Der Mietspiegel für Bonn zeigt beide Hälften der Rechnung: Zur durchschnittlichen Kaltmiete von 10,41 € kommen 4,20 € Nebenkosten pro Quadratmeter und Monat. Grundlage sind 159 von Mineko geprüfte Abrechnungen.

Kurz: In Bonn liegen die Nebenkosten bei 4,20 € pro Quadratmeter und Monat beziehungsweise 3.757 € im Jahr für 74,6 m². Das sind 355 € mehr als im Bundesschnitt. 97 % der geprüften Abrechnungen waren fehlerhaft. Der durchschnittliche Fehlerbetrag lag bei 528 €.
Diese Seite behandelt Wohnraum. Bei Gewerbe gilt die Betriebskostenverordnung nicht zwingend, dort entscheidet allein der Mietvertrag.
Der offizielle Mietspiegel weist nur die Nettokaltmiete aus. Mieter zahlen jedoch die Warmmiete, in Bonn durchschnittlich 1.090 € aus 777 € Kaltmiete und 313 € Nebenkosten. Weil Mineko den Mietvertrag und die Nebenkostenabrechnung derselben Wohnung prüft, können wir beide Hälften zusammen ausweisen. Das ermöglicht einen einzigartigen Einblick in die tatsächlichen Wohnkosten, den sonst niemand bieten kann.
In der Südstadt und in Teilen von Bad Godesberg gehören Altbauten zum Straßenbild. Der Aufzug erscheint nur in 38 % der geprüften Abrechnungen. Das spricht für einen Gebäudebestand, in dem viele Häuser ohne diese technische Ausstattung auskommen, während Modernisierungen die laufenden Kosten verändern können.
Schornsteinfegerkosten tauchen nur in 15 % der Abrechnungen auf, Heizkosten dagegen in 94 %. Diese Kombination deutet auf einen hohen Stellenwert zentraler Wärmeversorgung hin. Für Mieter in Beuel oder Tannenbusch bedeutet das: Nicht allein der Verbrauch, sondern auch Versorgungsvertrag, Gebäudetechnik und energetischer Zustand bestimmen die Kosten.
Neue Aufzüge oder umgestaltete Außenanlagen können den Wohnwert erhöhen, bringen aber zusätzliche umlagefähige Betriebskosten mit sich. Gerade in Beständen, die schrittweise modernisiert werden, sollte die Abrechnung klar zwischen laufendem Betrieb, Reparatur und Verwaltung trennen.
Mit 3.757 € im Jahr liegt Bonn 355 € über dem bundesweiten Wert von 3.402 €. Zugleich stiegen die Nebenkosten in Bonn um +13,2 %, bundesweit dagegen um +4,5 %. Der Abstand im Tempo beträgt 8,7 Punkte.
Das Streudiagramm ordnet die Städte nach zwei Kostenblöcken: Waagerecht steht die durchschnittliche Kaltmiete, senkrecht stehen die Nebenkosten. Bonn ist rot markiert. So wird sichtbar, ob eine Stadt vor allem durch die erste oder durch die zweite Miete teuer ist.
Wer in Braunschweig 7,68 € Kaltmiete und 3,82 € Nebenkosten zahlt, gibt anteilig mehr für Betriebskosten aus als jemand in Stuttgart mit 12,89 € Kaltmiete und 3,48 € Nebenkosten. In Bonn machen die Nebenkosten 29 % der Warmmiete aus.
Die durchschnittliche Warmmiete liegt bei 1.090 €, davon entfallen 29 % auf Nebenkosten. Während die Kaltmiete um +1,9 % stieg, erhöhten sich die Nebenkosten um +13,2 %. Damit kommt der stärkere Kostendruck aus der zweiten Hälfte der Monatszahlung.
Zur Einordnung: Bonn liegt bei den jährlichen Nebenkosten 355 € über dem Bundesschnitt. Gleichzeitig ist das Wachstum um 8,7 Punkte höher als im Bund. Für Mieter steigt deshalb das Risiko, dass Vorauszahlungen nicht ausreichen und eine Nachzahlung entsteht.
Die Einzelpositionen zeigen, welche laufenden Gebäudekosten die zweite Miete bestimmen. Entscheidend sind nicht nur die Durchschnittswerte, sondern auch die Häufigkeit einer Position, ihre Veränderung und die Frage, ob sie rechtlich umlagefähig ist.
Der Wegfall des Nebenkostenprivilegs erklärt, warum Gemeinschaftsantenne und Kabel den stärksten Rückgang verzeichnen. Trotzdem taucht die Position noch in 52 % der geprüften Abrechnungen auf und kostet durchschnittlich 68 € im Jahr.
