Zählertausch Nebenkosten - MINEKO

Nebenkostenabrechnung nach Umzug

Nachdem wir in der vergangen Woche bereits berichtet haben, was in Bezug auf die Mietnebenkostenabrechnung zu beachten ist, wenn die betreffende Immobilie den Eigentümer wechselt, beschäftigen wir uns im vorliegenden Artikel mit dem umgekehrten Fall: Welche Regelungen und Fristen gelten nach einer Kündigung des Mietvertrags bzw. nach einem Umzug des Mieters?

Fristen für die Nebenkostenabrechnung nach der Kündigung

Zunächst sollten bei der Wohnungsübergabe alle Zählerstände gemeinsam von Mieter und Vermieter abgelesen und festgehalten werden. Dies heißt allerdings keineswegs, dass die so erfassten Kosten auch sofort abgerechnet werden, denn zwar muss der Mieter die Nebenkosten selbstverständlich nur bis zum Auszugstermin bezahlen, doch solange im Mietvertrag keine andere Regelung vereinbart ist, ändert dieser Umstand nichts an der gesetzlich festgelegten Frist, die dem Vermieter nach Ablauf der aktuellen Abrechnungsperiode einen Zeitraum von zwölf Monate zugesteht, innerhalb welcher er dazu berechtigt ist, seinen Mietern die entstandenen Nebenkosten in Rechnung zu stellen.
In der Praxis hat dies zur Folge, dass der Mieter sehr lange auf seine letzte Nebenkostenabrechnung warten muss, wenn er zu einem besonders „ungünstigen“ Zeitpunkt kündigt:

Ein Beispiel: Wenn die Abrechnungsperiode jeweils einem Kalenderjahr entspricht, der Mieter zum 31. Januar seine Wohnung kündigt und auszieht, so beginnt die Abrechnungsfrist von zwölf Monaten erst nach Ablauf dieses Kalenderjahres: Der Mieter muss im schlimmsten Fall also 23 Monate – im vorliegenden Beispiel bis zum 31. Dezember des Folgejahres – warten, bis seine Abrechnung zugestellt wird.

Fällt dagegen der Auszug zeitlich mit dem Ende der Abrechnungsperiode zusammen – wenn also der Mieter aus unserem Beispiel zum 31. Dezember kündigt – erhält er seine Abrechnung spätestens zwölf Monate später. (Überschreitet der Vermieter die Abrechnungsfrist von zwölf Monaten, so kann der Mieter eine mögliche Nachzahlung verweigern. Ein mögliches Guthaben verfällt allerdings erst nach 3 Jahren.)

Nebenkostenabrechnung und Kaution

Für den Mieter kann diese Regelung sehr ärgerlich sein, er hat verständlicherweise ein großes Interesse daran, die letzte Nebenkostenabrechnung möglichst zeitnah nach seinem Auszug zu erhalten, denn bis dies geschehen ist, hat der Vermieter das Recht auch nach der Wohnungsübergabe einen Teil der Kaution einzubehalten (die Höhe dieses Betrags sollte der zu erwartenden Nachzahlung entsprechen).

Hintergrund dieser scheinbar übertrieben vermieterfreundlichen Regelungen ist der Umstand, dass der Vermieter erst dann in der Lage ist, eine korrekte Nebenkostenabrechnung zu erstellen, wenn er selbst alle Rechnungsbescheide für das Mietobjekt erhalten hat. Dem Vermieter sind in diesem Fall also die Hände gebunden, sogar wenn er dem Wunsch des Mieters, zeitnah eine Mietnebenkostenabrechnung zu erhalten, gerne erfüllen würde.