In Erfurt liegt die durchschnittliche Kaltmiete bei 8,81 €, hinzu kommen 3,70 € Nebenkosten pro Quadratmeter. Grundlage sind 109 Prüfungen von Mietverträgen und Nebenkostenabrechnungen - damit werden beide Hälften der Rechnung sichtbar.

Kurz: Die Nebenkosten in Erfurt betragen 3,70 € pro Quadratmeter und 3.722 € im Jahr, bei einer durchschnittlichen Wohnfläche von 83,9 m². Das sind 320 € mehr als im Bundesschnitt. In 95 % der geprüften Abrechnungen fanden sich Fehler. Der durchschnittliche Fehlerbetrag lag bei 362 €.
Diese Seite behandelt Wohnraum. Bei Gewerbe gilt die Betriebskostenverordnung nicht zwingend, dort entscheidet allein der Mietvertrag.
Der offizielle Mietspiegel weist nur die Nettokaltmiete aus. Was Mieter tatsächlich zahlen, ist jedoch die Warmmiete. Weil Mineko den Mietvertrag und die Nebenkostenabrechnung derselben Wohnung prüft, können wir Kaltmiete und Nebenkosten gemeinsam ausweisen. Das kann sonst niemand.
In der Altstadt, der Andreasvorstadt und der Krämpfervorstadt treffen historische Gebäude auf sanierte Wohnhäuser. Fehlende Aufzüge können einzelne Betriebskosten begrenzen, während ältere Gebäudehüllen den Wärmebedarf erhöhen können. Aufzugskosten erscheinen in 35 % der geprüften Abrechnungen.
Ob Gründerzeithaus oder Wohnanlage im Rieth: Die Wärmeversorgung prägt die zweite Miete. Heizung steht in 100 % der Abrechnungen und kostet durchschnittlich 1,05 € pro Quadratmeter im Monat. Warmwasser erscheint in 96 % der Fälle.
Sanierungen können den Verbrauch senken, zugleich aber neue laufende Kosten auslösen. Technische Anlagen, Aufzüge und zusätzliche Dienstleistungen verändern die Abrechnung dauerhaft. Entscheidend ist deshalb nicht allein der bauliche Zustand, sondern welche Leistungen laut Mietvertrag tatsächlich umgelegt werden dürfen.
Mit 3.722 € pro Jahr liegen die Nebenkosten in Erfurt 320 € über dem Bundesschnitt von 3.402 €. Gegenüber dem Vorjahr stiegen sie um +6 %, bundesweit waren es +4,5 %. Erfurt verteuerte sich damit um 1,5 Punkte schneller.
Das Streudiagramm ordnet die Städte nach zwei Kostendimensionen: Waagerecht steht die Kaltmiete, senkrecht stehen die Nebenkosten. Erfurt ist rot markiert. So wird sichtbar, ob vor allem die erste oder die zweite Miete den Wohnaufwand bestimmt.
Wer in Chemnitz 5,91 € Kaltmiete und 3,68 € Nebenkosten zahlt, gibt anteilig mehr für Betriebskosten aus als jemand in Regensburg mit 11,56 € Kaltmiete und 3,97 € Nebenkosten. In Erfurt machen die Nebenkosten 30 % aus.
Eine durchschnittliche Erfurter Wohnung kommt auf 739 € Kaltmiete und 310 € Nebenkosten. Daraus ergibt sich eine Warmmiete von 1.050 €, wobei die Nebenkosten 30 % ausmachen.
Zur Einordnung: Erfurt liegt bei den jährlichen Nebenkosten 320 € über dem Bund und verzeichnet mit +6 % ein schnelleres Wachstum als der Bundesschnitt. Für Mieter erhöht das den Druck, Kostenansätze, Verteilerschlüssel und Vertragsgrundlagen genau prüfen zu lassen.
Die Einzelpositionen zeigen, welche Leistungen die zweite Miete bestimmen und wo sich Kosten gegenüber dem Vorjahr verändert haben. Entscheidend ist neben der Höhe, ob eine Position mietvertraglich vereinbart, rechtlich umlagefähig und korrekt verteilt wurde.
Sonstige Betriebskosten verzeichnen den stärksten Rückgang in Erfurt. Trotzdem erscheinen sie in 97 % der geprüften Abrechnungen und kosten durchschnittlich 89 € im Jahr. Weil die Bezeichnung allein nicht genügt, muss aus Mietvertrag und Abrechnung hervorgehen, welche konkrete Leistung gemeint ist.
Auch Straßenreinigung mit -28,2 % und Warmwasser mit -14,6 % gingen zurück. Ein Rückgang ersetzt jedoch nicht die Prüfung der Umlagefähigkeit und der Belege. Alles zu sonstigen Betriebskosten »
Versicherungen stehen in 100 % der Erfurter Abrechnungen und kosten durchschnittlich 0,33 € pro Quadratmeter im Monat. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Position um +11,8 %. Mieter finanzieren darüber umlagefähige Policen, die das Gebäude und bestimmte Haftungsrisiken betreffen.