Auch Schornsteinfegerkosten sanken um -29,9 %, Straßenreinigung um -20,2 % und Allgemeinstrom um -16,5 %. Entscheidend ist, ob die Kabelkosten den Abrechnungszeitraum betreffen und vertraglich umlagefähig waren. Alles zu Kabelgebühren »
Die Müllbeseitigung kostet in Bonn 0,36 € pro Quadratmeter und Monat und steht in 96 % der Abrechnungen. Mit +49,2 % weist sie unter den ausgewerteten Positionen den stärksten Anstieg auf. Mieter zahlen hier für die laufende Sammlung und Entsorgung des Hausmülls, soweit die Kosten dem Gebäude zugeordnet werden können.
Der wichtigste Prüfpunkt: Nach der Betriebskostenverordnung sind laufende Kosten der Müllbeseitigung grundsätzlich umlagefähig. Nicht dazugehören Kosten für Entrümpelungen, die Beseitigung illegal abgelagerter Gegenstände oder einmalige Sondermaßnahmen ohne laufenden Bezug. Unsere Prüfer vergleichen Gebührenbescheide, Rechnungen, Abrechnungszeitraum und Verteilerschlüssel. Alles zu Müllkosten »
Hauswartkosten liegen in Bonn bei 0,36 € pro Quadratmeter und Monat und erscheinen in 81 % der Abrechnungen. Der Anstieg von +33,1 % wirkt sich deshalb auf einen großen Teil der geprüften Haushalte aus. Umlagefähig sind nur die laufenden Tätigkeiten des Hauswarts, nicht seine Verwaltungs- oder Reparaturarbeit.
Häufigster Fehler: Hauswartrechnungen enthalten oft Tätigkeiten, die nach der Betriebskostenverordnung nicht auf Mieter umgelegt werden dürfen. Dazu zählen Verwaltung, Wohnungsabnahmen, Reparaturen und die Überwachung von Instandsetzungsarbeiten. Sind solche Aufgaben im Vertrag gebündelt, muss der Vermieter den nicht umlagefähigen Anteil nachvollziehbar herausrechnen. Alles zu Hauswartkosten »
Die Entwässerung kostet in Bonn 0,36 € pro Quadratmeter und Monat und betrifft 96 % der Abrechnungen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Position um +25,4 %. Abgerechnet werden insbesondere laufende Gebühren für Schmutz- und Niederschlagswasser, sofern sie dem Mietobjekt zugeordnet sind.
Worauf unsere Prüfer achten: Entwässerungskosten sind nach der Betriebskostenverordnung umlagefähig, wenn sie laufend entstehen und korrekt zugeordnet werden. Geprüft werden Gebührenbescheide, Abrechnungszeitraum und der verwendete Verteilerschlüssel. Reparaturen an Leitungen, Rohrreinigung nach einem konkreten Schaden oder Kosten der Instandsetzung gehören nicht in diese Position. Alles zu Wasserkosten »
Aufzugskosten fallen in 38 % der Bonner Abrechnungen an und liegen dort bei 0,35 € pro Quadratmeter und Monat. Der Anstieg beträgt +32,1 %. Bezahlt werden dürfen laufende Betriebs-, Überwachungs-, Pflege- und Wartungskosten, nicht der Austausch oder die grundlegende Erneuerung der Anlage.
Der wichtigste Prüfpunkt: Die Betriebskostenverordnung erlaubt die Umlage laufender Aufzugskosten. Vollwartungsverträge enthalten jedoch häufig auch Reparaturanteile oder Leistungen zur Instandhaltung, die der Vermieter tragen muss. Unsere Prüfer kontrollieren den Vertrag, die Rechnungsbestandteile und den Umlageschlüssel sowie mögliche Doppelabrechnungen bei Strom oder Reinigung. Alles zu Aufzugskosten »
Die Gartenpflege steht in 73 % der geprüften Bonner Abrechnungen und kostet 0,21 € pro Quadratmeter und Monat. Mit +43 % ist der Anstieg deutlich. Die Position umfasst laufende Pflegearbeiten an gemeinschaftlich nutzbaren Außenflächen, nicht deren erstmalige Anlage oder grundlegende Umgestaltung.
Häufigster Fehler: Nach der Betriebskostenverordnung dürfen regelmäßige Pflegearbeiten umgelegt werden, etwa Rasenpflege, Gehölzschnitt und die Erneuerung einzelner Pflanzen. Nicht umlagefähig sind die Neuanlage eines Gartens, bauliche Umgestaltungen und Arbeiten zur Beseitigung eines einmaligen Schadens. Unsere Prüfer gleichen Leistungsnachweise, Rechnungen und Flächenbezug mit dem Mietvertrag ab. Alles zu Gartenpflege »
Zwei Fristen laufen unabhängig voneinander. Die eine bindet Ihren Vermieter, die andere Sie.
Ihr Vermieter hat zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums Zeit, die Abrechnung zuzustellen. Versäumt er die Frist, kann er grundsätzlich keine Nachzahlung mehr fordern. Ein Guthaben muss er Ihnen trotzdem auszahlen.
