Nicht umlagefähige Nebenkosten

Vermieter, welche von ihren Mietern Neben- bzw. Betriebskosten verlangen wollen, sollten das auch im Mietvertrag klar festlegen. Wurde eine solche Vereinbarung nicht getroffen, sind Mieter nicht zur Bezahlung von Nebenkosten verpflichtet. Man spricht dann auch von Inklusivmiete oder einer Nebenkostenpauschale. Erhöhen sich für den Vermieter Kosten, kann er diese dann nicht mehr auf den Mieter umlegen.

Doch auch wenn Mieter und Vermieter im Mietvertrag festgelegt haben, dass Neben- bzw. Betriebskosten auf den Mieter umlagefähig sind, sind Mieter nicht verpflichtet alle Kosten zu tragen ,welche dem Vermieter anfallen.

Inhalt:

Welche Kosten sind nicht umlagefähig?

Vermietern ist es in Deutschland nicht gestattet Kosten auf Mieter umzulegen, welche ihnen nicht regelmäßig entstehen. Einmalige Kosten sind nicht auf Mieter umlagefähig. Der Vermieter ist dem Mieter gegenüber verpflichtet, den bestimmungsgemäßen Gebrauch der Immobilie zu erhalten. Kosten, die ihm dadurch für Reparaturen oder Instandhaltungsmaßnahmen an der Immobilie entstehen, hat er selbst zu tragen. Lässt der Vermieter beispielsweise ein defektes Rohr reparieren oder das Treppenhaus neu streichen, kann er diese Kosten nicht auf den Mieter umlegen, da es sich um eine einmalige Maßnahme handelt.

Beauftragt der Vermieter eine Hausverwaltung, welche sich um alles kümmert, kann er die Kosten, die ihm entstehen, auch nicht auf die Mieterschaft umlegen. Sollte der Vermieter eine Klausel in den Mietvertrag verankern, in welcher er den Mieter zur Zahlung von Verwaltungskosten verpflichtet, ist diese unwirksam. Ausnahmen sind hierbei Sozialwohnungen, jedoch nur, wenn die Verwaltungskosten einen bestimmten Wert pro Quadratmeter nicht übersteigen.

Schnell wird klar: Der Vermieter darf nicht alle entstehenden Kosten auf die Mieter umlegen. Vielmehr muss er bei einer Umlage ordentlich nachweisen, dass es sich um wiederkehrende Arbeiten handelt. Dabei können die Mieter auch eine Einsicht der Rechnungsbelege fordern, um das wirtschaftliche Handeln des Vermieters zu überprüfen.

Weitere Positionen in der Nebenkostenabrechnung

Die Kosten für einen Hausmeister sind nicht Bestandteil der Verwaltungskosten. Der Vermieter kann diese Kosten grundsätzlich voll auf die Mieter umlegen, vorausgesetzt der Hausmeister übernimmt nur normale kleine Reparaturen. Sobald der Hausmeister jedoch Aufgaben übernimmt, welche sich auf größere Reparaturen oder Instandhaltungsabreiten beziehen und er dafür extra entlohnt wird, kann der Vermieter diese Kosten nicht auf die Mieter umlegen.

Für den Fall, dass sich im Haus eine leerstehende Wohnung befindet, hat der Vermieter alle für diese Wohnung anfallenden Kosten selbst zu tragen. Bei Nebenkosten welche auf alle Mieter gleich verteilt werden wie zum Beispiel Kosten für Aufzug oder Flurbeleuchtung, muss der Vermieter eine leerstehende Wohnung genauso berücksichtigen, als wäre sie bewohnt. Viele Vermieter teilen solche Kosten in diesem Fall häufig nur unter den bewohnten Wohnungen auf und sparen somit Geld. Das ist jedoch nicht rechtens.

Auch Kosten für Versicherungen wie Rechtsschutz-, Reparaturkosten- oder Mietausfallversicherungen kann der Vermieter nicht auf die Mieter umlegen.

Mieter sollten vergleichen

Als Mieter sollte man nach Erhalt seiner Nebenkostenabrechnung seine aktuelle Abrechnung mit seiner vorherigen Abrechnung vergleichen. Kosten, welche in der einen Abrechnung auftauchen und in der anderen nicht, können nicht regelmäßig sein und sind somit im Regelfall nicht auf die Mieter umlagefähig.

Manche Mieter gehen oft davon aus, dass Aufwendungen, sobald sie für alle Mieter einen Mehrwert darstellen, umlagefähig sind. Das ist jedoch nicht korrekt. Mieter müssen weder für einmalige Schädlingsbekämpfung noch für eine gelegentliche Dachrinnenreinigung oder Ähnliches aufkommen.

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