Nebenkosten festsetzten

Vermieter setzt Nebenkosten willkürlich fest

Wenn Sie als Mieter eine viel zu hohe Nebenkostenabrechnung erhalten, welche stark von Ihrer vorherigen Abrechnung abweicht, sollten Sie die Abrechnung eingehend prüfen. Gerade nach einem Eigentümerwechsel legen Vermieter Nebenkosten manchmal überhöht fest.

Vorsicht bei Eigentümerwechsel

Nach Informationen der SZ(Artikel vom 28.1.2014) ereignete sich das Ende 2013 in München, in den „Donnersberger Höfen“ vor. Der Immobilien Konzern „Patricia“ aus Augsburg erwarb Ende 2012 die exklusive Wohnanlage im Herzen Münchens. Bezogen wurde jene erst Anfang 2012, somit hatten die Mieter keine Vergleichswerte vorheriger Nebenkostenabrechnungen.

Kurz vor Ende der zulässigen Abrechnungsfrist des Vermieters, welche 12 Monate nach dem Abrechnungszeitraum endet, gingen allen Mietern überhöhte und zudem inkorrekte Nebenkostenabrechnungen zu. Die Mieter staunten nicht schlecht, als Sie kurz vor Weihnachten 2013, Aufforderungen zur Nebenkostennachzahlung von bis zu 1000€ erhielten. Schließlich wurde der Wohnkomplex noch vor dem Bezug der Wohnungen mit „niedrigen Energiekosten“ beworben. Daraufhin schlossen sich die Mieter im Kollektiv zusammen und weigerten sich die hohen Nachzahlungen zu leisten.

Mieter monierten bei „Patricia“

Die Mieter monierten ihre Nebenkostennachzahlungen und verlangten allesamt neue und vor allem korrekte Abrechnungen. Denn in der Abrechnung, welche ihnen vor Weihnachten zuging, wurden ihnen teilweise Kosten auferlegt die praktisch nichts mit ihren eigentlich zu zahlenden Nebenkosten zu tun hatten. So zum Beispiel „die Bewachung der Baustelle“. Außerdem rechnete „Patricia“ manchen Mieter Stromrechnungen vor, welche nicht mal den ihnen zugehörigen Zählern zu Grunde lagen oder Heizkosten, welche nicht der eigentlichen Quadratmehrzahl der Wohnung entsprachen in welcher die Mieter wohnten.

Doch das war noch nicht alles. Bei der Abrechnung der Betriebskosten des Hauses gingen sogar noch mehr schief. Manchen Wohnungen wurden so zum Beispiel Kosten Für die Müllentsorgung von mehreren hundert Euro berechnet. Anderen Wohnungen wiederum überhaupt keine. Auch für die Kosten der Gartenpflege wurde den Mietern ca. „viermal“ so viel, wie dem Münchner Durchschnitt berechnet. Auch die „Grundsteuer differierte je nachdem, ob eine Wohnung im West- oder Ostteil der Anlage“ lag.

„Patricia“ lag vorher schon oft daneben

Das Nebenkostenabrechnungen inkorrekt waren, passierte beim „Patricia“ Konzern aber nicht zum ersten mal. Schon bei anderen Wohnhäusern des Konzerns wurden übermäßig hohe Nebenkostenabrechnungen an die Mieter ausgestellt. In den meisten Fällen entschuldigte sich der „Patricia“ Konzern im Nachhinein bei den Mietern und probierte mit ihnen zusammen eine Lösung zu finden.

Im Fall der „Donnersberger Höfe“ war die lange Verzögerung der Zustellung, laut „Patricia“ bedingt durch die Fernablesung der Zähler, welche vom „Energiedienstleister“ fehlerhaft installiert wurde. Des Weiteren versprach „Patricia“, dass „erst mal keine Nachzahlungen“ von den Mietern eingefordert worden wären. Anhand des Beispiels vom „Patricia“ Konzern wird deutlich, dass Sie als Mieter nicht jede Nebenkostenabrechnung die Ihnen vorgelegt wird einfach akzeptieren sollten.

Falls Sie selbst nicht dazu in der Lage sind, lassen Sie sich von Experten beraten. Denn in Deutschland sind ca. zwei Drittel aller Nebenkostenabrechnungen falsch und in den meisten Fällen wird das vom Mieter nicht einmal bemerkt. Oft zahlen Sie als Mieter so über Jahre hinweg deutlich zu viel Geld für Ihre Wohnung.