen und nicht umlagefähige Arbeitsanteile abziehen. Unsere Prüfer kontrollieren Leistungsbeschreibungen, Verträge und die Abgrenzung zu anderen Kostenpositionen. Alles zu Hauswartskosten »
Allgemeinstrom erscheint in 82 % der Bochumer Abrechnungen. Der Posten kostet 0,09 € je Quadratmeter im Monat beziehungsweise 76 € im Jahr und ist um 19,2 % gestiegen. Er umfasst den Strom für gemeinschaftlich genutzte Bereiche, nicht den privaten Verbrauch in den Wohnungen.
Der wichtigste Prüfpunkt: Umlagefähig ist nach der Betriebskostenverordnung nur der Strom für gemeinschaftliche Anlagen und Flächen, etwa für die Beleuchtung von Treppenhaus, Keller oder Außenbereichen. Baustrom, Strom für vermietereigene Räume und private Anschlüsse gehören nicht in die Abrechnung. Bei zentralen Anlagen muss außerdem ausgeschlossen sein, dass derselbe Strom bereits in einer anderen Position enthalten ist. Unsere Prüfer vergleichen Rechnungen, Zählerzuordnung und Kostenverteilung. Alles zu Allgemeinstrom »
Schornsteinfegerkosten tauchen in Bochum nur in 29 % der Abrechnungen auf. Wo sie anfallen, betragen sie 0,07 € je Quadratmeter im Monat und 61 € im Jahr. Der Anstieg um 27,3 % betrifft damit einen begrenzten Teil des Bestands, kann dort aber die Heiznebenkosten erhöhen.
Worauf unsere Prüfer achten: Regelmäßige Kehr-, Mess- und Prüfarbeiten können nach der Betriebskostenverordnung umlagefähig sein. Nicht darunter fallen Reparaturen, bauliche Änderungen oder Kosten, die bereits über eine andere Heizkostenposition abgerechnet wurden. Entscheidend ist außerdem, ob die Arbeiten das vermietete Gebäude betreffen und korrekt auf die Wohnungen verteilt wurden. Geprüft werden Rechnung, Leistungszeitraum und mögliche Doppelberechnungen. Alles zu Schornsteinfegerkosten »
Zwei Fristen laufen unabhängig voneinander. Die eine bindet Ihren Vermieter, die andere Sie.
Ihr Vermieter hat zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums Zeit, die Abrechnung zuzustellen. Versäumt er die Frist, kann er grundsätzlich keine Nachzahlung mehr fordern. Ein Guthaben muss er Ihnen trotzdem auszahlen.
Noch keine Abrechnung für 2025 erhalten? Dann läuft die Zeit für Ihren Vermieter, nicht für Sie.
Ihre Einwendungsfrist läuft zwölf Monate ab Zugang der Abrechnung, nicht ab dem Abrechnungsjahr. Eine Abrechnung für 2024, die Ihnen im Oktober 2025 zugestellt wurde, können Sie heute noch angreifen.
Ist die Abrechnung formell fehlerhaft, beginnt die Frist erst mit Zugang einer korrekten Abrechnung. Maßgeblich ist der Zugang, nicht das Erstellungsdatum. Zum ausführlichen Fristenrechner »
Wir sind nicht der offizielle Mietspiegel für Bochum. Diesen gibt in der Regel die zuständige Kommune heraus. Er dient der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete und ist die maßgebliche Grundlage bei Mieterhöhungen.
Was wir zusätzlich liefern, ist der warme Teil der Rechnung. Der offizielle Mietspiegel endet bei der Nettokaltmiete. Unsere Auswertung basiert nicht auf Befragungen, sondern auf echten Unterlagen: geprüften Nebenkostenabrechnungen, Mietverträgen und Belegen. Jede Position wurde von einem Prüfer einzeln durchgerechnet.
