Wasserzähler – Fluch oder Segen für den Mieter?

Wasserzähler, oder manchmal auch fälschlicherweise „Wasseruhren“ genannt, sind Messgeräte, die der Erfassung der durchgeflossenen Wassermenge in einem Rohr dienen. Sie werden in Mietangelegenheiten einmal als Hauptwasserzähler für ein Gebäude genutzt, zur Feststellung des Warmwasserverbrauchs einer Partei oder eben manchmal auch als Kaltwasserzähler für die einzelnen Wohnungen eines Mehrfamilienhauses. Im Prinzip dienen sie immer einer genauen Erfassung des Wasserverbrauchs, was dem Mieter zugutekommen sollte. Dennoch gibt es in diesem Zusammenhang oft Fehlinformationen und Unklarheiten. Daher soll hier einmal ein detaillierter Überblick über das Thema „Wasserzähler“ gegeben werden.

Wasseruhren - MINEKO

Wasserzähler für Warmwasser

In der Nebenkostenabrechnung wird grundsätzlich zwischen Warmwasserkosten und Kaltwasserkosten unterschieden. Die Berechnung der Warmwasserkosten wird im Unterschied zum Kaltwasser in der Heizkostenverordnung geregelt. Hier wurde deutlich festgesetzt, dass mindestens 50%, i.d.R. sogar 70% der Warmwasserkosten verbrauchsabhängig berechnet werden müssen. Daher sind Warmwasserzähler mittlerweile bundesweit Vorschrift. Anders verhält es sich mit Kaltwasserzählern. Hier gibt es in Deutschland noch keine einheitlich bindende Regelung.

Wasserzähler für Kaltwasser

Das Mietrecht gibt keine einheitliche Bestimmung zum Umgang mit Kaltwasserzählern an. Allein für Neubauten regeln die Landesbauordnungen der Länder, ob der Einbau vorgeschrieben ist oder nicht. Dabei haben sich 13 Bundesländer zum Pflichteinbau von Wasserzählern in Neubauten entschieden. Allein in Bayern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt können neue Häuser auch nach wie vor ohne Wasserzähler gebaut werden.

Bestandsbauten haben keine Wasserzählerpflicht

Für Bestandsbauten gibt es wie gesagt keine vergleichbaren Regelungen, dennoch haben sich Hamburg und Schleswig-Holstein dazu verpflichtet, auch Bestandsbauten mit Wasserzählern nachzurüsten. Hamburg hatte den Schritt bereits zum 01.09.2004 abgeschlossen. In Schleswig-Holstein bleibt Eigentümern noch bis zum 31.12.2020 Zeit.
In allen anderen Bundesländern obliegt die Entscheidung ein bestehendes Mehrfamilienhaus mit Wasserzählern auszustatten allein dem Vermieter. Er ist weder per Gesetz dazu verpflichtet noch muss er den einhelligen Wunsch der Mieter berücksichtigen.

Einbau und Umlagefähigkeit der Wasserzählerkosten

Entschließt sich ein Vermieter dazu die Parteien seines Hauses mit Wasserzählern auszustatten, so gilt eine einfache Mitteilung an die Mieter als absolut ausreichend. Die Mieter müssen die Entscheidung dulden. Da der Einbau von Kaltwasserzählern als wertverbessernde Modernisierungsmaßnahme gilt, kann der Vermieter die Kosten via Mieterhöhung auf die Parteien umlegen. Dabei werden 11% der aufgewendeten Kosten pro Jahr als akzeptable Mieterhöhung angesehen. Die Kosten der Anschaffung trägt jedoch der Vermieter allein. Außer er mietet die Wasserzähler nur, auch dann kann er die Kosten auf die Mieter umlegen – in diesem Fall dann über die Betriebskosten.
Die Wartung der eichpflichtigen Geräte ist ebenfalls umlagefähig und auch der periodische Austausch der Wasserzähler, ohne dass diese einen Defekt aufweisen müssen, gilt als legitim.heizen“ der ganzen Wohnung bei Ihrer Rückkehr.

Wasserzähler verpflichten nicht zwangsweise zur verbrauchsabhängigen Abrechnung

Auch wenn Wasserzähler eine verbrauchsabhängige Abrechnung ermöglichen, besteht für Mieter nur dann ein Anrecht darauf, wenn wirklich alle Parteien eines Mehrfamilienhauses mit einem Kaltwasserzähler ausgerüstet sind. Ist dies nicht der Fall, darf der Vermieter weiter via Verteilerschlüssel, d.h. pro Quadratmeter oder Person, abrechnen. Das entschied das BGH im März 2008. Zwar hat jeder Mieter das Recht einen Kaltwasserzähler auf eigene Kosten in seiner Wohnung anbringen zu lassen, der Vermieter muss diesen jedoch nicht als Grundlage zur Berechnung der Kaltwasserkosten nutzen. Auch dann nicht, wenn der Zähler nachweislich gegen Manipulationen gesichert ist und es Zeugen für die Richtigkeit der Zählerstände gibt.
Sind jedoch alle Mieter mit Kaltwasserzählern ausgerüstet, ist der Vermieter verpflichtet nach angefallenem Verbrauch zu berechnen. Das gilt auch dann, wenn im Mietvertrag eine verbrauchsunabhängige Umlage vereinbart wurde.

Hauptwasserzähler vs. Kaltwasserzähler der Parteien

Oftmals kommt es vor, dass die Summe der einzelnen Kaltwasserzähler und der Stand des Hauptwasserzählers eine Differenz aufweisen. Das liegt zumeist daran, dass Hauptwasserzähler genauer arbeiten als die Exemplare für die einzelnen Parteien. Die Frage bleibt: Wer zahlt die Differenz? Hier haben sich die meisten Urteile für eine Grenze von 20% ausgesprochen. Ist die Messdifferenz geringer als 20%, wird das Ergebnis des Hauptwasserzählers anteilig anhand der Wohnungswasserzählerwerte verteilt. Liegt die Differenz jedoch über 20% müssen die Mieter nur den Verbrauch der Wohnungszähler zahlen, denn solche Differenzen weisen eher auf unberechtigte Wasserentnahme, einem Rohrbruch oder sonstige Wasserverluste hin. Diese hat jedoch der Vermieter allein zu tragen, da die Instandhaltungspflicht bei ihm liegt.

Fluch oder Segen? Hängt vom Verbrauchsverhalten ab

Der Einbau von Kaltwasserzählern ermöglicht Mieter eine verbrauchsabhängige Berechnung ihrer Wasserkosten. So können sie auch deutlich besser Einfluss auf die zu erwartenden Kosten nehmen und ihr Wasserverbrauchsverhalten dementsprechend anpassen.
Auf der anderen Seite beinhalten der Einbau und die Verwendung von Wasserzählern auch Mehrkosten für den Mieter wie eine etwaige Mieterhöhung oder die Umlage der Wartungskosten auf die Betriebskosten.
So hängt es wohl vom Verbrauchsverhalten eines jeden Mieters ab, ob Kaltwasserzähler für ihn eine finanzielle Be- oder Entlastung darstellen.

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