Mediator zwischen streitenden Nachbarn

Streit unter Nachbarn

Viele Mieter in Deutschland kennen Konflikte mit den Nachbarn. Die Gründe dafür sind vielfältig. Oftmals gibt es keine klaren gesetzlichen Regelungen, wann Beeinträchtigungen durch das Gebaren anderer Mieter hinzunehmen sind und wann sie nicht mehr geduldet werden müssen. Sind die Fronten verhärtet, führen einige Streitigkeiten bis vor den Richter. Aber muss es so weit kommen? Für einige Streitpunkte existieren zumindest Richtlinien, an die sich Mieter zu halten haben, um ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten. Wir erläutern gängige Vorschriften zu häufigen Konfliktursachen und zeigen Möglichkeiten auf, um Streitigkeiten zwischen Nachbarn zu vermeiden bzw. zu lösen.

Grillen, Bepflanzungen, Lärm – Woran muss sich der Nachbar halten?

Ein Aspekt, der in der warmen Jahreszeit zu Zoff unter Nachbarn führt, ist das Grillen im gemeinsamen Garten oder auf dem Balkon. Vor allem die Rauchentwicklung kann zu einer Belästigung führen. Grillfreunde sollten daher darauf achten, wo sie den Grill positionieren, damit der Rauch nicht in die Wohnung der Nachbarn zieht. Dem Vermieter ist es übrigens untersagt, ein absolutes Grillverbot für Garten oder Terrasse zu verhängen. Das gilt aber nicht für den Balkon.

Ein weiterer Streitpunkt betrifft die Grundstücksgrenze und die Bepflanzung. Wenn beispielsweise die Bäume oder Hecken des Nachbarn über das Grundstück hinausragen und die Nutzung des eigenen Gartens beeinträchtigen, so muss diese Beeinträchtigung beseitigt werden. Dann muss der Nachbar innerhalb einer vorgegebenen Frist z.B. die störenden Äste absägen.
Der jedoch am häufigsten genannte Grund, weshalb sich Nachbarn streiten, ist die Lärmbelästigung. Da diese durch vielfältige Möglichkeiten ausgelöst werden kann, sind hier einige Ursachen und die dazugehörigen Richtlinien aufgeführt:

  • Haushalts- und Gartengeräte: Für Waschmaschine, Staubsauger, Rasenmäher oder Laubbläser gilt: Die gesetzlichen Ruhezeiten sind einzuhalten.
  • Kinder: Lärmbelästigung durch Kinder muss akzeptiert werden, sofern sie dem üblichen Spieltrieb entspringt. Übermäßigen Lärm muss der Nachbar allerdings nicht dulden.
  • Tiere: Gebell oder Gezwitscher darf den Nachbarn nicht unzumutbar belasten, sonst kann es eine Mietminderung begründen. Richter können zudem Zeiten festlegen, in denen Tiere lärmen dürfen.
  • Musizieren: Die Ruhezeiten gelten auch für Musiker. Die maximale Spieldauer pro Tag muss eingehalten werden, so gelten z.B. zwei Stunden für Klavier

 

Mögliche Auswege aus dem Nachbarschaftsstreit

Meistens beschränken sich Streitigkeiten unter Nachbarn auf unschöne Wortwechsel oder Briefe vom Anwalt. Dennoch werden tausende Konflikte jährlich vor Gericht ausgetragen. Das bringt jedoch selten Frieden. Um eine einvernehmliche Lösung zu finden, hilft oft schon ein offenes Gespräch, wobei die Parteien versuchen sollten, Verständnis für das Gegenüber zu entwickeln. Bevor es zur Klage kommt, kann man über den Vermieter auch ein Mediationsverfahren in die Wege leiten. Mithilfe eines Schlichters wird hierbei gemeinsam nach einer Lösung des Problems gesucht, die für alle Seiten akzeptabel ist.