Gartennutzung bei Mietshäusern

Viele Mieter wünschen sich einen Garten, den sie während der warmen Jahreszeit zum Pflanzen, zum Entspannen, Sonnen, Spielen oder auch zum Grillen nutzen können. Wenn zum Mietshaus ein Garten gehört, stellt sich jedoch die Frage nach der Nutzung. Wie dürfen Mieter den Garten nutzen? Welche Besonderheiten treten bei einem Mehrfamilienhaus auf? Und welches Mitspracherecht hat der Vermieter?

Garten mit Haus

Einfamilienhaus

Üblicherweise steht jedem Mieter die Nutzung des Gartens frei, sofern dieser mitvermietet wurde. Bei einem Einfamilienhaus ist die Sache eindeutig. Der gesamte Garten ist Bestandteil des Mietobjekts, eine Vermietung von einzelnen Teilen ist unzulässig. Umgekehrt kann eine Kündigung nur das Haus inklusive des Gartens betreffen. Da in diesem Fall nicht nur das Haus, sondern auch der Garten oder beispielsweise eine Garage zu den Bestanteilen der Mietsache gehören, ist es nicht möglich, nur einen davon zu kündigen. Der Vermieter selbst hat nur ein Nutzungsrecht, wenn dies zwischen den Vertragsparteien vereinbart wird. Fehlt eine solche Regelung, steht ausschließlich dem Mieter die Nutzung des Garten zu.

Mehrfamilienhaus

Bei einem Mehrfamilienhaus muss es über die Gartennutzung eine entsprechende Absprache im Mietvertrag geben, welche dem Mieter ein Nutzungsrecht einräumt. Ansonsten kann der Vermieter dies untersagen, unabhängig davon, ob die vermietete Wohnung sich im Erdgeschoss oder unter dem Dach befindet. Abgesehen davon, kann auch das Gewohnheitsrecht zum Tragen kommen. Dies ist dann der Fall, wenn der Garten über Jahre von den Mietern ohne die Existenz einer expliziten Regelung mitgenutzt wird . Sofern eine Gartennutzung im Mietvertrag gestattet ist, gilt sie gleichermaßen für alle Mieter. Dabei gilt es zu beachten, dass die Erlaubnis zum Aufenthalt im Garten gleichzeitig eine Verpflichtung zur Pflege desselben nach sich zieht. Jeder Mieter darf sich insoweit frei entfalten, wie es der gegenseitigen Rücksichtnahme mit den Nachbarn entspricht. Zudem können in der Hausordnung Regeln zur Nutzung des Gartens festgelegt sein.

Wie weit geht das Nutzungsrecht?

Innerhalb gewisser Grenzen können Mieter den Garten gestalten, wie es ihnen beliebt. Dies betrifft zum Beispiel das Anlegen von Beeten oder Pflanzen von Sträuchern. Zudem können nicht fest installierte Geräte wie eine Hollywoodschaukel oder ein Sandkasten aufgestellt werden. Natürlich beinhaltet ein Nutzungsrecht auch, dass in dem Garten gegrillt werden darf und dass Kinder spielen können. All dies gilt jedoch unter Prämisse, dass die Nachbarn sich durch die Aktivitäten im Garten nicht gestört fühlen. Es ist allerdings nicht zulässig, Pflanzen oder Bäume zu entfernen, die von Vermieter gepflanzt worden sind. Ein solches Vorhaben sollte immer mit selbigem abgesprochen werden. Dies gilt auch für größere Bauvorhaben wie die Errichtung des Geräteschuppens.