Der Albtraum: Schimmel in der Wohnung

Schimmel auf Obst und Brot ist leicht zu erkennen. Im Haushalt leider nicht.

Schimmel sieht nicht nur hässlich aus, sondern ist auch hochgradig gesundheitsschädlich. Besonders im Winter wird er zum Problem. Wenn kalte Luft von draußen und warme von innen aufeinander treffen und Feuchtigkeit entsteht, entsteht häufig auch Schimmel.

Schimmelsporen sind ein Teil unserer natürlichen Umwelt. Sie kommen überall vor, auch in Innenräumen. Normalerweise sind sie harmlos. Übersteigt die Schimmelpilzkonzentration allerdings ein gewisses Maß, kann es gefährlich werden. Schimmelpilze mögen es gerne feucht.

Durch Atmen und Schwitzen produziert der Mensch permanent Feuchtigkeit, aber auch beim Kochen und Spülen, beim Wäschewaschen und Bügeln, besonders beim Baden und Duschen produzieren wir feuchte Luft. In einem Vier-Personen-Haushalt fallen pro Tag zwischen 10-12 Liter Luftfeuchtigkeit ab/an. Wenn die Feuchtigkeit nicht abtransportiert wird, bilden sich Mikroorganismen, darauf entstehen Schimmelsporen.

Anzeichen für giftigen Schimmel

Schimmel kann viele verschiedene Erscheinungen haben wie zum Beispiel Punkte an der Wand, Verfärbungen, dunkle Ringe oder Flecken. Schimmel ist nicht immer schwarz, er kann auch grün, orange, brau oder weiß sein. Ungewöhnliche, muffige Gerüche könnten bereits Anzeichen für Schimmelbefall in der Wohnung sein.

Schimmel ist nicht immer direkt sichtbar. Er kann auch unbemerkt für den Bewohner hinter Möbeln entstehen, zum Beispiel weil Möbel zu nah an der Wand gestanden haben. Grundsätzlich kann sich Schimmel in allen Wohnräumen entwickeln, auch vor Schlaf- und Kinderzimmern macht er keinen Halt.

Gefährliche Auswirkungen auf die Gesundheit

Häufiges Husten, wenn man nicht raucht oder Asthma hat,  kann ein Anzeichen für gesundheitliche Probleme, ausgelöst durch Schimmel sein. Auch häufig entzündete Augen können ein Anzeichen für Schimmel in der Wohnung sein. Die chemischen Verbindungen im Schimmelpilz reizen die Schleimhäute der Augen und führen zu Entzündungen. Binde- und Hornhautentzündungen können die Folge sein.

Allergien und Infekte ausgelöst von Schimmelsporen, können ebenfalls schwerwiegend und langwierige Folgen für die Gesundheit haben. Vor allem bei Kindern kann die frühe Aussetzung von Schimmelsporen nachweislich später zu Asthma führen.

Feuchtigkeit und Schimmel gehen Hand in Hand

Schimmel bildet sich immer dort, wo sich zu viel Feuchtigkeit sammelt und nicht abtrocknen kann. Doch Feuchtigkeit alleine reicht nicht aus, Schimmel benötigt auch Nährboden. Auf Wandbelägen aus Holz, Tapeten und Dämmmaterialien sowie Staub und Schmutz kann Schimmel wachsen.

Im Badezimmer, in der Küche oder in Fensterbereichen bildet sich Schimmel daher häufig und schnell. Besonders, wenn die außen Wände gut abgedichtet sind, fängt sich Feuchtigkeit an den kalten Flächen am Fenster.

Dort kondensiert die feucht, warme Luft —ein perfekter Nährboden für Schimmel. Auch  Lüften mit gekippten Fenstern kann zu Problemen frühen, wenn die feuchte Luft von Innen auf die kalte Fassade trifft, entsteht Feuchtigkeit und dadurch genau über den Fenstern sogenannte Schwärzepilze. Die sind zwar nicht gesundheitsschädlich, können aber darauf hinweisen, dass in den Räumen bereits Feuchtigkeit besteht.

Ebenfalls gefährdet sind Dachböden, wenn sie nicht gut geheizt und schlecht gedämmt sind denn Wärme und Feuchtigkeit ziehen nach oben. So kann sich am kühlen Dachstuhl Feuchtigkeit sammeln und die Dachisolierung schimmeln.

Wer trägt die Kosten? Falsches Verhalten vs. bauliche Mängel

Spätestens, wenn es um die Entfernung von Schimmel geht, kommt die Frage auf, wer die Kosten dafür zu tragen hat. Dabei ist ausschlaggebend, wer den Schaden verursacht hat. Falsches Heiz- und Lüftverhalten können genauso Gründe sein wie bauliche Mängel.

Eine mangelhaft Gebäudeabdichtung des Hauses, Wasserschäden im Mauerwerk und neue Lüftungsbedingung, sind für Mieter und Vermieter nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen oder bekannt. Die Beweislast liegt in beiden Fällen jedoch zuerst beim Vermieter.