Geldbeutel mit kleinen Münzen

Sinn und Zweck der Instandhaltungsrücklage

Jeder Wohnungseigentümer trägt einen Teil der Verantwortung für das Gemeinschaftseigentum. Das Gemeinschaftseigentum umfasst alle Teile eines Gebäudes und des dazugehörigen Grundstücks, die nicht direkt zur Eigentumswohnung gehören. Dazu gehören beispielsweise sämtliche Versorgungsleitungen, der Hausflur, das Treppenhaus, das Dach und vieles mehr. Sollte hier Bedarf nach Reparatur, Renovierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen bestehen, kann dies mit der Instandhaltungsrücklage finanziert werden. Wer in die Instandhaltungsrücklage zahlen muss, und wie viel, soll hier erklärt werden. Des Weiteren klären wir darüber auf, wer diese Rücklage verwaltet und welche Pflichten von dieser Person erfüllt werden müssen.

Wie kommt eine Instandhaltungsrücklage überhaupt zustande?

Die gesetzliche Grundlage der Instandhaltungsrücklage befindet sich im Wohnungseigentumsgesetz. Diese Rücklagen sind Teil einer ordnungsgemäßen Verwaltung, und gehören zum Vermögen der Eigentümergemeinschaft. Ein von den Wohnungseigentümern bestimmter Verwalter ist für die Einnahmen und Ausgaben verantwortlich.

Wer muss wie viel in die Instandhaltungsrücklage zahlen?

Sämtliche Miteigentümer des Gemeinschaftseigentums sind verpflichtet, einen monatlichen Beitrag in die Instandhaltungsrücklage zu zahlen. Die Höhe der Gesamtbeiträge wird im Wirtschaftsplan festgelegt. Dieser wird in der Wohnungseigentümerversammlung mehrheitlich beschlossen. Als Orientierung dienen hierbei oft die Herstellungskosten der Gesamtwohnfläche des Hauses. Die Gesamtbeiträge werden hier über die Peterssche Formel bestimmt. Eine weitere Möglichkeit der Bestimmung ist ein Prozentsatz (0,8-1,0%) des Kaufpreises ab Baufertigstellung. Wie viel jeder einzelne Miteigentümer zahlen muss, richtet sich nach seinem Miteigentumsanteil. Dieser kann auf verschieden Art und Weise festgelegt werden. Häufig wird dies nach der Quadratmeterzahl der Eigentumswohnung bestimmt. Die Instandhaltungsrücklage gehört zu den Nebenkosten, die nicht umlagefähig sind. Das bedeutet, dass derjenige, der sein Eigentum weitervermietet, immer die Instandhaltungsrücklage selbst tragen muss.

Die Pflichten des Verwalters

Der Verwalter regelt im Namen der Eigentümergemeinschaft die finanziellen Belange der Instandhaltungsrücklage. Diese Rücklagen müssen vom Privatvermögen des Verwalters getrennt verwaltet werden, denn diese gehören alleine der Gemeinschaft. Dadurch wird unter anderem verhindert, dass bei einer möglichen Insolvenz des Verwalters diese Gelder mit in die Konkursmasse fließen. Es dürfen nur Gelder für die Finanzierung oben genannter Instandhaltungen entnommen werden. Als einzige Ausnahme ist die Deckung der laufenden Kosten der Gemeinschaft über die Rücklage möglich, wenn es hier zu Engpässen kommt. Dies ist jedoch immer nur über einen beschränkten Zeitraum erlaubt.