Studenten finden in Großstädten nur schwer bezahlbare Wohnungen

Der Wohnungsmarkt für Studenten wird immer angespannter. Das besagt eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und des Deutschen Real Estate Funds, basierend auf Daten von ImmobilienScout24. Für die Untersuchung wurde eine studentische Musterwohnung definiert, die 30 m2 groß ist, eine normale Ausstattung hat und in der Näher der Uni liegt. Es wurde in Warmmieten inklusive Nebenkosten, Strom und Internet gerechnet. In München, dem Spitzenreiter bei Mieten auf dem studentischen Wohnungsmarkt, zahlen Studenten für eine solche Wohnung 615 Euro. Auf Platz zwei und drei sind Frankfurt und Stuttgart mit jeweils 517 und 488 Euro monatlich.

Insgesamt wurden 15 deutsche Großstädte mit Universitäten untersucht. Die Datenbasis umfasste sämtliche Angebote auf ImmobilienScout24 zwischen 2010 und dem ersten Halbjahr 2016. Darin enthalten sind nicht nur Wohnungen der entsprechenden Größe, sondern auch Angebote zur Zwischenmiete und Wohngemeinschaften. Wohnungen, die zum Luxussegment gerechnet werden und auch die teuersten 20 Prozent wurden für die Untersuchung nicht mitbetrachtet, weil sie für Studenten in der Regel nicht in Frage kommen.

Mieten für studentische Wohnungen stark gestiegen

Die Mieten für Studenten sind nicht nur hoch, sie sind in den letzten Jahren auch rasant gestiegen. Berlin nimmt hier als besonders beliebte Stadt, nicht nur bei Studenten, den ersten Platz ein. In der Hauptstadt stiegen die Mieten für kleine Wohnungen um 37 Prozent. 2010 zahlte ein Student für die fiktive Musterwohnung noch 333 Euro, heute sind es 407 Euro. Wobei sich Berlin damit immer noch, verglichen mit anderen Städten, im Mittelfeld bewegt. Sollte der Anstieg jedoch anhalten, wird das nicht lange so bleiben. In München waren es 2010 522 Euro, inzwischen sind die Mieten dort um 24,8 Prozent gestiegen. Die Mieten im ‚studentischen‘ Preissegment sind überdies schneller gestiegen als die Mieten allgemein. In München stiegen sie etwa um 10 Prozent mehr als die Mieten generell. Günstig wohnen können Studenten in Leipzig für 316 Euro monatlich. Aber auch Bochum mit 338 Euro und Kiel mit 364 Euro liegen preislich im unteren Drittel.

Der Grund für die Verteuerung ist laut Bericht unter anderem der verschärfte Wettbewerb um kleine Wohnungen. Die Zahl der Einpersonenhaushalte wächst. Und Studenten konkurrieren mit Rentnern und Berufspendlern, die jedoch verlässlichere Zahler sind, was erstere zusätzlich benachteiligt. Gleichzeitig zeichnet sich bei Studenten laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung ein Trend zum Alleinwohnen ab. Viele Studenten würden nicht mehr in WGs wohnen wollen. Sowohl private Anbieter von studentischen Wohnanlagen als auch die Studentenwerke würden vermelden, dass sie immer mehr Einzimmerwohnungen zur Verfügung stellen müssen, weil diese am stärksten nachgefragt werden.

Nebenkosten kleiner Wohnungen ebenfalls besonders hoch

Hinzu kommt, dass die Mieten für kleine Wohnungen ohnehin überproportional hoch sind und ihre Mieter obendrein auch die höchsten Nebenkosten zahlen. Letzteres ergaben die Prüfungen von Mineko. Die Nebenkosten pro Quadratmeter steigen mit sinkender Wohnungsgröße. Das heißt: je kleiner die Wohnung, umso mehr Nebenkosten werden auf, den Quadratmeter gerechnet, gezahlt. Bei Wohnungen von unter 45 Quadratmeter sind das im Schnitt 41 Euro. In einer Wohnung mit über 120 Quadratmetern sind es hingegen nur 21 Euro.