Mietvertrag mit Kuli und Schlüssel

Nebenkostenabrechnung inkorrekt und schon bezahlt

Auch wenn Sie nach vorbehaltloser Zahlung Ihrer Nebenkostenabrechnung feststellen, dass diese nicht korrekt war, ist es nicht zu spät zu reagieren um zu viel bezahlte Kosten zurück zu bekommen.

Wie bekomme ich mein Geld zurück?

Es gibt mehrere Möglichkeiten zu handeln, nachdem Sie festgestellt haben dass Ihre Nebenkostenabrechnung fehlerhaft ist und Sie jene trotzdem schon bezahlt haben. Der wohl einfachste Weg ist, den Vermieter per Telefon, E-Mail oder Brief auf seinen Fehler aufmerksam zu machen. In vielen Fällen sind Fehler in der Nebenkostenabrechnung, durch schlichtes Unwissen und nicht durch die Böswilligkeit von Vermietern bedingt. Geht es also nur um einen kleinen Fehler, wie einen Zahlendreher oder ähnliches, ist dieser Weg sehr zu empfehlen, denn die Durchführung ist schnell und unkompliziert.

Anders gelagert ist die Situation wenn es um gravierende Fehler in der Nebenkostenabrechnung geht, welche in vielen Fällen zu hohen Nachzahlungen und Erhöhungen der Abschlagszahlungen beim Mieter führen. Hier sollten Sie in jedem Fall erst einmal nur unter Vorbehalt bezahlen.

Haben Sie bereits bezahlt und wollen jetzt trotzdem gegen Ihre Abrechnung vorgehen, ist es ratsam die Nebenkostenabrechnung so detailliert wie möglich selbst zu prüfen oder von Experten prüfen zu lassen, um sicher zu gehen, was Ihnen zusteht und unter Umständen auch schon zu wissen, wie Sie bestenfalls weiter vorgehen können.

Am Widerspruch führt kein Weg vorbei

Nachdem Sie in Erfahrung gebracht haben, in welchem Umfang und warum die Abrechnung  falsch ist, sollten Sie in jedem Fall Widerspruch einlegen. Wenn Sie also jetzt feststellen dass ihre Nebenkostenabrechnung von 2012 nicht korrekt ist, lohnt sich ein Widerspruch oft immer noch.

Jedoch ist darauf zu achten dass ein Widerspruch nur dann Chancen auf Erfolg hat, wenn er in einem Zeitraum von 12 Monaten nach Zugang der Abrechnung beim Mieter erfolgt. Ausnahmen von dieser Frist gelten nur, wenn der Mieter nach Erhalt der Abrechnung längerfristig krank ist oder der Vermieter ohne Grund die Einsichtnahme in die Belege der Abrechnung verweigert.

Es reicht nicht dem Vermieter ein formloses Schreiben zu schicken, in welchem man erklärt, dass man der Meinung sei die Abrechnung sei falsch. Aus diesem Grund empfiehlt es sich in den meisten Fällen Experten hinzuzuziehen, welche einem genau sagen können was an der Nebenkostenabrechnung falsch ist und einem unter Umständen auch beim Widerspruch helfen. Falls man es selbst in die Hand nimmt, sollte man in jedem Fall darauf achten dem Vermieter seinen Widerspruch als Einschreiben zukommen zu lassen. In diesem Schreiben sollte man dann stichhaltig darlegen was genau man bei der Abrechnung zu beanstanden hat und inwieweit man zu viel bezahlte Kosten gerne zurück erstattet bekommen würde.

Vorbehaltlose Zahlung ist noch kein Anerkenntnis

Durch den Widerspruch steht der Vermieter nun in der Pflicht. Er muss nachweisen, dass die von ihm erstellte Abrechnung korrekt ist. Hierfür ist er verpflichtet dem Mieter Einsicht in die Belege der Betriebskosten zu gewähren. Dies hat entweder im Büro des Vermieters statt zu finden oder falls dies, zu kompliziert ist kann der Mieter auch verlangen dass ihm die Belege in Kopie zugeschickt werden. Für die dafür entstehenden Kosten muss der Mieter jedoch selbst aufkommen.

Kommt es im Zuge der Einsichtnahme in die Belege noch immer nicht zur Einigung zwischen Mieter und Vermieter, liegt es jedoch an dem Mieter, die Erstellung einer korrekten Nebenkostenabrechnung, und die Rückerstattung der zu viel bezahlten Kosten, einzuklagen.

Falls der Vermieter behaupten sollte, dass die vorbehaltlose Zahlung des Mieters schon als Anerkennung der Abrechnung gelte, so liegt er falsch. Auch wenn der Vermieter eine Klausel in den Mietvertrag oder die Nebenkostenabrechnung verankert hat, welche besagt dass eine vorbehaltlose Zahlung schon als Anerkenntnis zu werten wäre, ist nicht korrekt. Denn jegliche Einwendungen, welche den Mieter von seinem Recht abhalten, eine Abrechnung zu beanstanden und eventuelle Einwendungen vorzutragen, werden vom Gesetz als unwirksam beurteilt.