Rauchmelderkosten in der Nebenkostenabrechnung

Vielen Mietern werden von ihren Vermietern im Zuge der jährlichen Nebenkostenabrechnung auch Kosten für Rauchmelder berechnet. Ob diese wirklich auf Mieter umlagefähig sind, ist sehr umstritten. An sich sieht die gesetzliche Betriebskostenverordnung Rauchmelder nicht vor, dennoch legen sie viele Vermieter unter der Kostenstelle „Sonstige Betriebskosten“ oftmals auf Mieter um. Da in vielen Bundesländern eine Pflicht zum Einbau von Rauchmeldern besteht, sind die Meinungen über die Umlage kontrovers.

Inhalt:

Umlage von Unterhaltskosten für Rauchmelder ist umstritten

Ob die laufenden Kosten für die Wartung von Rauchmeldern im Zuge der Nebenkostenabrechnung auf den Mieter umlegbar sind, ist sehr umstritten.

Die laufenden Kosten können sich je nach Rauchmeldertyp entweder auf die jährliche Wartung der Funktionstüchtigkeit oder bei batteriebetriebenen Rauchmeldern auf den Austausch der Batterien beziehen.

Das Landgericht Magdeburg beispielsweise entschied, dass die Kosten, welche Vermietern für die Anmietung und die Wartung von Rauchmeldern entstehen, als Betriebskosten auf Mieter umlagefähig sind.

Das Amtsgericht Wandsbek im Hamburg gab hingegen einer Mieterin Recht, die gegen die Umlegung von jährlich 12€ für Rauchmelder geklagt hatte. Der Richter kam im besagten Fall zu dem Schluss, dass die Umlage von Kosten für Rauchmelder rechtswidrig sei.

Die Unklarheit über die Umlagefähigkeit rührt daher, dass es zum Thema „Umlage der Kosten für Rauchmelder“ noch immer kein höchstrichterliches Urteil gibt, das eine Referenz für zukünftige Fälle bildet.

Um keine Unklarheiten aufkommen zu lassen, sollten Mieter und Vermieter sich bereits im Mietvertrag über eine Umlage der Rauchmelder-Kosten einig werden. Sollte es zu einem nachträglichen Einbau von Rauchmeldern kommen, sollten die Vertragsparteien bestenfalls eine schriftliche Vereinbarung über die Kostenumlage treffen.

Nachrüstung kann zur Mieterhöhung führen!

In vielen Bundesländern müssen Vermieter in Bestandsimmobilien laut Gesetz Rauchmelder nachrüsten bzw. bei Neubauten einbauen. Da es sich bei den Kosten für die Nachrüstung um Modernisierungsmaßnahmen handelt, können diese zu 11% auf die Jahresmiete aufgeschlagen werden. Da der Vermieter für den Fall, dass er die Rauchmelder nicht nachrüstet, pflichtwidrig handeln würde, ist eine solche Mieterhöhung als gerechtfertigt anzusehen.

Doch auch in Bundesländern, in welchen für Vermieter keine Pflicht zur Nachrüstung besteht, kann der Einbau von Rauchmeldern zu einer gerechtfertigten Mieterhöhung führen. Denn durch einen Einbau von Rauchmeldern erhöht sich die Sicherheit einer Wohnung und somit ihr Gebrauchswert, was wiederum eine Anhebung der Miete durchaus rechtfertigt.

Wurden die Kosten bei Ihnen richtig umgelegt?

Ob die Kosten für Rauchmelder in Ihrem Fall korrekt in der Nebenkostenabrechnung umgelegt wurden, lässt sich durch eine Prüfung feststellen. Die Erfahrung aus mehr als 52.000 geprüften Nebenkostenabrechnungen zeigt: Über 81 Prozent der geprüften Abrechnungen sind fehlerhaft. Die durchschnittliche Ersparnis beträgt 221 Euro!

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