Sonstige Betriebskosten in der Nebenkostenabrechnung

Zusätzlich zu den 16 gängigen Betriebskosten-Arten kann der Vermieter als 17. Kostenpunkt die „sonstigen Betriebskosten“ auf die Mieter umlegen. Dabei handelt es sich um eine Vielzahl verschiedener Kosten. Trotzdem dürfen keinesfalls einfach übergebliebene Kosten unter diesem Punkt umgelegt werden. Auch hier hat der Gesetzgeber wirksame Regeln aufgestellt.

Inhalt:

Wann sind „sonstige Betriebskosten“ umlagefähig?

Die „sonstigen Betriebskosten“ sind nur dann umlagefähig, wenn der Vermieter mit dem Mieter die einzelnen Positionen detailliert im Mietvertrag vereinbart hat. Nur ein Verweis auf „sonstige Betriebskosten“ ist nicht ausreichend, da dieser zu unbestimmt ist. Bei den „sonstigen Betriebskosten“ muss es sich um laufende Kosten handeln und nicht um einmalig anfallende Betriebskosten.

Eine Ausnahme besteht, wenn der Mieter einer Immobilie die „sonstigen Betriebskosten“ jahrelang gezahlt hat, obwohl diese von Anfang an nicht im Mietvertrag aufgeführt worden sind. Darin kann eine stillschweigende Vereinbarung des Inhaltes liegen, sodass der Mieter die „sonstigen Betriebskosten“ anerkannt hat.
In der Nebenkostenabrechnung müssen die Kosten der „sonstigen Betriebskosten“ einzeln und nachvollziehbar aufgeführt werden.

Welche Kosten gehören zu den „sonstigen Betriebskosten“?

Als „Sonstige Betriebskosten“ werden folgende Kosten anerkannt:

  • Überprüfungskosten eines Abflussrohres
  • Reinigung der Abwasseranlagen
  • Beleuchtungskosten für den Heizraum (wenn sie nicht beim Allgemeinstrom erfasst wurden)
  • Reinigung der Lichtschächte
  • Reinigung der Müllbehälter (kann auch auf die Kostenart Hausmeister umgelegt werden)
  • Aufwendungen für eine Videoüberwachungsanlage (sofern diese erforderlich und es datenschutzrechtlich zulässig ist)
  • Wartung von Alarmanlagen
  • Druck- und Dichtigkeitsprüfung von Gasleitungen
  • Wartungskosten für installierte Haustechnik
  • Spülung der Fußbodenheizung
  • Wartung des Blitzableiters
  • Wartung von Feuerlöschern und brandschutztechnische Einrichtungen (Brandmelde- und Sprinkleranlagen)
  • Reinigung von Dachrinnen, wenn das Mietobjekt von einem hohen Baumbestand umgeben ist (keine einmalige Reinigung der verstopften Dachrinne!)
  • Kosten für Dachrinnenheizung (für mögliche herabfallende Eiszapfen, um Personenschäden zu vermeiden)
  • Wartung von CO2-Warnanlagen in den Tiefgaragen
  • Kosten für die Reinigung von Glasdächern oder Rollläden

An dieser Stelle nochmal der Hinweis: Möchte Ihr Vermieter diese Kosten auf Sie umlegen, dann muss dazu eine mietvertragliche Vereinbarung getroffen worden sein. Besteht diese nicht, kann der Vermieter diese Kosten auch nicht in den sonstigen Betriebskosten umlegen!

Welche Kosten werden nicht anerkannt?

Diese „Sonstigen Betriebskosten“ werden nicht anerkannt:

  • Verwaltungskosten (Kosten der zur Verwaltung des Gebäudes erforderlichen Arbeitskräfte, Einrichtungen und vom Vermieter persönlich geleistete Verwaltungsarbeit)
  • Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten (Kosten, welche zur Erhaltung einer Immobilie entstehen, durch Abnutzung, Alterung und Witterungseinwirkung entstehende bauliche oder sonstige Mängel, um diese ordnungsgemäß zu beseitigen)
  • Wartung der Klingelanlage bzw. Gegensprechanlage
  • Wartungs- bzw. Überprüfungskosten für Fenster
  • Die Kosten für eine Graffiti-Entfernung bei einer aufwendigen Reinigung oder wenn diese überstrichen werden muss

Diese Kosten muss der Vermieter stets in vollem Umfang selbst tragen. Legt er diese Kosten auf seine Mieter um, entstehen formelle Fehler und die Zahlung des Mieters ist hinfällig!

Wurden bei Ihnen falsche Kosten umgelegt?

Nebenkostenabrechnungen sind rechnerisch komplex und inhaltlich kompliziert. Besonders die „sonstigen Betriebskosten“ sind sehr anfällig für Fehler. Die Erfahrung aus mehr als 52.000 geprüften Nebenkostenabrechnungen zeigt: Über 80% der Nebenkostenabrechnungen sind fehlerhaft! Die durchschnittliche Ersparnis liegt bei 221 Euro!

Jetzt ganz einfach die Nebenkostenabrechnung hochladen. Sie erhalten innerhalb von 48 Stunden einen persönlichen Prüfbericht sowie ein individuelles Widerspruchsschreiben für Ihren Vermieter!

Zahlreiche namhafte Kooperationspartner beanspruchen jährlich die Mineko Prüfung der Nebenkostenabrechnung.