Abschreibungen und Rücklagen in der Nebenkostenabrechnung

Rücklagen und Abschreibungen in den Nebenkosten

Vermieter gibt es in Deutschland wie Sand am Meer und in vielen Ausprägungen. Nicht zwingend soll es aber um die charakterliche Differenzierung zwischen den jähzornigen und den liebevollen Vertretern ihrer Zunft gehen. Diese Thematik würde zwar Bücher füllen, aber im Bezug zu Rücklagen und Abschreibungen ist vielmehr die Rechtsform interessant, die gewisse Anforderungen an die Hausverwaltung stellt.

Bei den unzähligen Nebenkosten-Arten kann nämlich einem Mieter unter Umständen auch ein Posten in der Durchsicht seiner Abrechnung begegnen, welcher eher in die Betriebswirtschaftslehre, als in die Mietnebenkosten gehört.

Doch sind besagte Positionen wirklich umlagefähige Nebenkosten?

Woher kommen Rücklagen und Abschreibungen?

Wer als Geschäftstreibender an der freien Wirtschaft teilhaben will muss sich selbst vorher in eine rechtliche Form einpassen. So treten Vermieter ihren Mietern als unterschiedlichste Gesellschaften gegenüber.

Die Wahl der jeweiligen Form fußt zumeist auf die Anzahl der beteiligten Personen, dem verfügbaren Grundkapital oder der gewünschten Haftung des Unternehmens.

Ob es nun der motivierten Einzelkämpfer, ist, der sich als Selbstständiger oder Einzelunternehmer versucht oder die jahrelang gewachsene GmbH, bei welcher nur die Sekretärin alle Namen im Unternehmen kennt. Alle haben gewisse Reglements im Wirtschaften und in der Unternehmensführung zu beachten. Zu nennen wären die Erstellung von Jahresabschlüssen und die Anführung von Bilanzpositionen, wie den besagten Rücklagen und Abschreibungen.

Ein jeder Vermieter ist zwar gewillt, sein Geschäft möglichst form-konform und korrekt zu führen, bei dem Bürokratie-Berg in Deutschland mag es jedoch nicht selten vorkommen, dass gewisse Vorschriften nicht gänzlich sicher angewandt werden – so auch bei der Mietnebenkostenabrechnung.

Beispielweise werden bei Kapitalgesellschaften und Genossenschaften Rücklagen und Abschreibungen in der Bilanzierung erwartet, bei der Genossenschaft im Falle der Rücklagen sogar verlangt. Diese Posten dienen der Spiegelung des Unternehmenswertes.

Rücklagen sind variable Teile des Eigenkapitals, die als Reserve für zukünftige Verluste gebildet werden. Auch die Abschreibungen stellen einen Posten in der Unternehmensbilanz dar und sollen den wertmäßigen Verfall der Unternehmensgüter abbilden.

Beides sind für einen Unternehmer unerlässliche Kennzahlen. Jedoch gibt es nicht wenige Mieter, die ebendiese Posten in ihrer Abrechnung entdecken und sich zu Recht fragen, ob sie diese Formen der Verlust- und Verfallprävention auch wirklich zu tragen haben.

Sind Rücklagen und Abschreibungen umlagefähig?

Grundsätzlich – nein.

Verwaltungs– ebenso wie Instandhaltungskosten können nicht auf den Mieter umgelegt werden, gleiches gilt für Abschreibungen. Diese haben in der Nebenkostenabrechnung nichts zu suchen.

Manche Hausverwaltung möchte diese Posten möglichst gut verpackt dem Mieter als sinnvolle Umlage verpacken.

Es mag auch nicht sinn-fremd anmuten. Aber da Instandsetzungskosten, wie Malerarbeiten im Treppenhaus und Reparaturen nicht zu den umlagefähigen Nebenkosten zählen, darf auch keine Rücklage für solche Tätigkeiten dem Mieter aufgebürdet werden.

Eine Prüfung der Nebenkosten kann in jedem Falle Licht ins Dunkel bringen, falls man selbst nicht in den Dschungel von Vorschriften der Betriebskostenverordnung eintauchen möchte.