Der Mieterverein – Freund und Helfer

Mieter sehen sich häufig mit verschiedensten Problemen konfrontiert. Die Heizung funktioniert nicht, ein Mieterhöhung flattert ins Haus, Renovierungsarbeiten werden aufgeschoben. Wenn der Vermieter seinen Pflichten nicht nachkommt und der direkte Kontakt die Lage nicht verbessert, kann ein Mieterverein helfen.

Über die Hälfte aller Deutschen sind Mieter. Inzwischen existieren in Deutschland über 320 örtliche Mietvereine, dort können Mitglieder verschiedene Beratungsleistungen in Anspruch nehmen. Die Leistungsangebote und Kosten variieren von Mieterverein zu Mieterverein. 

Die Mietervereine schauen in Deutschland auf eine lange Tradition zurück.

Bereits 1886 entstand in Dresden der erste „Miethbewohnerverein“. Im Zuge der Industrialisierung zog es die ländliche Bevölkerung vermehrt in die Städte. Wohnungen waren Mangelware und für viele Arbeiter der neu entstandenen Fabriken nur schwer bezahlbar. Man lebte mit vielen, auf engem Raum, unter miserablen Bedingungen. Damals konnten Vermieter frei über die Vertragsbedingungen entscheiden, beispielsweise über Mietpreise sowie Mietdauer. Die damaligen Mieter waren also macht- und rechtlos gegenüber den Wohnungsbesitzern. Um gegen diese Ungerechtigkeiten anzugehen, entstanden nach und nach Zusammenschlüsse der Betroffenen. Schon 1920 gab es bereits über 800 Vereine mit mehr als 2.000 Anlaufstellen für Mieter. 

Mietervereine heute

Heute mag die Situation entspannter sein und trotzdem besteht bei der momentanen Wohnungsknappheit, vor allem in größeren Städten, erhöhtes Konfliktpotenzial für Mieter und Vermieter gleichermaßen. Mietervereine und Mieterorganisationen existieren deutschlandweit. Viele haben sich in Landesverbänden zusammengeschlossen, die dem Deutschen Mieterbund angehören. Er stellt eine Dachorganisation dar, welcher 15 Landesverbände angehören. Zu den größten Mietervereinen gehört der Berliner Mieterverein mit ungefähr 170.000 Mitgliedern, der Mieterverein München mit 68.000 Mitgliedern, gefolgt vom Mieterverein zu Hamburg mit 66.000 Mitgliedern.  

Was leistet ein Mieterverein?

Mietervereine sind eine Interessenvertretung von Mietern. Sie bieten unter anderem Rechtsberatungen und Hilfe bei Mietstreitigkeiten an. Viele bieten eine Rechtsschutzversicherung oder preiswerte außergerichtliche Vertretung an. Mediation und Konfliktberatung bei Streitigkeiten zwischen Mietern sind auch Bestandteil der Leistungen. Vor allem Hilfe zur Selbsthilfe ist das Credo vieler Mietervereine, so unterstützen sie zum Beispiel auch  neu gegründete Mieterinitiativen durch Information und Beistand in der Organisation. 

Als Interessenvertreter wirken Mietervereine auch an der kommunalen Wohnungspolitik und städtebaulichen Maßnahmen mit. Ihr Einfluß ist weitreichend, sie dienen als Ansprechpartner für Gesetzgeber und stehen bei Gesetzesänderungen im Mietrecht beratend zur Seite. 

Zu all diesen Leistungen sind allerdings nur Mitglieder berechtigt. Die Höhe der Mitgliedsbeiträge liegt zwischen 40 und 110 Euro jährlich, je nach Ort und je nachdem, welche Leistungen angeboten werden. Viele davon sind Zusatzleistungen und müssen gesondert bezahlt werden. So kostet zum Beispiel die persönliche Unterstützung durch den Berliner Mieterverein bei einer Wohnungsübergabe 90 Euro zuzüglich Fahrtkosten. In Berlin wird eine Mitgliedschaft im Mieterverein für einkommensschwache Bürger inzwischen von der Stadt übernommen.

