Sind Oktoberfestgutscheine für den hausmeister umlagefähig

Sind Oktoberfest-Gutscheine umlagefähig?

Wer kennt es nicht, das weltgrößte Volksfest im Herzen Bayerns – das Oktoberfest. Für viele Deutsche ist es das Jahres-Highlight mit seinem Anhang lärmend die Festzelte der Wiesn zu bevölkern. Doch nicht nur hierzulande genießt das feuchtfröhliche Spektakel viele Anhänger, aus der ganzen Welt pilgern Massen auf die Theresienwiese in München.

Im Jahr 2012 wurden dabei über sechs Millionen Besucher gezählt, darunter mit Sicherheit viele Hausmeister.

Nebenkosten und Oktoberfest – wo ist der Zusammenhang?

Welcher Zusammenhang mag aber mit des Vermieters Bedienstetem und dem Oktoberfest bestehen und welche Belange könnten dabei den Mieter interessieren? Die Hausmeister erhalten zuweilen Gratifikationen und Sonderleistungen, wenn sie sich im Amt verdient gemacht haben oder weil der Vermieter seinem Hauswart auch etwas zugute führen will.

So werden beispielsweise jährlich Oktoberfest-Gutscheine an die Hausmeister ausgegeben. Oft beinhalten diese nicht viel mehr als Essens- und Trink-Wertmarken für Wiesenhähnchen und Maße Bier. Für den Vermieter sind diese verhältnismäßig geringen Beträge aber kein Grund sie aus eigener Tasche zu bezahlen, stattdessen bereichern sie die Nebenkostenabrechnung mit diesen Sonderposten.

Der Vermieter greift dort auf die bewährte Mieter-Umlage zurück und finanziert die Sonderleistungen aus den Taschen ihrer Bewohner. Demnach finden Mieter diese Beträge für Wiesn-Gutscheine in ihren Nebenkostenabrechnungen wieder, sind sich aber uneins, ob das auch rechtmäßig ist.

Sind Sonderzahlungen wie Gutscheine umlagefähig?

Zwar sind einige der Hausmeisterkosten nicht umlagefähig, die Sonderzahlungen gehören aber nicht dazu. Arbeitsrechtlich stellen sie eine geldwerte Leistung und Gratifikation an den Hausmeister dar und können somit auf den Mieter umgelegt werden. Gleichermaßen darf mit sämtlichen anderen Gratifikationen an den Hausmeister der eigenen Wohneinheit verfahren werden.

Einzige Einschränkung ist in diesem Bezug das Gebot der Wirtschaftlichkeit, welchen den Vermieter auch hier anhält, die ortsüblichen Geldwerte nicht zu überschreiten. Sollte also der Hauswart vom Vermieter eine angemessene Sonderzahlung erhalten, kann sie vollständig dem Mieter aufgebürdet werden.

Dem Mieter bleibt dort nur, auf keinen allzu spendablen Vermieter zu hoffen und mit seinem Hausmeister im Festzelt auf ein weiteres sorgenfreies Wohnjahr zu prosten.

Nicht zuletzt kann jeder aber genau diese, aus seiner Sicht unnötigen Nebenkosten, wieder wettmachen. Durch eine Prüfung der Nebenkostenabrechnung können Fehler zutage kommen, die sich in einer Ersparnis niederschlagen können.