Häuser mit ansteigendem Pfeil

Werden die Mietpreise auch 2016 steigen?

Seit Jahren schießen die Mieten rasant in die Höhe, was besonders in den Großstädten zu spüren ist. Viele Mieter können auf dem Immobilienmarkt angebotene Wohnungen kaum mehr bezahlen. Wie sieht der Trend für die Mietpreise im laufenden Jahr 2016 aus? Müssen Mieter noch größere Anteile ihrer Gehälter für die Mieten aufwenden? Oder sind andere Entwicklungen erkennbar?

Die Situation in den Ballungszentren

Für die meisten Mieter ist es vor allem in Ballungszentren und Universitätsstädten in den vorigen Jahren immer schwieriger geworden, günstige Wohnungen zu finden. In Berlin und Stuttgart lagen 2015 laut Bundesbauministerium die Teuerungsraten bei 8,9 bzw. 6,8 Prozent. Fachleute schätzen, dass sich diese Tendenz auch 2016 fortsetzen wird. Der Deutsche Mieterbund führt das starke Anwachsen der Mieten in Ballungsgebieten auf die rasch wachsende Nachfrage nach Mietwohnungen zurück. Im Vergleich zur Nachfrage nimmt jedoch das Angebot nicht im gleichen Maße zu. Statistiken zufolge werden die höchsten Zuwächse der Mietpreise in Würzburg mit 6,8 Prozent und in Kassel mit 6 Prozent erwartet.

Kann die Mietpreisbremse positive Änderungen bewirken?

Die Mitte 2015 eingeführte Mietpreisbremse der Bundesregierung soll in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt den sprunghaften Anstieg der Mieten dämpfen. Bei neuen Mietverträgen und Staffelmieten dürfen Mieten künftig nicht mehr als zehn Prozent über der ortgebundenen Vergleichsmiete liegen. Die jeweils auf Landesebene eingesetzte Regelung gilt zurzeit in etwa 300 Städten, allerdings nicht für Neubauten und umfassend modernisierte Wohnungen. Eine immer wieder geäußerte Kritik besteht darin, dass die Vorschrift nicht flächendeckend verbindlich ist. Die Mietpreisbremse scheint nicht somit dauerhaft sinkende Mieten zu bewirken. Wenn Mieter keinen Einspruch erheben, neigen Vermieter offenbar dazu, das Gesetz zu umgehen. Verstöße von Vermietern werden nicht gesetzlich sanktioniert.

Herrscht überall die gleiche problematische Situation?

Vor allem für Menschen mit Anspruch auf sozial geförderte Wohnungen bieten sich einer Auswertung von Immobilien-Portalen zufolge kaum geeignete Mietobjekte, denn der Anteil der erhältlichen kostengünstigen Wohnungen liegt zum Teil bei unter zehn Prozent. Andererseits ist Wohnraum nicht überall gleichermaßen knapp. In ländlichen Regionen, so das Bundesbauministerium, wo Bevölkerung verstärkt abwandert und viele Wohnungen leer stehen, stagnieren die Mietpreise, wenn sie nicht sogar sinken. Bundesweit ergeben sich daher Spannweiten von 4,08 Euro (Fichtelgebirge) bis 13,99 Euro (München) pro Quadratmeter.