Rechte und Pflichten im gemieteten Garten

Wird ein Garten zu einer Wohnung oder einem Haus mitvermietet, dann hat der Vermieter darin kaum noch etwas zu sagen. Der Mieter kann in dem Garten größtenteils schalten und walten, wie er möchte. Es gelten dieselben Regeln wie für die Wohnung. Er ist jedoch auch für die Pflege des Gartens zuständig und muss z.B. Gartengeräte auf eigene Kosten anschaffen. Wie die Pflege durchzuführen ist, darf der Vermieter dem Mieter jedoch nicht vorschreiben – also etwa wann und wie häufig er Unkraut jäten oder den Rasen mähen soll. Er darf den Garten noch nicht einmal mehr ohne Genehmigung des Mieters betreten. Sind jedoch spezielle Vereinbarungen zum Garten getroffen, dann muss dem Vermieter auch Gelegenheit gegeben werden, deren Einhaltung zu überprüfen.

Inhalt:

Regeln für Gärten, die alle Mieter nutzen:

Gibt es keine besonderen Vereinbarungen, dann steht der Garten eines Mietshauses allen Mietern zur Verfügung. Es versteht sich übrigens nicht von selbst, dass Erdgeschossmietern automatisch auch eine exklusive Nutzung des Gartens zusteht. Genauso wenig sind sie automatisch verpflichtete, sich um die Pflege des Gartens zu kümmern.

Die Kosten, die für die Gartenpflege anfallen, sind im Rahmen der Nebenkostenabrechnung umlagefähig. Natürlich nur, wenn es sich um Gartenflächen handelt, die allen Mietern nutzen. Weitere Informationen zu der Umlage von Gartenpflege können Sie hier nachlesen!

Was passiert, wenn der zuständige Mieter den Garten nicht pflegt?

In manchen Fällen wurde von Vermieter und Mieter im Mietvertrag festgehalten, dass der Mieter für die Pflege des Gartens verantwortlich ist. Zu seinen Aufgaben gehört dann die alltägliche Instandhaltung, sprich Rasen mähen, Blumen gießen etc.

Für schwerere Arbeiten wie das Fällen von Bäumen oder das Umgraben kompletter Beete ist dann jedoch vom Vermieter ein entsprechendes Gartenunternehmen zu beauftragen. Hier endet die Verantwortung des Mieters für den Garten.

Anders herum gilt ebenfalls: Pflegt der Mieter trotz entsprechender mietvertraglicher Vereinbarung den Garten nicht, ist der Vermieter berechtigt, eine Firma damit zu beauftragen und dem Mieter die Kosten komplett in Rechnung zu stellen, entschied das Landgericht Köln im Jahr 2010. Der Mieter ist in diesem Fall dann verpflichtet, der Firma Zugang zum Garten zu gewähren. Handelt der Mieter nachweislich vertragswidrig und lässt den Garten völlig verwahrlosen, kann das sogar ein Grund für eine fristlose Kündigung sein!

So geschehen in einem Fall vor dem Amtsgericht München, in dem die Mieter den Garten entgegen den vertraglichen Bestimmungen praktisch wie einen Bauernhof nutzten und diverse Tiere hielten, obwohl nur Hunde erlaubt waren. Unter den Tieren waren unter anderem drei Schweine, die die Rasenflächen völlig zerstörten. Das Gericht sah es als erweisen an, dass hier der Mietvertrag verletzt wurde und darüber hinaus der Wert des Grundstücks bedroht war. Die fristlose Kündigung wurde bestätigt.

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Vermietete Gärten dürfen verändert werden!

Der Mieter darf keine Pflanzen, Bäume und Büsche einfach mutwillig entfernen, die in einem gemieteten Garten bereits vorhanden waren! Wurde im Mietvertrag nichts anderes vereinbart, darf er jedoch eigene Dinge hinzufügen. Zulässig ist etwa das Anlegen zusätzlicher Beete und auch das Anlegen eines kleinen Teiches. Dem Mieter steht frei, einen Ziergarten oder ein Gemüsebeet zu bepflanzen und Blumen auszusäen.

Zur Nutzung von Gärten gehört im Übrigen auch, dass neben den Kindern eines Mieters auch deren Freunde darin spielen können. Der Mieter darf für diese sogar ein Gartenhaus errichten, ein Spielhaus für die Kinder aufstellen bzw. einen Sandkasten anlegen oder auch einen Pavillon aufbauen. Entscheidender Punkt ist hier, ob es sich um wesentliche bauliche Veränderungen handelt oder nicht. Beim Spielhaus für das Kind entschied ein Gericht, dass das nicht zutrifft. Es sagte, dass es sich dabei lediglich um eine zeitweise Umgestaltung des Gartens handeln und das bei der Vermietung dazugehören würde.

Was gilt für Balkone und Terrassen?

Bei Balkonen und Terrassen hingegen ist bereits eine kleine optische Veränderung ausschlaggebend. Ein Pavillon auf der Terrasse eines Reihenhauses verändert das Aussehen einer Immobilie schon so stark, dass der Vermieter hierfür ein Verbot aussprechen kann. So erging im Jahr 2013 in Berlin-Spandau ein Urteil das besagte, dass ein Pavillon auf der Terrasse das Aussehen des Reihenhauses zu stark verändere. Die Vermieterin durfte den Mietern das Aufstellen verbieten.

Was immer der Mieter in dem Garten anlegt und aufstellt, er muss den Garten auf Wunsch des Vermieters wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzen, wenn er auszieht. Für Pflanzen, Büsche und Bäume, die nicht mehr umpflanzbar sind – die er also nicht mitnehmen kann – kann er auch keine Entschädigung des Vermieters erwarten, wenn das nicht vereinbart wurde und dieser sie behalten möchte.

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