Gewerbe im Wohnhaus = Höhere Nebenkosten?

Gewerbe im Wohnhaus - MINEKO

In vielen Städten finden sich Gebäude, bei denen eine Mischnutzung besteht. Diese bestehen sowohl aus Wohn- als auch aus Gewerbeeinheiten. Oftmals handelt es sich dabei einen kleinen Laden oder den gastronomischen Betrieb im Erdgeschoss eines mehrstöckigen Hauses. Mieter befürchten oft, dass Gewerbe bei ihnen im Wohnhaus zu höheren Kosten führt, was vor allem in der Betriebskostenabrechnung deutlich wird. So wirkt sich ein Friseurgeschäft sicherlich auf den Wasserverbrauch aus, während ein Imbiss wahrscheinlich deutlich mehr Müll verursacht als ein privater Mieter. Wir zeigen, was bei der Nebenkostenabrechnung zu beachten ist, wenn in einem Wohnhaus auch Gewerbeeinheiten untergebracht sind.

Keine Mehrbelastung

Nicht immer müssen in der Nebenkostenabrechnung die Kosten für das Gewerbe extra ausgewiesen werden. Höhere Betriebskosten entstehen in Abhängigkeit von der Art und des Umfangs der Nutzung des Gebäudes. Wenn durch das Gewerbe keine Mehrbelastung der übrigen Mieter verursacht wird und keine gesonderten Kosten anfallen bzw. sich die Betriebskosten auf vergleichbarem Niveau befinden, so ist der Vermieter nicht verpflichtet, das Gewerbe separat vom Wohnraum abzurechnen. Dazu darf er bei beiden Nutzungsformen den gleichen Verteilerschlüssel anwenden. Diese Regelung dient dem Interesse der Mieter sowie Vermieter, die Nebenkostenabrechnung möglichst einfach zu halten.

Trennung von Gewerbe- und Wohneinheiten

Unter bestimmten Umständen ist der Vermieter jedoch gezwungen, die Kosten für die Gewerbeeinheiten und die Wohneinheiten in der Betriebskostenabrechnung zu trennen. Dies ist der Fall, wenn durch das Gewerbe eine erhebliche Mehrbelastung der übrigen Mieter entsteht. Laut Rechtsprechung ist hierbei eine Obergrenze von 15 Prozent anzusetzen. Wenn die Gewerbeeinheiten mehr als 15 Prozent der Mehrbelastung verursachen, sollten Vermieter dies bei der Erstellung der Nebenkostenabrechnung entsprechend berücksichtigen. Dies geschieht in der Regel über einen Vorwegabzug. Bei diesem werden die Kosten für den Gewerbeteil des Gebäudes von den übrigen Gesamtkosten subtrahiert und anschließend die Kostenpositionen entsprechend der vereinbarten Verteilerschlüssel auf die jeweiligen Mieter verteilt. Es gilt hierbei zu beachten, dass dieser Vorwegabzug auf der Abrechnung erscheinen muss. Der Vermieter darf die Kosten für das Gewerbe nicht abziehen, ohne dies entsprechend auszuweisen, da ansonsten die Gesamtkosten nicht nachvollziehbar sind. Wird also der Vorwegabzug vorgenommen, aber in der Abrechnung nicht aufgeführt, so stellt dies mitunter einen formellen Fehler dar.

Fragen zu Ihrer Nebenkostenabrechnung?

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Welche Kostenarten sind betroffen?

Bei einem Haus mit Mischnutzung wirken sich Gewerbeeinheiten oftmals bei bestimmten Positionen auf die Nebenkostenabrechnung aus. Das hat allerdings zur Folge, dass bei einem Vorwegabzug alle Kostenpositionen nach Wohn- und Gewerbeteil getrennt aufgeführt werden müssen. Für die Grundsteuer gilt beispielsweise, dass diese häufig viel höher für Gewerberaum ausfällt als für Wohnraum. Auch die Versicherungsbeiträge gestalten sich für Gewerbe wesentlich höher, da das Versicherungsrisiko höher liegt. Was die Verbräuche angeht, so verursachen gastronomische Betriebe mitunter deutlich mehr Müll, während in Büros möglicherweise höhere Heizkosten anfallen.

Wie können Sie Ihre Nebenkosten prüfen lassen?

Nebenkosten sind rechtlich komplex und rechnerisch kompliziert. Die beste Möglichkeit ist daher, die Abrechnung von einem Experten prüfen zu lassen. Ob sich das lohnt, können Sie in unserem kostenlosen Schnell-Check in nur 2 Minuten herausfinden.

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