Nebenkosten nach Städten und Bundesländern

Je nach Bundesland und Stadt variieren Nebenkosten, die Vermieter ihren Mietern in Rechnung stellen, teilweise stark. Oft hängt das mit den lokalen Energieanbietern zusammen. Des weiteren lässt sich ein signifikanter Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland erkennen. Dieser rührt vor allem daher, dass Löhne und Grundsteuer im Westen der Republik immer noch deutlich über denen im Osten liegen. Der Deutsche Mieterbund veröffentlicht jedes Jahr einen kumulierten Betriebskostenspiegel für ganz Deutschland, anhand dessen Mieter ihre zu zahlenden Nebenkosten mit den durchschnittlich in Deutschland bezahlten Nebenkosten vergleichen können. Ein Eindruck, den viele Mieter dabei haben, täuscht allerdings gewaltig, denn nur weil eine Stadt hohe Kaltmieten hat, bedeutet das im Umkehrschluss nicht, dass auch die Nebenkosten hoch sind. Daher veröffentlichen auch die lokalen Mieterverbände Betriebskostenspiegel für die jeweiligen Städte und Bundesländer.

Nebenkosten nach Städten

Einige Städte heben sich deutlich von der Masse ab. Das liegt in vielen Fällen an lokalen Gegebenheiten, wie beispielsweisse einem eigenen Stadtwerk. Ein Zusammenhang zwischen den durchschnittlich zu bezahlenden Kaltmieten und den Nebenkosten besteht dabei nicht. So gehört zum Beispiel Halle zu den Städten mit der niedrigsten Kaltmiete und gleichzeitig zu den Städten mit den höchsten Nebenkosten. Auch die Größe der Stadt spielt bei den zu bezahlenden Nebenkosten im Grunde keine Rolle.

In der Tabelle sind die 25 teuersten Städte hinsichtlich Nebenkosten aufgeführt. Auffällig ist, dass unter ihnen keine der 10 größten Städte Deutschlands vertreten ist.

Preistreiber sind bei Städten mit hohen Nebenkosten meist kommunale Versorgungsbetriebe oder Zweckverbände. Diese erwirtschaften zwar keine hohen bzw. gar keine Gewinne, jedoch arbeiten Sie auch nicht so effektiv wie große Anbieter. Dadurch steigt der Preis.

Unabhängig von den lokalen Gegebenheiten können sowohl Mieter als auch Vermieter dazu beitragen, die Mietnebenkosten zu verringern. Dies kommt im Grunde auch beiden zugute, denn bei niedrigeren Nebenkosten müssen Vermieter weniger in Vorleistung gehen und können Ihre Wohnungen durch eine geringere Warmmiete auch leichter vermieten. Durch verhältnismäßig kleine Modernisierungsmaßnahmen lassen sich oft schon hohe Kosten einsparen. Durch die Erneuerung der Fenster oder allein den Austausch aller Dichtungen von Türen und Fenstern lassen sich oft schon ein nicht geringer Teil der Nebenkosten einsparen.

Des Weiteren sind Vermieter immer dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit unterworfen. Dieser besagt, dass Vermieter nicht den erst besten Anbieter für eine Dienstleistung bestellen dürfen. Durch den Vergleich mehrerer Anbieter lassen sich Kosten wie die des Hauswarts, der Hausreinigung oder des Allgemein-Stroms deutlich senken.

Top 25 Städte mit den höchsten Nebenkosten:

Mönchengladbach 3551.08 €
Wuppertal 3375.95 €
Moers 3375.08 €
Halle (Saale) 3346.98 €
Saarbrücken 3346.41 €
Zwickau 3328.83 €
Bergisch Gladbach 3322.04 €
Leverkusen 3244.52 €
Potsdam 3224.17 €
Cottbus 3205.25 €
Aachen 3205.11 €
Velbert 3201.51 €
Duisburg 3186.46 €
Krefeld 3152.93 €
Rostock 3127.87 €
Leipzig 3126.52 €
Offenbach 3123.94 €
Kassel 3116.90 €
Esslingen 3106.03 €
Ulm 3103.90 €
Minden 3091.83 €
Bonn 3089.49 €
Koblenz 3078.16 €
Neuss 3063.84 €
Solingen 3056.27 €

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt

Quelle: BILD, Nr. 201/35, 27. August 2008, Seite 15

Mieter sollten darauf achten, Ihre Wohnung bewusst zu lüften und zu beheizen. Mittelfristig lassen sich damit merkbar Kosten senken. Auch der bewusste Umgang mit Müll trägt zur Senkung der Nebenkosten bei. Da neben den Heizkosten auch die Wasserkosten meist verbrauchsabhängig abgerechnet werden, kann auch das Sparen von Wasser dazu beitragen, die Nebenkosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Gerade bei der Neuanschaffung von Geräten wie einer Spülmaschine oder einer Waschmaschine sollten Mieter darauf achten, Geräte zu kaufen die sparsame mit Wasser und Strom umgehen.