Lohnt sich eine Mitgliedschaft?

Selbst wenn man nicht mit Streitigkeiten mit seinem Vermieter rechnet und seit Jahren ein gutes Verhältnis besteht, ist eine Absicherung durch die Mitgliedschaft in einem Mieterverein trotzdem empfehlenswert. Vor allem in größeren Städten kommt ein Eigentümerwechsel häufig vor. Innerhalb der letzten Jahre vermehrt im großen Stil an Immobilienfirmen, was auch oft einen Wechsel der Verwaltung mit sich führt. Da sind Fehler, Missverständnisse und Konfliktpotenzial vorprogrammiert. In den meisten Mietervereinen greift der Rechtsschutz erst nach zwei Monaten Mitgliedschaft. Will man also auf der sicheren Seite sein, sollte man eine Mitgliedschaft frühzeitig abschließen. 

Ein häufiger Streitpunkt – die Nebenkostenabrechnung

Mieter haben oft Probleme mit ihren Nebenkostenabrechnungen. Hier werden alle Kosten verrechnet, die der Vermieter mit seiner Immobilie hat. Müllabfuhr, Schornsteinfeger, Allgemeinstrom und und und. Oftmals schleichen sich bei diesen komplizierten und unüberschaubaren Rechnungen Fehler ein. Das Zahlengewirr von Abrechnungen und aufgesplitterten Kosten ist für Laien kaum zu durchschauen. Vor allem bei privaten Vermietern kommt es daher oft zu Fehlern in der Mietnebenkostenabrechnung. Für den Vermieter kommt erschwerend die momentane Fluktuation von Mietern hinzu; die Menschen wechseln häufiger den Wohnort als früher und somit auch die Wohnung. Dies erschwert die Erstellung die Mietnebenkostenabrechung zunehmend. 

Der Teufel steckt im Detail

Im Jahr 2015 waren zu hohe Betriebsnebenkosten der häufigste Grund für Rechtsstreitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern. In Mietrechtsprozessen waren sie der zweithäufigste Grund für Klagen. Eine transparente und faire Prüfung der Nebenkostenabrechnung sorgt also im besten Fall dafür, dass Streitigkeiten gar nicht erst auftreten. So liegt es nicht nur im Interesse der Mieter, sondern auch der Vermieter, dass die Abrechnung korrekt durchgeführt wird. Vermieter sind sich durch die Komplexität der Nebenkostenabrechnung nicht immer ihrer Fehler bewusst. 

Nebenkostenprüfung durch einen Mieterverein

Einige Mietervereine bieten eine Prüfung der Mietnebenkostenabrechnung an. Man sendet seinem Mieterverein dafür seine Nebenkostenabrechung und Mietvertrag zu. Wie lange die Prüfung der Nebenkostenabrechnung bei einem Mieterverein dauert, ist von dem jeweiligen Arbeitsaufkommen abhängig. Zu Jahresanfang prüfen natürlicherweise vermehrt Mieter. Eine Prüfung kann also einige Tage bis hin zu Wochen oder mehr in Anspruch nehmen. Man sollte also vor allem seine Einspruchsfrist im Auge behalten. Nicht alle Mietervereine bieten eine Mietnebenkostenprüfung an. Möchte man diese Leistung in Anspruch nehmen, sollte man sich also vorab genau informieren, welcher Mieterverein diese Leistung ohne Zusatzkosten anbietet. 

Mietnebenkosten prüfen – kurz und schmerzlos

Bei Mineko erfolgt die Prüfung ihrer Nebenkostenabrechung schnell, nachvollziehbar und übersichtlich. Laden Sie Ihren Mietvertrag und Ihre Nebenkostenabrechnung bei mineko.de hoch.  Dies ist unkompliziert und nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Nach bereits 48 Stunden kann Mineko Ihnen einen von Experten erstellten Prüfbericht zukommen lassen. Sie erhalten außerdem ein personalisiertes Anschreiben für Ihren Vermieter und Tipps für das weitere Vorgehen. Die Prüfung der Nebenkostenabrechnung kann bei Mineko schon ab 39 Euro durchgeführt werden.