Infos zur Mietbnebenkosten im Falle einer Privatinsolvenz

Nebenkosten bei Insolvenz

Wir leben in Zeiten des sozialen Wandels – die Preise und Lebenserhaltungskosten steigen unverhältnismäßig mehr als die Löhne. Viele Arbeitnehmer haben ein geringeres Einkommen als zur Jahrtausendwende und die Wirtschaft in Deutschland kommt im Vergleich zum europäischen Umland auch nicht recht in Schwung.

Erschwerend hinzu kommt für die meisten Deutschen das Privileg auf Pump leben zu können. Dinge, die einem früher verwehrt blieben sind nun mehr als greifbar. Der teure Fernseher, die Spielkonsole und das Handy, welches mittlerweile ein halbes Vermögen kostet, können per Rate einfach abgestottert werden.

Wie kommt es zur Insolvenz?

Nicht wenige tappen bei ihrem „Luxus auf Rate“ in die Schuldenfalle und sehen sich einem Haufen an Gläubigern gegenüber. Diesen abzutragen kostet Nerven und Geduld, sich nicht weiteres aufzubürden und selbst schon verschlissene Dinge nach ihrer Halbwertzeit weiterhin abzuzahlen.

Kommen dann noch finanzielle Engpässe dazu, ist schnell ein unüberwindlicher Berg entstanden, der die gepumpte neue Lebensqualität schnell in Vergessenheit geraten lässt.

Der Ausweg für viele ist schließlich nur die Privatinsolvenz oder auch Verbraucherinsolvenz.

Vereinfacht dargestellt wird dem privaten Insolvenznehmer damit eine Restschuldbefreiung nach einer Wohlverhaltensphase ermöglicht. Ebenfalls kann auch eine vorherige außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern erwirkt werden.

Was passiert mit offenen Forderungen?

Die meisten Gläubiger werden aufgrund der hoffnungslosen Überschuldung des Insolvenznehmers nur gemeinschaftlich und oft nur anteilig befriedigt. Dabei muss man unterscheiden zwischen den Forderungen auf der Insolvenztabelle und den Masseverbindlichkeiten.

Sämtliche entstandenen Ansprüche für den Insolvenznehmer vor der Anmeldung werden vom Treuhänder geprüft und zur Tabelle hinzugefügt. Die Einkünfte des Mieters über 1.030 Euro hinaus werden dann über den Treuhänder an die Gläubiger nur anteilig ausgeschüttet. Die Gläubiger erhalten hier nicht den vollen Betrag, sondern müssen sich darauf einstellen einen meist nicht geringen Teil ihrer offenen Forderungen nicht wiederzusehen. Alle Verbindlichkeiten die nach der Privatinsolvenz entstanden sind, besagte Masseverbindlichkeiten, werden jedoch vorrangig Höhe bedient.

Das hat natürlich  weitreichende Folgen für den Vermieter, sofern sein Mieter private Insolvenz anmeldet, und die Abrechnung der Mietnebenkosten.

Die wirtschaftlichen Verluste für die Hausverwaltung sind nicht zu unterschätzen und so hat jeder Vermieter natürlich ein reges Interesse daran, nicht nur Bruchstücke seiner Forderung von Miete und den Betriebskosten zu erhalten.

Was passiert mit Nebenkosten bei Insolvenz?

Hier ist die Rechnung simpel und für den Vermieter nicht gerade befriedigend: Selbst wenn die Nebenkostenabrechnung selbst nach dem Zeitpunkt der Insolvenz des Mieters zugestellt wurde, muss die Forderung der Insolvenztabelle hinzugefügt werden.

Bindend ist dabei nämlich der Zeitraum der Nebenkostenabrechnung und nicht das Erstellungsdatum. Der Vermieter muss sich in diesem Falle erst für die Insolvenztabelle anmelden und sich zudem vom Gedanken verabschieden, seine Gesamtforderung der Nebenkosten in voller Höhe ausgezahlt zu bekommen:

Guthaben aus Nebenkosten bei Vermieter-Insolvenz

Was passiert im umgekehrten Falle, sollte der Vermieter insolvent sein und bei dem Mieter noch ein Guthaben aus seiner Nebenkostenabrechnung zu Buche stehen?

Auch hier hat der Vermieter wenig zu lachen. Dem Mieter steht das volle Guthaben zu, auch wenn der Abrechnungszeitraum vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens liegt. Auch hier sei natürlich vorausgesetzt, dass die Mietnebenkosten korrekt ausgewiesen und erstellt wurden.

In Deutschland werden trotz kompetenter Hausverwaltungen der Großteil der Nebenkostenabrechnungen fehlerhaft erstellt und sollen in unserem Falle dann als Grundlage für eine Insolvenzforderung herhalten.
Eine Prüfung könnte den Schuldenberg reduzieren und Genauigkeit in den Forderungsposten bringen.

Schlussendlich ist man in einer Privatinsolvenz auch angehalten jeden Cent zweimal umzudrehen. Zu viel erhobene Nebenkosten können mit einer Prüfung der Nebenkostenabrechnung vermieden werden.