Verbrauchsschätzung

Der Begriff Verbrauchsschätzung bezeichnet einen Hergang, bei dem die Werte für die Betriebskostenabrechnung nicht auf Grundlage der Zählerstände und Messuhren bestimmt werden, sondern der Verbrauch der Mieter näherungsweise bestimmt wird.

Grundsätzlich ist die Verbrauchsschätzung der Betriebskosten nicht möglich. Jedoch bedingen manche äußere Faktoren, dass der Vermieter keine Möglichkeit hat, korrekte Messwerte abzulesen.

Ein solcher äußerer Einfluss ist beispielsweise der Ausfall der Messgeräte. Wenn die Wasseruhr defekt oder das Heizkostenmessgerät ausgefallen ist, hat der Vermieter keine Handhabe die Werte dort nachzuvollziehen.

Manche Mieter verwehren auch den Zugang zu den Messgeräten oder sind aufgrund von Urlaub oder Krankheit am Tag der Ablesung nicht zugegen. Technische Mängel, altersbedingter Verschleiß, Beschädigung der Messgeräte oder kein Zugang zu den Messgeräten können also das ordnungsgemäße Erfassen der Verbräuche unmöglich machen oder erschweren.

In solchen Fällen darf der Vermieter die Verbrauchsschätzung der Betriebskosten vornehmen. Er ist aber verpflichtet die Gründe dafür schlüssig dazulegen und diese abweichende Kostenbestimmung zu rechtfertigen.

Eine Verbrauchsschätzung der Betriebskosten sollte also die Ausnahme bilden und muss auch als solche in der Betriebskostenabrechnung ausgewiesen werden. Die Näherungswerte kann der Vermieter aus dem Verbrauch von Wohneinheiten mit gleicher Wohnfläche oder aus vergangenen Zeiteinheiten ermessen.

Für Mieter ist die Verbrauchsschätzung bindend, sofern korrekt ausgewiesen und formell ordnungsgemäß.

Sollte die Schätzung nicht richtig vorgenommen worden sein, kann der Mieter diese rechtlich beanstanden.