Bei der Richtigkeit von Nebenkostenabrechnungen zeichnet sich ein Ost-West-Gefälle ab.

Potenzielle Ersparnis bei Nebenkosten weist Ost-West-Gefälle auf

Die Fehlerquoten bei Nebenkostenabrechnungen variieren laut Datenbestand von Mineko von Bundesland zu Bundesland. Auch wie viel Mieter potenziell zu viel an Nebenkosten bezahlen sollen, unterscheidet sich. Es zeigt sich außerdem ein Ost-West-Gefälle. Mietern im Osten Deutschlands wird seltener zu viel an Nebenkosten berechnet als Mietern im Westen.

Ersparnis bei Nebenkostenabrechnungen nach Bundesländern

Die Möglichkeiten, bei der Nebenkostenabrechnung zu sparen, varrieren von Bundesland zu Bundesland.

Potenziell über 400 Euro zu viel sollten Mieter im Saarland etwa in der Regel nachzahlen, ergaben die Prüfungen von Mineko. Damit lag das Saarland bisher an der Spitze, wenn es um eventuelle Einsparmöglichkeiten bei Nebenkostenabrechnungen ging. 94 Prozent der aus dem Saarland eingereichten Abrechnungen waren laut Mineko-Prüfung falsch.

Mit dieser Fehlerquote belegt das Saarland Platz vier unter den Bundesländern. Hier ist Rheinland-Pfalz Spitzenreiter mit 96 Prozent fehlerhafter Nebenkostenabrechnungen. Über 280 Euro wurden hier Mietern potenziell zu viel in den Nebenkostenabrechnungen ausgewiesen.

Durchschnittlich sank mit der Fehlerquote auch der Betrag, der von Mietern zu viel gefordert wurde. In Mecklenburg-Vorpommern lag die Fehlerquote bei „nur“ 88 Prozent und der Ersparnisanteil nur bei 6 Prozent. Das heißt, 6 Prozent der Nebenkosten in einer Abrechnung waren im Durchschnitt falsch ausgewiesen worden – etwa 146 Euro. In Berlin – Fehlerquote 89 Prozent – lag der potentielle Ersparnisanteil bei 10 Prozent. Mieter sollten hier durchschnittlich etwa 225 Euro zu viel bezahlen.

Generell zeichnete sich ab, dass Fehlerquoten und potenzielle Ersparnis im Westen höher ausfielen als im Osten. In den neuen Bundesländern zahlten Mieter potenziell zwischen 139 und 225 Euro zu viel, während die möglichen zu hoch ausgewiesenen Nebenkosten in den alten Bundesländern zwischen 185 und 408 Euro lagen.

Privatvermieter weisen eher zu viel in der Nebenkostenabrechnung aus

Die Höhe dessen, was zu viel berechnet wurde, steigt und sinkt in jedem Bundesland mit dem Anteil der Nebenkostenabrechnungen aus Privatvermietungen, die zur Prüfung eingereicht wurden. Je höher der Anteil der Abrechnungen, die von Privatvermietern erstellt wurden, desto höher sind die Beträge, die in Nebenkostenabrechnungen potenziell zu viel ausgewiesen wurden.

Als Privatvermieter gelten Vermieter, die in ihrem Besitz befindliche Wohnungen ohne einen Mittelsmann wie eine Immobilienfirma oder eine Hausverwaltung bewirtschaften und entsprechend ihre Nebenkostenabrechnungen selbst erstellen. Als institutionelle Vermieter gelten alle Unternehmen und Hausverwaltungen, die in den bei der Mineko eingegangenen Abrechnungen verzeichnet sind.

Insgesamt forderten Privatvermieter laut Mineko-Prüfungen rund 320 Euro zu viel von ihren Mietern, während es bei institutionellen Vermietern nur 215 Euro waren. Auch hier ließ sich wieder das Ost-West-Gefälle beobachten. Danach wurden bei Mineko mehr Abrechnungen aus Privatvermietungen aus den alten Bundesländern eingereicht, als aus den neuen Bundesländern.


Vergleich Nebenkostenabrechnungen privater und institutioneller Vermieter.

Privatvermieter weisen öfter zu hohe Beträge in der Nebenkostenabrechnung aus als institutionelle Vermieter.


So forderten etwa in Nordrhein-Westfalen Vermieter durchschnittlich über 300 Euro zu viel Nebenkosten von ihren Mietern. Der Anteil von Privatvermietern liegt laut Daten von Mineko hier bei 40 Prozent. In Rheinland-Pfalz waren es über 50 Prozent. Hier lag die potenzielle Ersparnis für Mieter entsprechend bei über 350 Euro. Am geringsten ist der zur Prüfung eingereichte Anteil von Abrechnungen aus Privatvermietungen in Berlin – er beträgt weniger als zehn Prozent. Hier wurden im Schnitt nur 130 Euro zu viel berechnet. Dennoch lag auch hier die Fehlerquote noch bei fast 90 Prozent. Eine Prüfung durch die Mineko lohnt sich also auch hier. Sie lohnt sich vor allem, wenn man einen privaten Vermieter hat.