Widerspruch gegen die Heizkostenabrechnung

Die Heizkosten stellen in der Nebenkostenabrechnung meist den größten Kostenpunkt dar und sollen für Mieter klar erkennbar machen, wie hoch der individuelle Verbrauch in der abgelaufenen Abrechnungsperiode war. Weiterhin haben sich die warmen Nebenkosten, zu denen die Heizkosten zählen, seit 10 Jahren mehr als verdoppelt.

Das alleine bereitet den Mietern schon Bauchschmerzen. Weitere Zweifel kommen so manchem, wenn er sich seine Nebenkostenabrechnung genauer anschaut. Unterläuft dem Vermieter ein Fehler in der Heizkostenabrechnung, wirkt sich das meist nachteilig auf den Mieter aus.

Sollten also berechtigte Zweifel an der Nebenkostenabrechnung bestehen, ist ein Widerspruch und eine Prüfung der Nebenkosten anzuraten.

Wichtige Faktoren bei der Heizkostenabrechnung

Bei den Heizkosten müssen Vermieter zum Beispiel darauf achten, dass sie mindestens 50 Prozent und maximal 70 Prozent der angefallenen Kosten nach gemessenem Verbrauch und die restlichen 30 bis 50 Prozent nach einem festen Maßstab wie z. B. der Wohnfläche berechnen. Um den Verbrauch zu ermitteln, werden sogenannte Heizkostenverteiler an der Heizung angebracht. Davon gibt es verschiedende Modelle: Verdunstungsgeräte, elektronische Heizkostenverteiler und Wärmezähler.

Aber nicht nur Vermieter, sondern auch Mieter sind bezüglich der Heizkostenabrechnung bestimmten Pflichten unterworfen.

So sind Mieter zum Beispiel dazu verpflichtet, den vom Vermieter beauftragten Heizungsableser Zugang zur Wohnung zu gewähren. Kommen Mieter dieser Pflicht nicht nach, müssen sie für den Folgetermin selbst bezahlen. Die Alternative ist eine Schätzung des Verbrauchs, die dann stattfindet, wenn das Ableseunternehmen überhaupt keinen Zugang erhält. Allerdings sollten Mieter eine solche, wenn irgend möglich, vermeiden, denn das Ergebnis einer solchen Schätzung ist i. d. R. unvorteilhaft.

Energiewende

Des Weiteren müssen Vermieter bei einer Ölheizung aufführen, wie hoch der Anfangs- und Endbestand war und wann die Lieferungen jeweils stattgefunden haben.

Je nachdem, über welche Heizungsart das Haus verfügt, können die Nebenkosten der Heizung stark variieren.

Die Heiznebenkosten umfassen neben Wartungsarbeiten und Erfassungskosten auch Kosten der Abrechnung.

Reparaturarbeiten allerdings sind im Zuge der Heizkostenabrechnung nicht umlagefähig, da sie nicht regelmäßig anfallen.

Handelt es sich bei einer Wohnung um eine Sozialwohnung, sind Mieter außerdem dazu berechtigt, ein Ausfallwagnis von zwei Prozent zu berechnen. Diese Kosten müssen von Mietern dann in vollem Umfang getragen werden.

Die Fristen der Nebenkostenabrechnung gelten auch für die Heizkostenabrechnung

Bei der Erstellung und Übermittlung der Nebenkostenabrechnung ist zudem die Abrechnungsfrist von 12 Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraumes zu beachten. Erhält ein Mieter seine Abrechnung erst nach Ablauf dieser Frist, sind etwaige Nachzahlungsforderungen unwirksam.

Darüber hinaus ist der Abrechnungszeitraum elementar für die anteilige Kostenermittlung. Meist deckt eine Prüfung der Nebenkosten erst auf, dass ungenaue Abrechnungszeiträume oder falsche Anteile angewandt wurden.

Nach Erhalt der Abrechnung ist eine Belegeinsicht für den Mieter zu ermöglichen. Der Vermieter muss der Abrechnung zwar keine Originalbelege befügen, ist aber angehalten, dem Mieter Einsicht zu gewähren, wenn dieser danach verlangt.

Eine falsche Erstellung der Heizkostenabrechnung ist aber für den Laien auf den ersten Blick meist nicht auszumachen. Ein Widerspruch und eine Prüfung können Licht in das Dunkel bringen und womöglich Ersparnisse nach sich ziehen.

Nach dem Erhalt der Abrechnung haben Mieter eine Frist von 12 Monaten, in welcher sie Einspruch gegen die Abrechnung einreichen können. Kommt einem die Heizkostenabrechnung also zu hoch vor oder bestehen Zweifel, kann man sich durch eine Prüfung Gewissheit verschaffen.

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