Seniorenpaar mit Kündigungsschreiben

Widerspruch gegen die Mietnebenkostenabrechnung

Bei dem Erhalt der jährlichen Mietnebenkostenabrechnung sollte jeder Mieter prüfen ob seine Abrechnung schlüssig ist und vor allem ob diese eine signifikante Abweichungen zur Abrechnung vom Vorjahr aufweist. Es ist gesetzlich geregelt dass eine Nebenkostenabrechnung so aufgestellt sein muss das ein juristischer Laie sie verstehen kann ohne zusätzliche Unterlagen hinzuziehen zu müssen. Ist eine solche klare Aufstellung der Gesamtkosten und deren Verteilung nicht gegeben so ist dies ein Grund für die Beanstandung der Abrechnung. In einem solchen Fall kann der Mieter beim Vermieter eine Korrektur verlangen und bis dahin die Nachzahlungsforderungen ablehnen.

Bei einer Fehlerhaften Rechnung kann der Mieter Widerspruch bei seinem Vermieter gegen die Rechnung einreichen. Dies sollte auf jeden Fall schriftlich geschehen aus Beweissicherungsgründen, von Vorteil wäre ein Einschreiben mit Rückschein. Der Mieter muss beachten dass er im Widerspruch vernünftige Beschwerdepunkte vorbringen muss auf deren Grundlage er die Abrechnung beanstandet. Die reine Behauptung, die Nebenkostenabrechnung sei falsch ist nicht ausreichend für einen gültigen Widerspruch.

Welche Fristen muss ich bei einem Widerspruch beachten?

Ab dem Erhalt der Nebenkostenrechnung hat der Mieter eine 12 monatige Widerspruchsfrist in welcher er die Abrechnung prüfen und gegeben falls beanstanden kann.  Bei einer Überschreitung dieser Frist muss der Mieter mit der Konsequenz rechnen dass er seine Beanstandung an der Rechnung nicht geltend machen kann. Dies könnte dazu führen das ein Mieter seinem Vermieter eine erhöhte Nachzahlung bezahlen muss obwohl es innerhalb der Rechnung zu einem Rechnungsfehler gekommen ist oder sogar Kosten auf den Mieter umgelegt wurden welche der Vermieter selber hätte tragen müssen. Eine Ausnahme ist gegeben wenn der Mieter für die Überschreitung der Frist selber nicht verantwortlich ist, beispielweise wenn ein Mieterbund die Abrechnung prüft und die Ergebnisse nicht rechtzeitig an den Mieter zurückgibt.

Obwohl die gesetzliche Widerspruchsfrist 12 Monate beträgt, bedeutet dies nicht dass die Forderungen welche aus der Abrechnung resultieren erst bis zum Ende dieser 12 Monate bezahlt werden müssen. Nach Erhalt der Abrechnung hat der Mieter 30 Tage Zeit um die Nebenkostenabrechnung zu begleichen. Sollte sich aus der Abrechnung ein Guthaben für den Mieter ergeben hat der Vermieter auch dieses auszuzahlen innerhalb von 30 Tagen.

Zahlung der Nebenkostenabrechnung mit Vorbehalt

Da es einen Unterschied in der Widerspruchsfrist und der Fälligkeitsfrist gibt, sollte ein Mieter im Zweifel seine Nebenkostenabrechnung mit Vorbehalt zahlen. Dies macht man am besten in dem man bei einer Überweisung im Betrefffeld dieses angibt: „Zahlung unter Vorbehalt“.

Was passiert nach dem Widerspruch?

Wenn der Mieter seinen begründeten Widerspruch beim Vermieter eingereicht hat, muss der Vermieter dem Mieter beweisen dass seine Abrechnung fehlerfrei ist. Solange der Vermieter dem Mieter nicht Einsicht gewehrt in die Originalrechnungsbelege sind seine Zahlungsansprüche nicht fällig.