Nebenkostenabrechnung mit Taschenrechner und Geldscheinen

Nebenkostenabrechnung bei Eigentümerwechsel

Jedes Jahr erhalten Mieter von Ihren Vermietern die Abrechnung der Nebenkosten. In manchen Fällen kommt es dabei während eines Jahres zu einem Eigentümerwechsel. Für Mieter sollte das an sich keine Folgen oder Veränderungen haben, denn der Kauf bricht nicht Mietvertrag. Alle Vereinbarungen, die Mieter mit ihrem alten Vermieter im Mietvertrag festgehalten haben, bleiben so bestehen. Der neue Eigentümer nimmt einfach die Position des alten Vermieters ein. Unabhängig davon, wann der Eigentümerwechsel erfolgt, ist der Eigentümer zum Zeitpunkt, an welchem der Abrechnungsanspruch entsteht, abrechnungspflichtig.

Für Mieter bleibt alles gleich

Alle Abmachungen, die der alte Eigentümer mit dem neuen Eigentümer trifft, haben keinen Einfluss auf das Mietverhältnis, welches so wie es ist auf den neuen Eigentümer übergeht. Eine Zwischenabrechnung ist nicht zulässig. Einzig die Zwischenablesung aller Zählerstände steht dem neuen Eigentümer zu. So kann er mit dem alten Eigentümer abrechnen.

Der Eigentümer, der die Abrechnungspflicht inne hat, muss mit den Mietern über die komplette Abrechnungsperiode abrechnen. Eine zum Zeitpunkt des Eigentümerwechsels stattfindende Abrechnung ist nicht zulässig, außer dieser findet zeitgleich mit dem Ende der Abrechnungsfrist statt. Bei welchem Vermieter der Mieter seinen Abschlag geleistet hat, ist ebenso unwichtig.

Die Aufgabe der Erstellung der Nebenkostenabrechnung fällt so in der Regel dem neuen Eigentümer zu. Dieser kann in jener nur die Kosten auf Mieter umlegen, die im Mietvertrag festgelegt sind. Eventuell anfallende Nachzahlungsansprüche hat er gegenüber den Mieter geltend zu machen. Die Auszahlung von möglichen Guthaben hat meist der alte Eigentümer zu übernehmen. Die Unterlagen und Belege, welche der neue Eigentümer zur Abrechnung benötigt, muss der alte dem Eigentümer dem neuen Eigentümer zur Verfügung stellen.

Für den Fall dass der Eigentümerwechsel mit Ende einer Abrechnungsperiode statt findet, muss der alte Vermieter die Nebenkostenabrechnung erstellen und eventuell anfallende Nachzahlungen bei den Mietern geltend machen. Die Vorauszahlungen der Mieter stehen ab dem Zeitpunkt des Verkaufs dem neuen Eigentümer zu und sind von den Mietern auch an diesen zu richten. Wird ein Haus vererbt, bleibt alles wie gehabt. Alle Ansprüche gehen auf den Erben oder die Erbengemeinschaft einer Immobilie über.

Neuer und alter Eigentümer müssen Übergabemodalitäten selbst festlegen

Wie der neue und der alte Eigentümer die Übergabe und die Abrechnungspflicht gestalten, bleibt ihnen überlassen und hat nichts mit der Mieterschaft zu tun. Bei der Übergabe wir in der Regel vereinbart, wie die Erstellung der Nebenkostenabrechnung für die laufende Abrechnungsperiode statt zu finden hat. Speziell Nachzahlungsforderungen und Guthabenansprüche der Mieter sollten hier klar festgelegt werden.

Der alte Eigentümer muss seine Mieter nicht über den Verkauf der Immobilie informieren. Will er sich jedoch davor schützen, für einen möglichen zahlungsunfähigen neuen Eigentümer zu bürgen, muss er die Mieter über den Eigentümerwechsel informieren und ihnen somit die Möglichkeit zur Kündigung einräumen. Diese Benachrichtigung sollte nachweislich und erst nach dem Verkauf stattfinden. Machen Mieter nicht zum nächstmöglichen Termin von Ihrem Kündigungsrecht gebrauch, gilt der neue Eigentümer als akzeptiert und der alte Eigentümer muss nicht mehr für ihn bürgen.