Leeres Treppenhaus

Geringere Nebenkostenzahlungen bei Auslandsaufenthalt?

Berufliche oder private Ursachen bedingen manchmal einen längeren Aufenthalt im Ausland. Dies kann der Fall sein bei einem Auslandssemester während des Studiums oder einer Auslandsentsendung seitens des Arbeitgebers. Die Dauer kann dabei von mehreren Monaten bis hin zu Jahren variieren. Als Mieter möchte man ungern seine Wohnung während dieser Zeit aufgeben. Aber muss man die vollen Nebenkosten zahlen, obwohl die Wohnung gar nicht genutzt wird? Oder reicht es aus, nur die Kaltmiete zu begleichen?

Auswirkungen eines Auslandsaufenthalts auf die Nebenkosten

Wenn der Mieter längere Zeit im Ausland verbringt, besteht die Möglichkeit eines Effekts auf die Nebenkostenabrechnung. Jedoch: die physische Abwesenheit befreit den Mieter nicht von seiner Zahlungspflicht. Die Nebenkosten sind im Regelfall mietvertraglich vereinbart und der Mietvertrag behält weiterhin seine Gültigkeit, wenn er nicht gekündigt wird. Etwaige Vorauszahlungen müssen also geleistet werden. Hintergrund dieser Regelung ist, dass dem Vermieter auch verbrauchsunabhängige Kosten für eine ungenutzte Wohnung entstehen, die er auf seine Mieter umlegen darf. Dazu gehören u.a. Grundsteuer, Versicherungen, Müllabfuhr oder Hausmeisterdienste.

Hierbei spielt auch der Verteilerschlüssel eine Rolle. Werden die Mietnebenkosten beispielsweise nach der Wohnfläche berechnet, ändert ein Auslandaufenthalt nichts an der Höhe oder der grundsätzlichen Zahlungspflicht.

Eine ungenutzte Wohnung ist außerdem nicht gleichzusetzen mit einer leerstehenden Wohnung. Bei Leerstand müsste der Vermieter die Kosten selbst tragen. Das gilt aber nur dann, wenn die Wohnung nicht vermietet ist.

Konkrete Auswirkungen hat ein Auslandsaufenthalt lediglich auf diejenigen Nebenkosten, die nach Verbrauch ermittelt werden, also Betriebskosten für Heizung und Warm- bzw. Kaltwasser. Da die Wohnung nicht genutzt wird, reduziert sich der Verbrauch entsprechend. Das wird spätestens auf der nächsten Nebenkostenabrechnung erkennbar. Im günstigsten Fall entsteht ein stattliches Guthaben und für den darauffolgenden Abrechnungszeitraum kann dann eine niedrigere Vorauszahlung vereinbart werden. Im Vorfeld ist das jedoch nicht möglich.

Untervermietung und Winterdienst

Der Mieter kann für die Dauer seiner Abwesenheit die ungenutzte Wohnung untervermieten und somit direkten Einfluss auf die Nebenkostenabrechnung nehmen. Dazu muss der Vermieter allerdings seine Einwilligung geben. Zu beachten ist hierbei folgender Sonderfall: Wenn der Verteilerschlüssel auf der Personenanzahl beruht, muss dieser entsprechend angepasst werden, sollte sich mit der Untervermietung eine andere Zusammensetzung ergeben.

Übrigens: Eine längerfristige Abwesenheit entbindet nicht von Pflichten, welche Mieter u.U. zu bestimmten Jahreszeiten erfüllen müssen. Dazu zählen neben dem Winterdienst die Gartenpflege oder die Treppenhausreinigung. Wenn der Mieter nicht selbst für Ersatz sorgt, kann der Vermieter eine Firma damit beauftragen. Die dafür anfallenden Kosten kann er in der Nebenkostenabrechnung auf den Mieter umlegen.