Wie können sich Vermieter vor Mietnomaden schützen?

Für viele Vermieter stellen Mietnomaden ein großes Problem dar, da sie oftmals nicht nur Kosten, sondern auch Schäden am Mietobjekt verursachen. Mietnomaden beziehen eine Wohnung von vornerein mit der Absicht, keine Miete zu zahlen. Demnach handelt es sich schlichtweg um Betrüger, die die Vermieter vorsätzlich mit falschen Papieren täuschen. Neben der nicht gezahlten Miete entstehen dem Vermieter häufig Kosten aufgrund des Zustands der betreffenden Wohnung, der in vielen Fällen eine Renovierung notwendig macht. So hat ein Vermieter im Durchschnitt 25.000 Euro Schaden durch Mietnomaden zu verbuchen. Daher wird im Folgenden gezeigt, welche Möglichkeiten Vermieter haben, um sich gegen derartige Mieter zu schützen.

Nachmieter bei Schlüsselübergabe

Maßnahmen gegen Mietnomaden vor dem Einzug

Vermieter können sich bereits vor Abschluss des Mietvertrags schützen, indem sie ihre Mieter sehr sorgfältig auswählen. Dazu kann eine Selbstauskunft potenzieller Mieter dienen. So kann man zum Beispiel einen Nachweis über das Einkommen oder eine Schufa-Auskunft verlangen. Ebenso sinnvoll ist die Forderung nach einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Damit stellt man sicher, dass der Interessent beim vorherigen Vermieter keine Mietschulden aufkommen ließ. Es lohnt sich in jedem Fall, Erkundigungen bei früheren Vermietern einzuholen.

Maßnahmen gegen Mietnomaden nach dem Einzug

Stellt der Vermieter fest, dass die Mietzahlung ausbleibt, sollte er schnell handeln und zunächst das Gespräch suchen. Wenn der Mieter bisher zuverlässig die Miete und die Nebenkosten beglichen hat, ist er vielleicht in unvorhergesehene finanzielle Engpässe geraten. In diesem Fall findet sich oft eine gemeinsame Lösung über eine ehrliche Kommunikation. Sollte es sich um Mietnomaden handeln, ist es ratsam, so schnell wie möglich die Kündigung auszusprechen und diese gerichtlich durchzusetzen. Der Vermieter darf dem Mieter fristlos kündigen, sobald dieser mit zwei Mieten in Verzug ist. Dies muss schriftlich erfolgen und dem Mieter am besten per Einschreiben zugestellt werden, damit abgesichert ist, dass dieser die Kündigung erhalten hat. Danach bleiben dem Mieter zwei Wochen, um die Wohnung zu räumen. Mietnomaden werden sich davon jedoch nicht abschrecken lassen, sodass in vielen Fällen eine Räumungsklage vonnöten ist. Bis diese aber gerichtlich durchgesetzt ist, können Monate vergehen, in denen der Vermieter weitere Verluste durch Mietausfälle hinnehmen muss.

Die Berliner Räumung

2013 wurden Änderungen im Mietrecht vorgenommen, um Vermietern den Rausschmiss von Mietnomaden zu erleichtern, indem sie schneller als bisher eine Räumung erzwingen können. Nach der sogenannten Berliner Räumung kann der Vermieter, sofern er ein Räumungsurteil bei Gericht durchgesetzt hat, durch einen Gerichtsvollzieher die Räumung vornehmen lassen. Dabei müssen nicht, wie sonst üblich, die Möbel und Einrichtung der Wohnung abtransportiert werden. Es geht lediglich um die Entfernung des säumigen Mieters, sodass der Vermieter den Kostenvorschuss für die Einlagerung der Gegenstände der Wohnung einspart.