Welche Rechte und Pflichten gelten im gemieteten Garten?

Pflichten im gemieteten Garten - MINEKO
  • Wird ein Garten mitvermietet, dann darf der Vermieter ihn nicht mehr ohne Weiteres betreten und hat auch keine Weisungshoheit über seine Pflege und Gestaltung.
  • Mieter dürfen in einem gemieteten Garten z.B. Blumen pflanzen, Beete anlegen und sogar ein Gartenhaus errichten.
  • Der Mieter muss jedoch auch für die Pflege des Gartens sorgen und muss ihn am Ende des Mietvertrags wieder in seinen Ursprungszustand zurückversetzen.
  • Sind Bestimmungen zur Haltung von Tieren im Garten getroffen, muss sich der Mieter auch daran halten.

Wird ein Garten zu einer Wohnung oder einem Haus mitvermietet, dann hat der Vermieter darin kaum noch etwas zu sagen. Der Mieter kann in dem Garten größtenteils schalten und walten, wie er möchte. Es gelten dieselben Regeln wie für die Wohnung. Er ist jedoch auch für die Pflege des Gartens zuständig und muss z.B. Gartengeräte auf eigene Kosten anschaffen. Wie die Pflege durchzuführen ist, darf der Vermieter dem Mieter jedoch nicht vorschreiben – also etwa wann und wie häufig er Unkraut jäten oder den Rasen mähen soll. Er darf den Garten noch nicht einmal mehr ohne Genehmigung des Mieters betreten. Sind jedoch spezielle Vereinbarungen zum Garten getroffen, dann muss dem Vermieter auch Gelegenheit gegeben werden, deren Einhaltung zu überprüfen.

Was passiert, wenn der Mieter den Garten nicht pflegt?

Pflegt der Mieter trotz entsprechender Vereinbarung den Garten nicht, ist der Vermieter auch berechtigt, eine Firma damit zu beauftragen und dem Mieter die Kosten in Rechnung zu stellen, entschied das Landgericht (LG) Köln. Überdies ist der Mieter verpflichtet, der Firma Zugang zum Garten zu gewähren. Handelt der Mieter nachweislich vertragswidrig und lässt den Garten völlig verwahrlosen, dann kann das sogar ein Grund für eine fristlose Kündigung sein.

So geschehen in einem Fall vor dem Amtsgericht München, in dem die Mieter den Garten entgegen den vertraglichen Bestimmungen praktisch wie einen Bauernhof benutzt haben und darauf diverse Tiere hielten, obwohl nur Hunde erlaubt gewesen wären. Dabei waren unter anderem drei Schweine, die die Rasenflächen völlig zerstörten und diverse Kleintierställe. Das Gericht sah es als erweisen an, dass hier der Mietvertrag verletzt wurde und darüber hinaus der Wert des Grundstücks bedroht war. Die fristlose Kündigung wurde bestätigt.

Vermietete Gärten dürfen verändert werden

Obwohl der Mieter keine Pflanzen, Bäume und Büsche einfach mutwillig entfernen darf, die in einem gemieteten Garten bereits vorhanden waren – es sei denn, es ist etwas anderes vereinbart – so darf er doch eigene Dinge hinzufügen. Zulässig ist etwa das Anlegen zusätzlicher Beete und auch das Anlegen eines kleinen Teiches. Dem Mieter steht frei, einen Ziergarten oder ein Gemüsebeet zu bepflanzen und Blumen auszusähen. Was er nicht darf, ist Cannabis anbauen. (Bei Drogen in der Wohnung gelten relativ strenge Regeln. Vor allem, wenn es zu Schäden durch Polizeieinsätze kommt.) Es ist auch nicht notwendig, einen englischen Rasen aufrecht zu erhalten, wenn man eine wilde Blumenwiese bevorzugt, entschied ebenfalls das LG Köln.

Zur Nutzung von Gärten gehört im Übrigen auch, dass neben den Kindern eines Mieters auch deren Freunde darin spielen können. Der Mieter darf sogar ein Gartenhaus errichten, ein Spielhaus für die Kinder aufstellen bzw. einen Sandkasten anlegen und auch einen Pavillon aufbauen, im Gegensatz zur Terrasse. Das Abgrenzungskriterium ist hier, ob es sich um wesentliche bauliche Veränderungen handelt oder nicht. Beim Spielhaus für das Kind entschied ein Gericht, dass das nicht zutrifft. Es sagte, dass es sich dabei lediglich um eine zeitweise Umgestaltung des Gartens handeln und das bei der Vermietung dazugehören würde.

Fragen zu Ihrer Nebenkostenabrechnung?

Wenden Sie sich einfach für ein kostenloses Erstgespräch an unsere Rechtsexperten. Sie erreichen uns unter 030 588 494 54.

Bei Balkonen und Terrassen hingegen ist das Abgrenzungskriterium für die Zulässigkeit dessen, was der Mieter darf, bereits die optische Veränderung. So erging ein Urteil, das besagte, dass ein Pavillon auf der Terrasse das Aussehen der Immobilie zu stark verändere. Die Vermieterin durfte den Mietern das Aufstellen verbieten.

Was immer der Mieter jedoch in dem Garten anlegt und aufstellt, er muss den Garten auf Wunsch des Vermieters wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzen, wenn er auszieht. Für Pflanzen, Büsche und Bäume, die nicht mehr umpflanzbar sind – die er also nicht mitnehmen kann – kann er auch keine Entschädigung vom Vermieter erwarten, wenn das nicht vereinbart wurde und dieser sie behalten möchte.

Von allen Mietern nutzbare Gärten

Wenn es keine besonderen Vereinbarungen gibt, dann steht der Garten eines Mietshauses allen Mieters zur Verfügung. Es versteht sich übrigens nicht von selbst, dass Erdgeschossmietern automatisch auch eine exklusive Nutzung des Gartens zusteht. Genauso wenig sind sie automatisch verpflichtete, sich um die Pflege des Gartens zu kümmern.

Bei Gärten, die der gesamten Mieterschaft zur Verfügung stehen oder auch einfach nur der Verschönerung dienen, ist grundsätzlich der Vermieter dafür zuständig, die Flächen zu pflegen. Er kann jedoch auch mit einem der Mieter vereinbaren, dass dieser die Aufgabe übernimmt. Der Mieter ist auch in diesem Fall dafür zuständig, Gerätschaften zur Gartenpflege anzuschaffen und sie auch instand zu halten.

Die Kosten, die für die Gartenpflege anfallen, sind im Rahmen der Nebenkostenabrechnung umlagefähig. Natürlich nur, wenn es sich um Gartenflächen handelt, die allen Mietern nutzen.

Wie können Sie Ihre Nebenkosten prüfen lassen?

Nebenkosten sind rechtlich komplex und rechnerisch kompliziert. Die beste Möglichkeit ist daher, die Abrechnung von einem Experten prüfen zu lassen. Ob sich das lohnt, können Sie in unserem kostenlosen Schnell-Check in nur 2 Minuten herausfinden.

Nebenkosten prüfen lassen - MINEKO
Nebenkosten prüfen lassen - MINEKO
Heizen im Herbst - MINEKO