Der wichtigste Prüfpunkt: Nach der Betriebskostenverordnung sind nur laufende, gebäudebezogene Sach- und Haftpflichtversicherungen umlagefähig. Nicht auf Mieter abgewälzt werden dürfen private Policen des Vermieters, Rechtsschutzkosten oder Prämien ohne Bezug zum Mietobjekt. Unsere Prüfer gleichen die benannten Versicherungen mit Mietvertrag und Abrechnung ab und achten auf doppelte Ansätze. Alles zu Versicherungen »
Hauswartkosten erreichen in Erfurt 0,33 € pro Quadratmeter im Monat und erscheinen in 79 % der Abrechnungen. Der Anstieg um +19,9 % macht die Abgrenzung der ausgeführten Tätigkeiten besonders relevant. Umlagefähig sind laufende Arbeiten am Gebäude, nicht jedoch Verwaltung, Reparaturen oder Instandhaltung.
Häufigster Fehler: Hauswartrechnungen enthalten oft Tätigkeiten, die nach der Betriebskostenverordnung nicht zu den umlagefähigen Betriebskosten gehören. Dazu zählen Verwaltungsaufgaben sowie Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten. Werden Reinigung oder Gartenpflege zusätzlich separat berechnet, prüfen wir außerdem mögliche Doppelansätze. Der Vermieter muss die nicht umlagefähigen Anteile nachvollziehbar herausrechnen. Alles zu Hauswartkosten »
Aufzugskosten finden sich in 35 % der geprüften Erfurter Abrechnungen. Wo ein Aufzug vorhanden ist, fallen durchschnittlich 0,32 € pro Quadratmeter im Monat an. Der Anstieg um +21,4 % kann aus höheren laufenden Kosten entstehen, darf aber keine Reparaturen oder Erneuerungen enthalten.
Worauf unsere Prüfer achten: Die Betriebskostenverordnung erlaubt die Umlage des Betriebsstroms sowie laufender Überwachung, Pflege und Prüfung eines Aufzugs. Reparaturen, Ersatzteile und Modernisierungskosten bleiben Sache des Vermieters. Bei Vollwartungsverträgen muss deshalb geprüft werden, ob nicht umlagefähige Bestandteile abgezogen wurden. Auch der vereinbarte Verteilerschlüssel muss korrekt angewendet sein. Alles zu Aufzugskosten »
Die Gartenpflege ist mit +65,2 % der stärkste Kostensteiger in Erfurt. Sie erscheint in 59 % der Abrechnungen und kostet durchschnittlich 0,23 € pro Quadratmeter im Monat. Bezahlt werden laufende Arbeiten an gemeinschaftlich nutzbaren Außenflächen, nicht deren erstmalige Anlage oder grundlegende Umgestaltung.
Der wichtigste Prüfpunkt: Nach der Betriebskostenverordnung dürfen laufende Pflegearbeiten für gemeinschaftliche Grünflächen umgelegt werden. Eine Neuanlage, größere Umgestaltung oder die Beseitigung von Schäden gehört dagegen nicht in die Nebenkostenabrechnung. Rechnungen sollten erkennen lassen, welche Arbeiten ausgeführt und welchem Zeitraum sie zugeordnet wurden. Unsere Prüfer achten zudem darauf, ob dieselben Tätigkeiten bereits über den Hauswart abgerechnet sind. Alles zu Gartenpflege »
Entwässerung wird in 100 % der Erfurter Abrechnungen angesetzt. Die Position kostet durchschnittlich 0,18 € pro Quadratmeter im Monat und stieg um +13,9 %. Sie umfasst laufende Gebühren für die Ableitung von Schmutz- und Niederschlagswasser, soweit diese dem Mietobjekt zuzuordnen sind.
Worauf unsere Prüfer achten: Entwässerungskosten sind nach der Betriebskostenverordnung grundsätzlich umlagefähig, wenn der Mietvertrag dies vorsieht. Die Abrechnung muss jedoch zwischen laufenden Gebühren und nicht umlagefähigen Arbeiten an Leitungen oder Anlagen unterscheiden. Typische Fehler entstehen durch falsche Flächen, unpassende Verteilerschlüssel oder Kosten außerhalb des Abrechnungszeitraums. Bei verbundenen Wasserpositionen prüfen wir außerdem, ob Beträge doppelt auftauchen. Alles zu Entwässerung »
Zwei Fristen laufen unabhängig voneinander. Die eine bindet Ihren Vermieter, die andere Sie.
Ihr Vermieter hat zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums Zeit, die Abrechnung zuzustellen. Versäumt er die Frist, kann er grundsätzlich keine Nachzahlung mehr fordern. Ein Guthaben muss er Ihnen trotzdem auszahlen.
Noch keine Abrechnung für 2025 erhalten? Dann läuft die Zeit für Ihren Vermieter, nicht für Sie.
Ihre Einwendungsfrist läuft zwölf Monate ab Zugang der Abrechnung, nicht ab dem Abrechnungsjahr. Eine Abrechnung für 2024, die Ihnen im Oktober 2025 zugestellt wurde, können Sie heute noch angreifen.
