Grundriss

Verteilerschlüssel Teil 1: Wohnfläche

In den meisten Nebenkostenabrechnungen werden die Gesamtkosten mithilfe der Wohnfläche auf die jeweiligen Mieter verteilt. Dass dieser Verteilerschlüssel der Regelfall ist, kann einerseits darin begründet sein, dass er mitunter als gerecht angesehen wird, da eine größere Wohnung auch höhere Kosten in der Nutzung verursacht. Andererseits kommt die Umlage nach der Wohnfläche immer dann zum Tragen, wenn im Mietvertrag keine abweichende Vereinbarung getroffen wurde. Erfahren Sie im Folgenden, wie die Verteilung nach der Wohnfläche funktioniert und was dabei beachtet werden muss.

Wie wird die Wohnfläche ermittelt?

Welche Wohnfläche vom Vermieter bei der Erstellung der Betriebskostenabrechnung zugrunde gelegt wird, ist zunächst davon abhängig, was im Mietvertrag festgehalten worden ist. Die Wohnfläche, die hier angegeben ist, muss vom Vermieter angewendet werden bei der Berechnung der Kosten je Mieter. Das gilt auch dann, wenn die tatsächliche Fläche von der vereinbarten abweicht. Wie die Wohnfläche ermittelt wird, ist in der Wohnflächenverordnung geregelt. Demnach gehören zur Wohnfläche die Grundflächen alle Räume, die ausschließlich der betreffenden Wohnung zugeordnet werden. Besonderheiten sind jedoch bei Balkonen, Terrassen und Dachschrägen zu beachten.

Die Wohnfläche in der Nebenkostenabrechnung

Wird die Wohnfläche als Verteilerschlüssel angewendet, so muss die Gesamtwohnfläche ins Verhältnis zu der Wohnfläche der betreffenden Wohnung gesetzt werden. Die angefallenen Nebenkosten werden dazu zunächst durch die Wohnfläche des gesamten Hauses geteilt. Im nächsten Schritt wird das Ergebnis mit der Fläche der jeweiligen Wohnung multipliziert, um so den entsprechenden Anteil des Mieters zu ermitteln. Für Vermieter gilt es zu beachten, dass beide Flächen in der Betriebskostenabrechnung aufgeführt werden müssen. Diese Angaben sind von Belang, um die Nachvollziehbarkeit der Abrechnung zu gewährleisten. Fehlen diese Informationen, kann dies einen formellen Fehler darstellen, wodurch der Vermieter keine Nachforderung geltend machen kann. Dies ist dann der Fall, wenn die Verteilung der Kosten und somit der Rechenweg nicht mehr nachvollzogen werden können seitens des Mieters.

Besonderheiten der Umlage nach Wohnfläche

Die Berechnung der Nebenkosten anhand der Quadratmeterzahl wird als gerecht betrachtet, da für Mieter einer größeren Wohnung höhere Nebenkosten anfallen als für Mieter einer vergleichsweise kleinen Wohnung. Diese Aussage trifft jedoch unter der Voraussetzung zu, dass die Anzahl der Personen in dem Mietobjekt annähernd vergleichbar ist. Der Vergleich hinkt zum Beispiel, wenn ein Mehrpersonenhaushalt eine kleinere Wohnung bewohnt als ein Single-Haushalt. Dabei ist der Vermieter nicht verpflichtet, die Kosten möglichst gerecht zu verteilen. Er kann aus verschiedenen Umlageschlüsseln wählen, wobei auch Kombinationen denkbar sind.