Heizkostenabrechnung bei Mieterwechsel ohne Zwischenablesung

  • kann keine Zwischenablesung durchgeführt werden, dann werden die gesamten Kosten wie die Grundkosten verteilt
  • das gilt nur, wenn die Zwischenablesung tatsächlich technisch nicht möglich oder nicht sinnvoll war
  • technisch nicht sinnvoll sind Zwischenablesungen vor allem bei Verdunstungsgeräten am Anfang und am Ende der Heizperiode
  • möglich sind auch abweichende Vereinbarungen im Mietvertrag, die eine Zwischenablesung überflüssig machen

Wenn ein Mieterwechsel mitten im Abrechnungszeitraum stattfindet, dann schreibt § 9b der Heizkostenverordnung (HeizKV) eine Zwischenablesung der Stände des Heizungs- und Warmwasserverbrauchs vor. Heizung und Warmwasser werden in der Heizkostenabrechnung jeweils teilweise als Grundkosten abhängig von der Wohnfläche und teilweise nach Verbrauch abgerechnet. Um den Verbrauch genau festzustellen, muss eine Zwischenablesung erfolgen, damit der ausziehende Mieter nicht am Ende den gesamten Abrechnungszeitraum zahlt. So wird sichergestellt, dass der neue und alte Mieter tatsächlich nur das zahlen, was sie an Wärme und Wasser verbraucht haben. Zusätzlich zum gemessenen Verbrauch müssen außerdem die Grundkosten verteilt werden.

Ausgebliebene Zwischenablesung des Verbrauchs

Doch sieht § 9b auch den Fall vor, dass keine Zwischenablesung möglich ist – also der Verbrauch der Mieter nicht einzeln ermittelt werden kann. Dann greifen als Alternative die Verteilungsmethoden der Grundkosten in Heizkostenabrechnungen. Die Grundkosten des Heizbedarfs können nach Gradtagszahlen oder zeitanteilig und der Warmwasserverbrauch zeitanteilig auf Alt- und Neumieter verteilt werden. Gradtagszahlen geben den Heizbedarf pro Monat in Anteilen von 1000 an. Kalten Monaten wird ein höherer Anteil zugewiesen und warmen Monaten ein geringerer. Auf diese Weise spiegeln sie den unterschiedlichen Heizbedarf der verschiedenen Jahreszeiten wider. Dafür, dass die alternativen Verteilungsmethoden greifen, muss die Ablesung jedoch tatsächlich technisch nicht möglich oder nicht sinnvoll gewesen sein. Das ist nicht der Fall, wenn die Zwischenablesung einfach nicht durchgeführt oder deren Unmöglichkeit von einer der Parteien verschuldet wurde. Hat es etwa der Vermieter zu verantworten, dass die Zwischenstände nicht ermittelt wurden, obwohl eine Zwischenablesung technisch möglich gewesen wäre, bekommt der Mieter ein Kürzungsrecht. Hat der Vermieter, anstelle den Verbrauch zu ermitteln, einfach den gesamten Heizungs- und/ oder Warmwasserverbrauch nach Wohnfläche verteilt, kann der Mieter auch diesen Betrag um 15 Prozent reduzieren.