Vertragspartner beim Abschluss des Mietvertrags

Mietvertrag: Teil 1 – Standard- oder Individualmietvertrag?

Der wichtigste Punkt beim Einzug in eine neue Wohnung ist die Unterzeichnung des Mietvertrags. In diesem werden die Rahmenbedingungen für das Mietverhältnis und somit die Rechte und auch die Pflichten sowohl von Mietern als auch Vermietern festgehalten. Es gibt viele verschiedene Arten von Mietverträgen. In der Regel werden sogenannte Standard- oder Formularmietverträge verwendet. Demgegenüber stehen individuell aufgesetzte Vertragswerke. Im Folgenden wird gezeigt, worin der Unterschied zwischen den beiden Arten des Mietvertrags besteht und welche Anforderungen an diese gestellt werden. Zudem werden die Vor- und Nachteile erläutert.

Was sind Standard- bzw. individuelle Mietverträge?

Bei den meisten abgeschlossenen Mietverträgen handelt es sich um Standard- oder Formularmietverträge. Diese werden vom Vermieter erstellt und nicht weiter verhandelt, sie sind demnach einseitig aufgesetzt. Ein individueller Mietvertrag ist dagegen von beiden Seiten, also Mieter und Vermieter, ausgehandelt worden. Beim Abschluss herrscht das Prinzip der Vertragsfreiheit vor, wonach praktisch alles Mögliche beschlossen werden kann, sobald sich die Vertragspartner einig sind. Ein solcher Vertrag ist auch dann gültig, wenn eine der beiden Parteien schlechter gestellt wird. Voraussetzung ist die vorherige Einigung von Mieter und Vermieter über die entsprechenden Klauseln. Das erfordert natürlich mehr Zweitaufwand für den Vermieter.

Anforderungen

Da ein Standardmietvertrag einseitig durch den Vermieter ausgehandelt wird, unterliegt er gesetzlichen Regelungen. Er muss die Anforderungen an Allgemeine Geschäftsbedingungen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch erfüllen. Diese Bestimmung gilt nicht für individuelle Mietverträge, da hier beide Seiten ein Mitsprecherecht über die einzelnen Vertragspunkte haben. Als Voraussetzung für die Gültigkeit eines Individualmietvertrages muss zudem die Mündigkeit der Parteien gegeben sein. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass nur einzelne Punkte im Mietvertrag individuell vereinbart werden, während der Rest einem gängigen Standardmietvertrag entspricht. Dieser gilt dann trotzdem als Formularvertrag und unterliegt somit den Bestimmungen zu AGBs des Bürgerlichen Gesetzbuches.

Vor- und Nachteile

Für Mieter erscheint auf den ersten Blick ein individueller Mietvertrag vorteilhaft, da sie ihre eigenen Vorstellungen über einzelne Vertragspunkte einbringen können. Es gilt hierbei jedoch zu beachten, dass die gesetzlichen Regelungen strenge Richtlinien bei Standardmietverträgen ansetzen. Da dies nicht für Individualvereinbarungen gilt, kann das dazu führen, dass manche Klauseln, die in einem Standardmietvertrag unzulässig sind, in Individualvereinbarungen volle Gültigkeit besitzen. Zudem wird Standardmietverträgen nicht jede Einzelheit reguliert, wodurch der Mieter wirklich nur die Verbindlichkeiten leisten muss, die auch im Mietvertrag vereinbart sind.