Ist die Abrechnung formell fehlerhaft, beginnt die Frist erst mit Zugang einer korrekten Abrechnung. Maßgeblich ist der Zugang, nicht das Erstellungsdatum. Zum ausführlichen Fristenrechner »
Wir sind nicht der offizielle Mietspiegel für Erfurt. Diesen gibt in der Regel die zuständige Kommune heraus. Er dient der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete und ist die maßgebliche Grundlage bei Mieterhöhungen.
Was wir zusätzlich liefern, ist der warme Teil der Rechnung. Der offizielle Mietspiegel endet bei der Nettokaltmiete. Unsere Auswertung basiert nicht auf Befragungen, sondern auf echten Unterlagen: geprüften Nebenkostenabrechnungen, Mietverträgen und Belegen. Jede Position wurde von einem Prüfer einzeln durchgerechnet.
Für Kommunen, Verwaltungen, Mietervereine und wissenschaftliche Einrichtungen stellen wir ausführliche Auswertungen bereit. Zur Zusammenarbeit » oder direkt an [email protected]
Datenbasis: 109 Nebenkostenabrechnungen aus Erfurt, eingereicht von Mietern und vollständig durch Mineko-Prüfer ausgewertet. Rollierend über die letzten zwölf Monate bis 30.06.2026.
Lagemaß: Gesamtwerte als Median über alle Abrechnungen, Einzelpositionen als Mittelwert nur der Abrechnungen, in denen die Position vorkommt. Deshalb addieren sich die Positionen nicht zum Gesamtwert.
Fehlerquote: Die 95 % beziehen sich auf geprüfte Abrechnungen. Da Mieter überwiegend dann prüfen lassen, wenn sie einen Verdacht haben, ist die Stichprobe selbstselektiert. Wo wir mehr Abrechnungen je Einwohner prüfen, liegt die Quote niedriger. Der belastbare Wert liegt näher an 90 als an 95 Prozent.
Kaltmiete: Aus den eingereichten Mietverträgen, überwiegend Bestandsmieten und keine Angebotsmieten. Der Wert liegt entsprechend zwischen dem Median des offiziellen Mietspiegels und den Portalpreisen.
Vollständige Methodik und Datenqualitätskriterien »
Hinweis zur Datennutzung: Die auf dieser Seite veröffentlichten Kennzahlen dürfen unter Nennung der Quelle „Mineko Mietspiegel Erfurt" zitiert werden. Für Online-Veröffentlichungen bitten wir um eine Verlinkung auf diese Seite. Diagramme, weiterführende Datenauswertungen und Pressematerial stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.
Die Mineko-Mietspiegel basieren nicht auf Schätzungen oder Angebotsmieten, sondern auf tatsächlich geprüften Betriebskostenabrechnungen. Dadurch liefern sie belastbare Einblicke in kalte und warme Nebenkosten und ergänzen bestehende Mietspiegel um reale Betriebskostendaten.
Vergleichen Sie zuerst die Einzelpositionen mit den Erfurter Medianwerten auf dieser Seite. Auffällig hohe Posten, eine fehlende Belegeinsicht oder eine verspätete Abrechnung sind häufige Ansatzpunkte für einen Widerspruch. Mineko prüft Ihre Abrechnung Position für Position.
In den geprüften Erfurter Abrechnungen fanden unsere Prüfer im Schnitt 362 € an fehlerhaften oder strittigen Positionen. In 87 % der Fälle wurde eine Nachzahlung gefordert, im Schnitt 842 €. Eine Prüfung deckt solche Fehler auf, bevor Sie zahlen.
Weil jede Position der Durchschnitt nur der Abrechnungen ist, in denen sie tatsächlich vorkommt. Der Gesamtwert von 3,70 € je Quadratmeter ist dagegen der Median über alle Erfurter Abrechnungen und liegt deshalb unter der Summe der Einzelpositionen.
In der Regel nicht mehr. Das Nebenkostenprivileg für Kabelanschlüsse ist zum 30.06.2024 entfallen, seitdem dürfen Sammelverträge grundsätzlich nicht mehr pauschal über die Betriebskosten umgelegt werden. Steht in Ihrer Erfurter Abrechnung noch eine Kabelposition, lohnt der genaue Blick.
Aus 109 von Mineko geprüften Abrechnungen ergeben sich für Erfurt 3,70 € pro Quadratmeter und Monat, also 3.725 € im Jahr bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 83,9 m². Das liegt 323 € über dem bundesweiten Vergleichswert von 3.402 €.
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Für Jobcenter, Sozialämter, Kommunen und Mietspiegelstellen bieten wir Datenauswertungen und professionelle Prüfungen mit messbaren Einsparpotenzialen.
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Bei über 16 Rechtsschutzversicherungen inbegriffen, sonst kostenlose Prüfung - nach Prüfung entscheiden Sie, ob Sie Prüfbericht und Widerspruchsschreiben ab 49 € erwerben möchten.
Bei Gewerbe zählt der Mietvertrag, nicht die BetrKV. Wir prüfen Vertrag und Abrechnung zusammen, rückwirkend bis zu drei Jahre. Individuelles Angebot.
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