Nebenkosten nach Bundesländern

Im Vergleich der einzelnen Bundesländer variieren die durchschnittlichen Nebenkosten sehr stark. So zahlt man aktuellen Daten zufolge 2,77 € pro Monat pro Quadratmeter in Berlin. In Hamburg betragen die monatlichen Betriebskosten im Schnitt sogar 3,27 € pro Quadratmeter. Zusammengefasst lassen sich die Bundesländer jedoch in zwei große Gruppen aufteilen: Zum einen die Bundesländer im Osten der Bundesrepublik und zum anderen diejenigen im Westen. Zwischen West- und Ostdeutschland fallen die Unterschiede mittlerweile jedoch deutlich geringer aus als in den vergangenen Jahren. Im Durchschnitt zahlen Mieter im Westen 2,17 € pro Monat pro Quadratmeter. Im Osten sind es durchschnittlich 2,28 €.

Für den Unterschied sind vor allem die Heizkosten verantwortlich, die zusammen mit den Warmwasserkosten im Osten deutlich höher liegen als im Westen. Nicht zu unterschätzen sind hierbei die klimatischen Einflüsse und starke Preisunterschiede in Bezug auf Öl, Gas und Fernwärme.

Ein Kostenpunkt, der zwischen Osten und Westen stark variiert, ist die Grundsteuer. Viele Gemeinden – speziell in Süddeutschland – legen hier deutlich höhere Hebesätze als Gemeinden in Ostdeutschland fest. Dadurch ist die Belastung für Mieter bei dieser Position im Osten deutlich niedriger.

Bei personalintensiven Kostenstellen wie der Müllbeseitigung, der Straßenreinigung, der Gartenpflege, dem Hauswart oder dem Schornsteinfeger liegen die Kosten im Westen stets höher als im Osten. Grund dafür ist das höhere Gehaltsniveau in Westdeutschland.

Auch bei der Kostenstelle Versicherung muss man in Westdeutschland durchschnittlich mehr zahlen als in Ostdeutschland. Dies liegt in erster Linie an den höheren Werten der Immobilien hinsichtlich Ausstattung und Bausubstanz.

Es bleibt festzuhalten, dass sich die Nebenkosten zwischen dem Osten und dem Westen Deutschlands immer weiter annähern. Schon bald werden sich die Werte soweit annähern, dass ein Unterschied nicht mehr feststellbar sein wird.

West Ost
Heizung 1,21 € 1,34 €
Wasser inkl. Abwasser 0,33 € 0,37 €
Warmwasser 0,27 € 0,26 €
Hauswart 0,22 € 0,19 €
Aufzug 0,16 € 0,15 €
Grundsteuer 0,21 € 0,13 €
Müllbeseitigung 0,17 € 0,13 €
Antenne, Kabel 0,14 € 0,13 €
Gebäudereinigung 0,16 € 0,12 €
Versicherung 0,16 € 0,12 €
Gartenpflege 0,10 € 0,07 €
Allgemein Strom 0,05 € 0,05 €
Straßenreinigung 0,04 € 0,02 €
Schornsteinreinigung 0,03 € 0,02 €
Sonstige 0,04 € 0,03 €

Hinweis: Betriebskostenspiegel für Ost- und Westdeutschland im Jahr 2013 (in Euro pro Quadratmeter)

Quelle: Deutscher Mieterbund, mindUp ; August 2015

Unabhängig von den lokalen Gegebenheiten unterlaufen Vermietern bei der Erstellung der Nebenkostenabrechnung oft gravierende Fehler, welche in vielen Fällen zu horrenden Nachzahlungen für Mieter führen, die unberechtigt sind. Um sicherzugehen, dass Ihre Nebenkostenabrechnung korrekt erstellt wurde, bietet MINEKO Ihnen eine unkomplizierte und schnelle Möglichkeit Ihre Nebenkosten zu überprüfen.

Haben auch Sie Zweifel an der Richtigkeit Ihrer Nebenkostenabrechnung? Dann nutzen Sie jetzt MINEKO und lassen Sie Ihre Abrechnung überprüfen. Viele Mieter zahlen dafür Jahr für Jahr hohe Nachzahlungen, welche oft nicht gerechtfertigt sind. Außerdem erhöhen Vermieter nach einer Nachzahlung auch den Abschlag, welchen der Mieter monatlich bezahlt. Das heißt, der Mieter wird nicht nur durch eine einmalige Nachzahlung belastet, sondern wird ab diesem Zeitpunkt auch monatlich mehr für seine Wohnung bezahlen. Um sich Gewissheit zu verschaffen, lohnt sich eine Prüfung in jedem Fall, denn auch, wenn Mieter keine oder nur eine geringe Nachzahlung leisten müssen. Denn das bedeutet nicht automatisch, dass ihre Nebenkostenabrechnung richtig ist.



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