Für Kommunen, Verwaltungen, Mietervereine und wissenschaftliche Einrichtungen stellen wir ausführliche Auswertungen bereit. Zur Zusammenarbeit » oder direkt an [email protected]
Datenbasis: 100 Nebenkostenabrechnungen aus Bochum, eingereicht von Mietern und vollständig durch Mineko-Prüfer ausgewertet. Rollierend über die letzten zwölf Monate bis 30.06.2026.
Lagemaß: Gesamtwerte als Median über alle Abrechnungen, Einzelpositionen als Mittelwert nur der Abrechnungen, in denen die Position vorkommt. Deshalb addieren sich die Positionen nicht zum Gesamtwert.
Fehlerquote: Die 95 % beziehen sich auf geprüfte Abrechnungen. Da Mieter überwiegend dann prüfen lassen, wenn sie einen Verdacht haben, ist die Stichprobe selbstselektiert. Wo wir mehr Abrechnungen je Einwohner prüfen, liegt die Quote niedriger. Der belastbare Wert liegt näher an 90 als an 95 Prozent.
Kaltmiete: Aus den eingereichten Mietverträgen, überwiegend Bestandsmieten und keine Angebotsmieten. Der Wert liegt entsprechend zwischen dem Median des offiziellen Mietspiegels und den Portalpreisen.
Vollständige Methodik und Datenqualitätskriterien »
Hinweis zur Datennutzung: Die auf dieser Seite veröffentlichten Kennzahlen dürfen unter Nennung der Quelle „Mineko Mietspiegel Bochum" zitiert werden. Für Online-Veröffentlichungen bitten wir um eine Verlinkung auf diese Seite. Diagramme, weiterführende Datenauswertungen und Pressematerial stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.
Die Mineko-Mietspiegel basieren nicht auf Schätzungen oder Angebotsmieten, sondern auf tatsächlich geprüften Betriebskostenabrechnungen. Dadurch liefern sie belastbare Einblicke in kalte und warme Nebenkosten und ergänzen bestehende Mietspiegel um reale Betriebskostendaten.
In den geprüften Bochumer Abrechnungen fanden unsere Prüfer im Schnitt 502 € an fehlerhaften oder strittigen Positionen. In 77 % der Fälle wurde eine Nachzahlung gefordert, im Schnitt 772 €. Eine Prüfung deckt solche Fehler auf, bevor Sie zahlen.
Weil jede Position der Durchschnitt nur der Abrechnungen ist, in denen sie tatsächlich vorkommt. Der Gesamtwert von 3,50 € je Quadratmeter ist dagegen der Median über alle Bochumer Abrechnungen und liegt deshalb unter der Summe der Einzelpositionen.
In der Regel nicht mehr. Das Nebenkostenprivileg für Kabelanschlüsse ist zum 30.06.2024 entfallen, seitdem dürfen Sammelverträge grundsätzlich nicht mehr pauschal über die Betriebskosten umgelegt werden. Steht in Ihrer Bochumer Abrechnung noch eine Kabelposition, lohnt der genaue Blick.
100. Alle Werte auf dieser Seite stammen aus echten, von unseren Prüfern durchgerechneten Abrechnungen und Mietverträgen aus Bochum, nicht aus einer Befragung. Ausgewiesen ist jeweils der Median.
Aus 100 von Mineko geprüften Abrechnungen ergeben sich für Bochum 3,50 € pro Quadratmeter und Monat, also 3.058 € im Jahr bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 72,8 m². Das liegt 344 € unter dem bundesweiten Vergleichswert von 3.402 €.
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Für Jobcenter, Sozialämter, Kommunen und Mietspiegelstellen bieten wir Datenauswertungen und professionelle Prüfungen mit messbaren Einsparpotenzialen.
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Bei über 16 Rechtsschutzversicherungen inbegriffen, sonst kostenlose Prüfung - nach Prüfung entscheiden Sie, ob Sie Prüfbericht und Widerspruchsschreiben ab 49 € erwerben möchten.
Bei Gewerbe zählt der Mietvertrag, nicht die BetrKV. Wir prüfen Vertrag und Abrechnung zusammen, rückwirkend bis zu drei Jahre. Individuelles Angebot.
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