Heizkostenverteiler Teil 2 – elektronische Geräte

Neben Verdunstern sind elektronische Heizkostenverteiler die am häufigsten benutzen Messgeräte für den Heizverbrauch. Denn damit eine Heizkostenabrechnung angefertigt werden kann, muss genau ermittelt werden, welcher Mieter wie viel geheizt hat. Heizkosten werden in der jährlichen Heizkostenabrechnung zum Teil nach Verbrauch und zum Teil nach Wohnfläche umgelegt.

Elektronische Heizkostenverteiler messen in der Regel sowohl die Temperatur im Raum als auch die Temperatur der Heizung zusammen mit der Zeit, die sie in Betrieb ist. Daraus wird der Heizverbrauch ermittelt. Dieser wird auf einer digitalen Anzeige in Ziffern ausgegeben, wodurch das Ablesen der Werte einfacher und eindeutiger ist, als etwa bei Verdunstern. Bei Letzteren ist die Ablesung der Verbrauchswerte schwieriger, weil diese anhand des Standes einer Flüssigkeit in einem Röhrchen und der darauf befindlichen Skala ermitteln werden.

Die Funktionsweise elektronischer Heizkostenverteiler

Es gibt innerhalb dieser Art von Verteilern unterschiedliche Varianten. Die einfachste Variante sind Kompakt-Einfühlergeräte, die nur die mittlere Heizköpertemperatur messen. Diese Geräte gehen davon aus, dass im Zimmer stets 20 Grad Celsius herrschen – die Temperatur wird nicht gesondert gemessen. Kompakt-Zweifühlergeräte hingegen messen beides – sowohl die Raum- als auch die Zimmertemperatur. Außerdem gibt es noch Dreifühlergeräte – zwei der Fühler messen die Oberflächentemperatur der Heizung und einer die Temperatur im Raum.

Elektronische Heizkostenverteiler sind batteriebetrieben und ihr Betrieb ist auf etwa zehn Jahre ausgelegt. Danach müssen die Geräte ausgetauscht werden, denn die Batterie ist fest darin verlötet und es wäre zu aufwendig, sie auszuwechseln. Die Kosten des Geräte-Austausches sind als Betriebskosten umlegbar. Elektronische Verteiler sind teilweise mit Funk ausgestattet, so dass die Verbrauchswerte aus der Ferne abgelesen werden können. Außerdem haben sie den Vorteil, dass sie Vorjahreswerte und Zwischenwerte speichern.

Auch elektronisch wird in zwei Drittel der Höhe abgelesen

Genauso wie Verdunster eignen sich auch elektronische Heizkostenverteiler nicht für bestimmte Heizungstypen wie etwa Fußbodenheizungen, Deckenstrahler oder Heizkörper mit Gebläse. Und auch bei dieser Art von Verteilern muss auf eine korrekte Montage geachtet werden, damit die Verbrauchswerte stimmen. Heizkostenverteiler müssen vertikal genauso wie Verdunster in einer Höhe von 75 Prozent der Heizkörpergröße angebracht werden und horizontal in der Mitte der Heizung. Das heißt auch hier: gemessen wird im oberen Drittel.

Oft beschweren sich Mieter, dass genau an dieser Stelle gemessen wird, weil hier die Heizung zuerst warm wird. Das ist jedoch genau der Grund für die Platzierung der Geräte. Nur so kann ein Durchschnittswert ermittelt werden. Denn die Heizung heizt ja bereits, wenn sie oben anfängt warm zu werden, weil dort das Wasser einströmt. Nach unten hin nimmt die Temperatur des Heizkörpers dann ab. Es würde also gerade die Werte verfälschen, wenn der Verteiler unten am Heizkörper angebracht würde. Thermostate verschärfen diese Problematik, weil sie die Warmwasserzufuhr drosseln, um eine bestimmte Temperatur zu halten. Auf diese Weise bleibt die Heizung nur oben warm und unten kalt. Wäre der Verteiler unten an der Heizung angebracht, würde er keinen Verbrauch registrieren, obwohl die Heizung an ist.

Bei Heizungen, die vom Standard abweichen, muss die Montage entsprechend angepasst werden. Ist der Heizkörper zum Beispiel besonders lang, müssen eventuell zwei Heizkostenverteiler angebracht werden, damit auch hier der richtige Verbrauch ermittelt wird. Elektronische Heizkostenverteiler sind im Übrigen sensibler als Verdunster. Es kann also passieren, dass nach einer Umrüstung von Verdunstern auf elektronische Geräte die Heizkosten ansteigen. Andererseits haben Mieter bei Anwendungsfehlern auch hier ein Kürzungsrecht nach § 12 Abs. 1 HeizkostenVO. Das gilt zum Beispiel, wenn die Verteiler nicht richtig montiert oder falsch abgelesen wurden.