Heizkostenabrechnung mit Hundert-Euro-Scheinen und Taschenrechner
22. April 2014
von
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Heizkosten bei der Nebenkostenabrechnung

Die Heizkosten machen normalerweise einen großen Teil jeder Nebenkostenabrechnung aus. Vermieter sind bei der Erstellung bestimmten Formalien unterworfen. Diese Formalien sollten vom Mieter nach Erhalt der Abrechnung eingehend geprüft werden.

Vermieter hat sich an Auflagen zu halten

Jeder Vermieter ist verpflichtet, sich an einen Abrechnungszeitraum von 12 Monaten zu halten. Weicht der Abrechnungszeitraum der Heizkosten davon ab, kann sich das unter Umständen negativ für den Mieter auswirken.

Nach Erhalt der Abrechnung bleiben dem Mieter weitere 12 Monate Zeit die Abrechnung zu beanstanden. Um sicher zu gehen, dass die Abrechnung korrekt ist, empfiehlt es sich für den Mieter diese eingehend zu überprüfen.

Bei der Auflistung der Heizkosten muss in der Abrechnung klar erkennbar sein, wie hoch der eigentliche Energieverbrauch für die Abrechnungsperiode war. Bei einer Ölheizung müssen zudem Anfangs- und Endbestand sowie einzelne Lieferungen klar aufgeführt werden.

Die Nebenkosten der Heizung variieren je nachdem, welche Art Heizung im Haus verwendet wird. Diese können von einfachen Wartungsarbeiten bis hin zu Erfassungskosten oder Kosten der Abrechnung gehen. Kosten, welche hierfür regelmäßig anfallen, sind auf die Mieter zu gleichen Teilen umlagefähig. Dies gilt jedoch nicht für Kosten, welche durch Reparaturen anfallen.

Des Weiteren sollte die Kostenverteilung nachvollziehbar gestaltet sein, denn der Vermieter hat hinsichtlich der Anteile, welche von jedem Mieter getragen werden müssen, einen gewissen Spielraum. So können Vermieter 30 bis 50% der anfallenden Kosten nach einem festen Maßstab wie der Wohnfläche, veranschlagen und 50 bis 70% nach gemessenem Verbrauch.

Bei Sozialwohnungen ist der Vermieter darüber hinaus berechtigt, ein Umlageausfallwagnis von 2% zu berechnen. Diesen Risikozuschlag hat der Mieter in jedem Fall zu vollen Teilen zu tragen.

Mieter sollte bestimmte Dinge kontrollieren

Falls einem Mieter bei der Ablesung seiner Heizungsstände kein Beleg ausgestellt wird, sollte er vorher die Zähler selbst ablesen und sie dann mit den Ständen, welche in der Abrechnung aufgeführt werden, vergleichen. In jedem Fall lohnt sich eine Kontrolle, ob die Stände korrekt abgelesen und dann auch richtig aufgeführt sind. Außerdem sollte Mietern bewusst sein, dass sie im Fall einer verbrauchsunabhängigen Berechnung ihrer Heizkosten dazu berechtigt sind, ihren Anteil an den Heizkosten um bis zu 15% zu kürzen.

Generell empfiehlt sich für Mieter ein eingehender Vergleich ihrer vorherigen Abrechnung mit der aktuellen Abrechnung. Feste Größen wie Quadratmeterzahl der Wohnung sollten sich in keinem Fall verändern, denn dadurch würde sich auch der Anteil der Heizkosten verändern. Außerdem hat der Vermieter den Kostenanteil von einer leer stehenden Wohnung selbst zu tragen und kann diesen nicht auf die anderen Mieter im Haus verteilen. Des Weiteren sollten Mieter darauf achten, dass Kosten für Verwaltung und Reparaturen nicht auf sie umgelegt werden, denn der Vermieter hat diese selbst zu tragen.

Falls es im Haus auch Räume gibt, welche gewerblich vermietet werden, so muss der Vermieter die Kosten, welche dort entstehen gesondert ausweisen, denn jene können nicht auf die anderen Mieter verteilt werden.

Sollte ein Mieter innerhalb eines Jahres ausziehen, sind die Mehrkosten, welche durch einen Nutzerwechsel entstehen, ebenfalls nicht umlagefähig.