Untermiete – Wann der Vermieter zustimmen muss

Wer seine Wohnung untervermieten möchte, kann das nicht durchführen, ohne eine entsprechende Absprache mit dem Vermieter zu treffen. Erfahren Sie im Folgenden, in welchen Situationen der Vermieter sein Einverständnis geben muss und wann er dieses verweigern darf.

Vermietung unter Geschwistern

Wann ist die Erlaubnis des Vermieters notwendig?

Grundsätzlich muss der Vermieter um seine Zustimmung gebeten werden, wenn ein Mieter beabsichtigt, einen Teil oder die gesamte Wohnung unterzuvermieten. Entsprechende Reglungen können bereits im Mietvertrag vereinbart worden sein. Hierbei ist der Mieter verpflichtet, Vermieter über den potenziellen Untermieter in Kenntnis zu setzen. Das betrifft Angaben zur Person sowie inhaltliche Belange des Untermietvertrags. Betreffen die Informationen jedoch die Einkommensverhältnisse des Untermieters, so darf dem Vermieter diesbezüglich die Auskunft verweigert werden. Vernachlässigt der Mieter allerdings seine Informationspflicht und lässt den Vermieter im Unklaren über die Person des Untermieters, so hat der Vermieter das Recht, sein Einverständnis nicht zu geben.

Berechtigtes Interesse des Mieters

In manchen Fällen kann der Mieter einen Anspruch auf Erlaubnis seitens des Vermieters geltend machen, indem er ein berechtigtes Interesse für die Untervermietung anführt. Dieses kann begründet sein, wenn:

  • der Mieter auf die Einnahmen aus dem Untermietverhältnis angewiesen ist
  • der Mieter mit dem Lebenspartner zusammenziehen möchte
  • sich die Anzahl der Bewohner durch einen Auszug verringert hat
  • der Mieter eine pflegebedürftige, verwandte Person aufnimmt

Es gilt, zu beachten, dass in bestimmten Situationen die Erlaubnis des Vermieters für die teilweise Gebrauchsüberlassung nicht vonnöten ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn dauerhaft nahe Verwandte wie Kinder oder Eltern sowie Pflege- und Haushaltspersonal in die Wohnung mit aufgenommen werden sollen. Geschwister fallen allerdings nicht unter diese Regelung. Weiterhin muss man vom Vermieter keine Zustimmung einholen, wenn sich nur vorübergehend verwandte Personen oder Besuch für maximal acht Wochen in der Wohnung aufhalten. All diese Fälle werden nicht als Untermietverhältnis gezählt.

Wann sich der Vermieter gegen einen Untermieter aussprechen kann

Ansonsten muss der Vermieter stets seine Zustimmung erteilen, wenn man ein Untermietverhältnis anstrebt, das gilt vor allem, wenn nicht nur ein Zimmer, sondern die gesamte Wohnung untervermietet werden soll. Es ist ihm bei triftigen Gründen durchaus gestattet, diese zu verweigern. Ein solcher zulässiger Grund liegt beispielsweise vor, wenn die betreffende Wohnung durch die Aufnahme eines Untermieters überbelegt ist. Von einer Überbelegung wird in der Regel dann ausgegangen, wenn mehr Personen als Zimmer in der Wohnung vorhanden sind. Ebenso kann der Vermieter das Untermietverhältnis untersagen, wenn vom Untermieter zu erwarten ist, dass dieser den Hausfrieden beeinträchtigen könnte oder dieser bereits Mietschulden aufkommen ließ. Wenn der Vermieter allerdings keine nachvollziehbaren Gründe dafür angibt, weshalb er der Untervermietung nicht zustimmt, so gewährt dies dem betroffenen Mieter ein Sonderkündigungsrecht und ggf. Schadensersatz für die entfallenen Einnahmen aus der Untermiete.

Folgen unerlaubter Untermiete

Wenn ein Mieter seine Wohnung ohne die Zustimmung des Vermieters untervermietet, dann riskiert er mit diesem Verhalten die mitunter fristlose Kündigung. Hier liegt die Beweispflicht allerdings beim Vermieter, der nachweisen muss, dass die betreffende Wohnung anderen ohne sein Einverständnis zum Gebrauch überlassen wurde. Zudem muss er dem Mieter eine angemessene Frist gewähren, innerhalb derer das Untermietverhältnis aufgelöst werden muss, bevor er zum Mittel der Kündigung greift.