Mieterschutzbund gesucht? MINEKO hilft!

Über die Hälfte aller Deutschen sind Mieter. Viele von ihnen sehen sich häufig mit Problemen konfrontiert: Die Heizung funktioniert nicht, eine Mieterhöhung flattert ins Haus, Renovierungsarbeiten werden aufgeschoben … Wenn der Vermieter seinen Pflichten nicht nachkommt und der direkte Kontakt die Lage nicht verbessert, können der Mieterschutzbund oder ein anderer Mieterverein helfen.

In Deutschland gibt es laut Mieterschutzbund e. V. zur Zeit etwa 23 Millionen Mietwohnungen. Kein Wunder, dass es auch jede Menge örtliche Mietervereine und Vertretungen des Mieterschutzbundes gibt, nämlich über 320. Ihre Mitglieder können dort verschiedene Beratungsleistungen in Anspruch nehmen. Die Leistungsangebote und Kosten variieren von Mieterverein zu Mieterverein.

Mietervereine in Deutschland – eine lange Tradition

Bereits 1886 entstand in Dresden der erste „Mietbewohnerverein“. Im Zuge der Industrialisierung zog es die ländliche Bevölkerung vermehrt in die Städte. Wohnungen waren Mangelware und für viele Arbeiter der neu entstandenen Fabriken nur schwer bezahlbar. Man lebte mit vielen Menschen auf engem Raum, oft unter miserablen Bedingungen.

Damals konnten Vermieter frei über die Vertragsbedingungen entscheiden, beispielsweise über Mietpreise und Mietdauer. Die damaligen Mieter waren also macht- und rechtlos gegenüber den Wohnungsbesitzern. Um gegen diese Ungerechtigkeiten anzugehen, entstanden nach und nach Zusammenschlüsse der Betroffenen. 1920 gab es bereits über 800 Vereine mit mehr als 2.000 regionalen Anlaufstellen für Mieter.

Mietervereine heute

Heute besteht durch die momentane Wohnungsknappheit, vor allem in größeren Städten, erhöhtes Konfliktpotenzial – sowohl für Mieter als auch für Vermieter. Viel Arbeit für die deutschlandweiten Mietervereine wie den Mieterschutzbund. Viele dieser Mieterorganisationen haben sich in Landesverbänden zusammengeschlossen, die dem Deutschen Mieterbund (DMB) mit Sitz in Berlin angehören. In seiner heutigen Form besteht der Dachverband seit 1951. In ihm sind die meisten deutschen Mietervereine organisiert.

Zu den größten Mietervereinen gehört der Berliner Mieterverein mit etwa 170.000 Mitgliedern, der Mieterverein München mit 68.000 Mitgliedern, gefolgt vom Mieterverein zu Hamburg mit 66.000 Mitgliedern. Der Mieterschutzbund e. V. wurde 1988 gegründet und vertritt die Interessen von 43.000 Mitgliedern.

Was leistet ein Mieterverein wie der Mieterschutzbund?

Mietervereine und Mieterschutzbund sind Interessenvertretungen von Mietern. Sie unterstützen ihre Mitglieder Mietstreitigkeiten und bieten meistens auch Rechtsberatungen an. Viele bieten auch eine Rechtsschutzversicherung oder eine preiswerte außergerichtliche Vertretung an. Mediation und Konfliktberatung bei Streitigkeiten zwischen Mietern sind ebenfalls oft Bestandteil der Leistungen. Vor allem Hilfe zur Selbsthilfe ist das Credo vieler Mietervereine – so unterstützen sie zum Beispiel auch neu gegründete Mieterinitiativen durch Informationen und Beistand bei der Organisation.

Als Interessenvertreter beteiligen sich viele Mietervereine auch an der kommunalen Wohnungspolitik und an städtebaulichen Maßnahmen. Ihr Einfluss ist weitreichend: Sie sind Ansprechpartner für Gesetzgeber und stehen bei Gesetzesänderungen im Mietrecht beratend zur Seite.

Zur Inanspruchnahme dieser Leistungen sind allerdings nur Mitglieder berechtigt. Die Höhe der Mitgliedsbeiträge liegt zwischen 40 und 110 Euro jährlich, je nach Ort und Leistungen. Viele davon sind Zusatzleistungen und müssen gesondert bezahlt werden. So kostet zum Beispiel die persönliche Unterstützung durch den Berliner Mieterverein bei einer Wohnungsübergabe 90 Euro zuzüglich Fahrtkosten. In Berlin wird eine Mitgliedschaft im Mieterverein für einkommensschwache Bürger inzwischen von der Stadt übernommen.

