Handschlag zwischen Makler und Mieter

Ab sofort gültig: Das Bestellerprinzip

Gestern trat ein neues Gesetz in Kraft, das bereits im Vorfeld viele Diskussionen ausgelöst hat: Das Bestellerprinzip. Wir zeigen, welche Schlupflöcher Makler und Vermieter anwenden, um die bei Ihnen unbeliebten Neuregelungen zu umgehen.

Vorsicht bei diesen Tricks

Künftig gelten andere Vorgaben bei den Provisionen für Immobilienmakler. In Deutschland vermitteln sie beinahe die Hälfte aller Wohnungen, wobei der höchste Anteil in den Großstädten liegt. Laut der neuen Regel gilt nun: Wer bestellt, der zahlt. Und das ist meistens der Vermieter. Makler befürchten daher nun große Einbußen in der Erteilung der Aufträge und haben einen Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht gestellt, um das Mietrechtsnovellierungsgesetz zu stoppen, wie das Bestellerprinzip offiziell heißt. Dieser Antrag scheiterte jedoch letzte Woche.

Dennoch werden sowohl Makler als auch Vermieter Wege finden, das Bestellerprinzip zu umgehen. Wir stellen drei vor.

1. Eigene Websites der Vermieter

Die erste Möglichkeit betrifft vor allem Menschen, die über das Internet nach geeigneten Wohnungen suchen. Vermieter rücken von der Inserierung ihrer zu vermietenden Wohnung auf bekannten Immobilienportalen ab. Stattdessen könnten die Vermieter eigene Webseiten mit ihren Angeboten erstellen, die bei Google nicht indexiert und daher nur schwer zu finden sind. Wenn Mietinteressenten nun eine Wohnung suchen, müssen sie Makler mit der Recherche beauftragen, wodurch die Maklerprovision erneut durch den Mieter zu zahlen ist.

2. Provisionserstattung durch Abschlagszahlungen

Selbst wenn der Vermieter die Provision bereits geleistet hat, gibt es Mittel und Wege, sich diese vom Mieter zurückzuholen. Einer davon führt über Abschlagszahlungen. Dabei werden für Einbauten wie Küchen oder Einbauschränke überhöhte Abschläge verlangt, um somit die Maklerprovision zu decken.

3. Aufschlag auf die Miete

Auch über die Miete könnten Vermieter die bereits bezahlte Provision zurückerstattet bekommen. Auf die vereinbarte Kaltmiete wird hierbei eine Maklercourtage aufgeschlagen. Je nach Mietdauer fällt dieser Aufschlag höher oder niedriger aus.

Möglichkeiten des Mieters

Ändert sich also für den Mieter am Ende doch nichts? Dieser kann rechtlich dagegen vorgehen, sollten Makler oder Vermieter die Provision unzulässig auf den Mieter abgewälzt haben. Kann er beweisen, dass ein Fehlverhalten vorlag, hat er Anspruch auf Entschädigung. Zudem kann gegen Makler oder Vermieter, die rechtswidrige Provisionsvereinbarungen getroffen haben, ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro verhängt werden.