Mietvertrag mit Kuli und Schlüssel

Staffel- und Indexmiete

Neben den gängigen Mietverträgen, in denen die Kaltmiete und die Betriebskostenvorauszahlungen vereinbart werden, existieren weitere Modelle, wie Mieten und Mieterhöhungen zwischen Mieter und Vermieter geregelt werden können. Dazu zählen unter anderem die Staffelmiete und die Indexmiete. Bei diesen werden Mieterhöhungen anders festgelegt als bei den üblichen Modellen, wo der Mietspiegel oder die ortsübliche Vergleichsmiete als Anhaltspunkte dienen. Erfahren Sie im Folgenden, was genau unter einer Staffel- bzw. Indexmiete zu verstehen ist und welche Vorteile oder auch Nachteile diese Varianten für Vermieter und Mieter bergen.

Was sind Staffel- bzw. Indexmieten?

Bei einer Indexmiete werden Mieterhöhungen dahingehend reguliert, dass diese in Abhängigkeit von den Lebenshaltungskosten gestaltet werden und sich somit an der Inflationsrate orientieren. Datengrundlage für die Heraufsetzung der Miete ist hierbei der sogenannte Verbraucherindex, welcher vom Statistischen Bundesamt herausgegeben wird. Im Vergleich dazu wird bei einer Staffelmiete im Vorfeld von den Vertragsparteien klar festgelegt, wann und wie die Entwicklung der Miete in der Zukunft aussehen wird. Demnach steht ganz genau fest, zu welchem Zeitpunkt die Miete um wieviel angehoben wird. Die Staffelung kann befristet oder unbefristet beschlossen werden.

Was Mieter und Vermieter beachten müssen

Wie bei allen vertraglichen Regelungen sind auch Staffel- und Indexmieten bestimmten gesetzlichen Regelungen unterworfen. So muss zwischen zwei Mieterhöhungen mindestens ein Jahr liegen. Wird ein kürzerer Zeitraum gewählt, ist dies unzulässig. Außerdem muss bei Staffelmieten der genaue Betrag genannt werden, um den die Miete angehoben wird. Eine Angabe in Prozent ist nicht wirksam. Da der Mietspiegel bei beiden Mietarten nicht als Orientierungspunkt für die Erhöhung der Miete dient, gelten dementsprechend auch nicht die üblichen Kappungsgrenzen von 20 Prozent über dem Mietspiegel oder der ortsüblichen Vergleichsmiete.

Vorteile und Nachteile

Ein großer Vorteil von Staffelmieten für Mieter und Vermieter ist die Sicherheit. Man weiß im Vorfeld, wie hoch die Miete in den kommenden Jahren ausfallen wird und so kann sich der Mieter darauf einstellen und dem Vermieter bleiben Berechnungen anhand des Mietspiegels erspart. Ein Nachteil für Vermieter kann darin bestehen, dass sie keine weiteren Erhöhungen vornehmen können außer der vereinbarten. Im Zuge einer Modernisierung ist dies bei herkömmlichen Mietverträgen durchaus zulässig. Ist ein Staffelmietvertrag unbefristet, darf der Mieter entsprechend der gesetzlichen Kündigungsfrist von drei Monaten kündigen. Jedoch enthalten Staffelmietverträge oft einen Kündigungsausschluss. Dieser kann bis zu vier Jahre andauern. Wird ein noch längerer Zeitraum gewählt, ist die entsprechende Klausel im Mietvertrag unzulässig. Des Weiteren kann eine Staffel- oder Indexmiete in Abhängigkeit von der Entwicklung der übrigen Mieten positive Auswirkungen für den Mieter haben. Das ist dann der Fall, wenn die Mietpreise sprunghaft ansteigen, während die Erhöhung bei einer Staffelmiete konstant bleibt. Entwickeln sich die Mieten jedoch nicht allzu rasant nach oben, kann es für Mieter mit Staffelmietverträgen langfristig sehr teuer werden.