Lohnt sich eine Mitgliedschaft im Mieterschutzbund oder in einem anderen Mieterverein?

Selbst wenn seit Jahren ein gutes Verhältnis zum Vermieter besteht, kann eine Mitgliedschaft in einem örtlichen Mieterverein oder Mieterschutzbund sinnvoll sein.

In größeren Städten kommt es oft zu einem Eigentümerwechsel. Mittlerweile übernehmen große Immobilienfirmen ganze Häuser, was in der Regel auch einen Wechsel der Verwaltung mit sich bringt. Da sind Fehler, Missverständnisse und Konfliktpotenzial vorprogrammiert. Dann können Mietervereine eine Hilfe sein.

Bei den meisten Mietervereinen greift der Rechtsschutz allerdings erst nach zwei Monaten Mitgliedschaft. Will man also auf der sicheren Seite sein, sollte man eine Mitgliedschaft frühzeitig abschließen. Treten größere Probleme auf, ist unter Umständen eine Rechtschutzversicherung die bessere Wahl. Allerdings bringen beiden Optionen – Mieterverein und Rechtschutzversicherung – regelmäßige Beiträge und zum Teil lange Kündigungsfristen mit sich. Außerdem muss man in der Regel Termine vor Ort vereinbaren und kann sich nicht mal eben kurzfristig online beraten lassen.

Ein häufiger Streitpunkt: die Nebenkostenabrechnung

Mieter haben oft Probleme mit ihren Nebenkostenabrechnungen. Hier werden alle Kosten verrechnet, die im Zusammenhang mit der Immobilie entstehen, zum Beispiel Müllabfuhr, Hausmeisterservice, Schornsteinfeger und Fahrstuhlwartung. Bei diesen komplexen Rechnungen können sich leicht Fehler einschleichen. Das Zahlengewirr der Abrechnungen und Kosten ist für Laien kaum zu durchschauen. Die zunehmende Fluktuation von Mietern erschwert die Erstellung der Mietnebenkostenabrechnung zusätzlich.

Der Teufel steckt im Detail

Die jährliche Nebenkostenabrechnung birgt großes Konfliktpotenzial in der Beziehung zwischen Mieter und Vermieter. Zu hohe Betriebsnebenkosten zählen zu den häufigsten Gründen für Rechtsstreitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern und sind sehr oft der Grund für Klagen in Mietrechtsprozessen. Eine transparente und faire Prüfung der Nebenkostenabrechnung sorgt also im besten Fall dafür, dass Streitigkeiten gar nicht erst auftreten. So liegt es nicht nur im Interesse der Mieter, sondern auch der Vermieter, dass die Abrechnung korrekt durchgeführt wird. Vermieter sind sich durch die Komplexität der Nebenkostenabrechnung eventueller Fehler nicht immer bewusst.

Wenn es dennoch zu Ungereimtheiten kommt, muss das nicht unbedingt böse Absicht des Vermieters sein – womöglich hat er sich nur verrechnet. Am besten sucht man zunächst das direkte Gespräch und bittet um Einsicht in die Originalunterlagen oder um Kopien. Erreicht man keine Klärung mit dem Vermieter, kann man sich immer noch an den örtlichen Mieterschutzbund wenden oder die Abrechnung der Mietnebenkosten von einem Anwalt prüfen lassen.

Nebenkostenprüfung durch den Mieterschutzbund prüfen lassen

Einige Mietervereine bieten eine Prüfung der Mietnebenkostenabrechnung an. Dafür schickt man dem Mieterverein seine Nebenkostenabrechnung und den Mietvertrag zu. Wie lange die Prüfung der Nebenkostenabrechnung bei einem Mieterverein dauert, ist vom jeweiligen Arbeitsaufkommen abhängig, das zu Jahresbeginn häufig erhöht ist.

Eine Prüfung kann also einige Tage bis Wochen oder auch länger dauern. Man sollte seine Einspruchsfrist im Auge behalten. Nicht alle Mietervereine bieten eine Mietnebenkostenprüfung an. Möchte man diese Leistung in Anspruch nehmen, sollte man sich also vorab genau informieren, welcher Mieterverein diese Leistung ohne Zusatzkosten anbietet.