Noch keine Abrechnung für 2025 erhalten? Dann läuft die Zeit für Ihren Vermieter, nicht für Sie.
Ihre Einwendungsfrist läuft zwölf Monate ab Zugang der Abrechnung, nicht ab dem Abrechnungsjahr. Eine Abrechnung für 2024, die Ihnen im Oktober 2025 zugestellt wurde, können Sie heute noch angreifen.
Ist die Abrechnung formell fehlerhaft, beginnt die Frist erst mit Zugang einer korrekten Abrechnung. Maßgeblich ist der Zugang, nicht das Erstellungsdatum. Zum ausführlichen Fristenrechner »
Wir sind nicht der offizielle Mietspiegel für Bonn. Diesen gibt in der Regel die zuständige Kommune heraus. Er dient der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete und ist die maßgebliche Grundlage bei Mieterhöhungen.
Was wir zusätzlich liefern, ist der warme Teil der Rechnung. Der offizielle Mietspiegel endet bei der Nettokaltmiete. Unsere Auswertung basiert nicht auf Befragungen, sondern auf echten Unterlagen: geprüften Nebenkostenabrechnungen, Mietverträgen und Belegen. Jede Position wurde von einem Prüfer einzeln durchgerechnet.
Für Kommunen, Verwaltungen, Mietervereine und wissenschaftliche Einrichtungen stellen wir ausführliche Auswertungen bereit. Zur Zusammenarbeit » oder direkt an [email protected]
Datenbasis: 159 Nebenkostenabrechnungen aus Bonn, eingereicht von Mietern und vollständig durch Mineko-Prüfer ausgewertet. Rollierend über die letzten zwölf Monate bis 30.06.2026.
Lagemaß: Gesamtwerte als Median über alle Abrechnungen, Einzelpositionen als Mittelwert nur der Abrechnungen, in denen die Position vorkommt. Deshalb addieren sich die Positionen nicht zum Gesamtwert.
Fehlerquote: Die 97 % beziehen sich auf geprüfte Abrechnungen. Da Mieter überwiegend dann prüfen lassen, wenn sie einen Verdacht haben, ist die Stichprobe selbstselektiert. Wo wir mehr Abrechnungen je Einwohner prüfen, liegt die Quote niedriger. Der belastbare Wert liegt näher an 90 als an 97 Prozent.
Kaltmiete: Aus den eingereichten Mietverträgen, überwiegend Bestandsmieten und keine Angebotsmieten. Der Wert liegt entsprechend zwischen dem Median des offiziellen Mietspiegels und den Portalpreisen.
Vollständige Methodik und Datenqualitätskriterien »
Hinweis zur Datennutzung: Die auf dieser Seite veröffentlichten Kennzahlen dürfen unter Nennung der Quelle „Mineko Mietspiegel Bonn" zitiert werden. Für Online-Veröffentlichungen bitten wir um eine Verlinkung auf diese Seite. Diagramme, weiterführende Datenauswertungen und Pressematerial stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.
Die Mineko-Mietspiegel basieren nicht auf Schätzungen oder Angebotsmieten, sondern auf tatsächlich geprüften Betriebskostenabrechnungen. Dadurch liefern sie belastbare Einblicke in kalte und warme Nebenkosten und ergänzen bestehende Mietspiegel um reale Betriebskostendaten.
In den geprüften Bonner Abrechnungen fanden unsere Prüfer im Schnitt 528 € an fehlerhaften oder strittigen Positionen. In 90 % der Fälle wurde eine Nachzahlung gefordert, im Schnitt 946 €. Eine Prüfung deckt solche Fehler auf, bevor Sie zahlen.
Weil jede Position der Durchschnitt nur der Abrechnungen ist, in denen sie tatsächlich vorkommt. Der Gesamtwert von 4,20 € je Quadratmeter ist dagegen der Median über alle Bonner Abrechnungen und liegt deshalb unter der Summe der Einzelpositionen.
In der Regel nicht mehr. Das Nebenkostenprivileg für Kabelanschlüsse ist zum 30.06.2024 entfallen, seitdem dürfen Sammelverträge grundsätzlich nicht mehr pauschal über die Betriebskosten umgelegt werden. Steht in Ihrer Bonner Abrechnung noch eine Kabelposition, lohnt der genaue Blick.
Aus 159 von Mineko geprüften Abrechnungen ergeben sich für Bonn 4,20 € pro Quadratmeter und Monat, also 3.760 € im Jahr bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 74,6 m². Das liegt 358 € über dem bundesweiten Vergleichswert von 3.402 €.
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Bei Gewerbe zählt der Mietvertrag, nicht die BetrKV. Wir prüfen Vertrag und Abrechnung zusammen, rückwirkend bis zu drei Jahre. Individuelles Angebot.
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