überfüllte Mülltonne

Vermieteralbtraum Messies – das können Sie unternehmen

Eine echte Schreckensvorstellung für jeden Vermieter besteht darin, einen Messie zu beherbergen, der zwanghaft alle möglichen Dinge sammelt. Wenn sich Berge von Unrat türmen und unangenehme Gerüche durch das Mietobjekt strömen, sollte der Vermieter schnellstmöglich reagieren. Jedoch ist eine Kündigung des Messie-Mieters nicht so einfach. Wir zeigen, worauf Vermieter achten müssen, wenn sie feststellen, dass einer ihrer Mieter die Wohnung verwahrlosen lässt.

Rechter und Pflichten der Mieter

Ein Messie leidet an einer psychischen Störung, die dazu führt, dass er wertlose Dinge und Müll in Unmengen hortet. Dementsprechend sind Messie-Wohnungen Vermietern ein Dorn im Auge. Als Mieter hat man gewisse Pflichten zu erfüllen, da man nicht Eigentümer der Wohnung ist. Dazu gehören unter anderem eine pflegliche Behandlung der Mietsache und die Vermeidung von Schäden am Mietobjekt. Damit ist auch die Entsorgung von Hausmüll und Lebensmitteln gemeint.
Um zu verhindern, dass Messies gar nicht erst die Mietwohnung beziehen, können Vermieter vor Abschluss des Mietvertrags eine Selbstauskunft der Interessenten verlangen. Diese kann die Auskunft über vorherige Vermieter enthalten, bei denen man sich informieren kann.
In manchen Fällen ist man jedoch als Vermieter machtlos. Solange andere Mieter nicht beeinträchtigt werden und die Bausubstanz keinen Schaden nimmt, genießt der vermeintliche Messie wie jeder andere Mieter auch eigentümerähnliche Rechte und kann seine Wohnung so nutzen, wie er es für angebracht hält, selbst wenn sich beispielsweise alte Zeitungen bis zur Decke stapeln sollten.

Welche Maßnahmen können Vermieter ergreifen?

Wenn eine Verwahrlosung der Wohnung durch einen Messie-Mieter vorliegt, ist es Sache des Vermieters, zu handeln. Zunächst sollte er sich einen Überblick über den Zustand der Wohnung verschaffen und eine Besichtigung durchzuführen. Darüber muss er den Mieter allerdings im Vorfeld informieren.
Sollte sich der Verdacht bestätigen und beispielsweise eine erhebliche Geruchsbelästigung durch Müll und Unrat vorliegen, kann der Vermieter den Mieter abmahnen und ihm eine Frist setzen, um den Schaden zu beseitigen und die Wohnung vom Müll zu befreien. Dieser Schritt der Abmahnung ist notwendig, um eine außerordentliche, fristlose Kündigung zu rechtfertigen. Diese darf der Vermieter erst erteilen, wenn sich innerhalb der gesetzten Frist nichts am Zustand der Wohnung ändert und beispielsweise eine Geruchsbelästigung weiterhin besteht. Im Einzelfall ist es jedoch oft Ermessenssache, ab wann eine vermüllte Wohnung für den Vermieter nicht mehr zumutbar ist.
Ein eindeutiger Fall liegt zum Beispiel dann vor, wenn verschimmeltes Essen Ungeziefer anlockt oder die Wohnung in ihrer Bausubstanz geschädigt wird. Liegt durch biologischen Müll eine gesundheitsgefährdende Situation vor oder halten sich in der Messie-Wohnung Haustiere auf, so ist der Vermieter angehalten, die zuständigen Behörden zu verständigen, um Schutzmaßnahmen einzuleiten.