Steinkreuz auf Friedhof

Mietverhältnis nach dem Tod des Mieters

Wenn ein Mensch verstirbt, werden auf die Erben sowohl alle Vermögenswerte als auch sämtliche Verbindlichkeiten übertragen. Dies gilt ebenso für Mietverträge. Wir zeigen im Folgenden, was Hinterbliebene und Erben beachten müssen, was sowohl das Mietverhältnis als auch die Nebenkostenabrechnung betrifft, wenn ein Mieter stirbt.

Der Mietvertrag läuft automatisch weiter

Mit dem Tod des Mieters endet der laufende Mietvertrag nicht. Der nächste Eintrittsberechtigte erbt automatisch das Mietverhältnis und alle damit verbundenen Verpflichtungen. Dies kann auch gegen den Willen des neuen Vertragspartners und ohne dessen Kenntnis geschehen.

Wer der nächste Eintrittsberechtigte ist, ist in einer klaren Rangfolge festgelegt. Das betrifft zunächst alle, die mit dem verstorbenen Mieter in der Wohnung leben und im Mietvertrag als Mieter eingetragen sind. Wenn der bisherige Mieter allein im Mietvertrag verzeichnet war, geht das Mietverhältnis auf Angehörige über, die ebenso im Haushalt wohnen. Das Eintrittsrecht haben dann zunächst die Ehegatten oder die eingetragenen Lebenspartner inne. Das gilt auch bei Paaren, die vorübergehend getrennt in dem betreffenden Mietobjekt gewohnt haben. Wurde allerdings eine dauerhafte Trennung oder eine Scheidung vor dem Tod vollzogen, gilt das Eintrittsrecht nicht. Auch die Kinder können zusammen mit dem Ehepartner des Verstorbenen oder ohne diesen in den Mietvertrag eintreten, selbst wenn sie noch minderjährig sind. Als nächstes sind weitere Familienangehörige, die mit dem Verstorbenen in der Wohnung gelebt haben, eintrittsberechtigt, sollten die Ehepartner auf dieses Recht verzichten. Sollte es keine dem Haushalt angehörigen Personen geben, geht das Mietverhältnis auf die Erben über. Wenn diese oder die verbliebenen Haushaltsmitglieder kein Interesse an der Weiterführung des Mietvertrags haben, können sie von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Nachdem sie Kenntnis über den Tod des Mieters erhalten haben, können sie innerhalb eines Monats kündigen.

Rückzahlung der Kaution

Wenn ein Mieter stirbt, verhält es sich mit der Kaution ähnlich wie mit dem Mietverhältnis an sich. Der Anspruch auf eine Rückzahlung der Kaution wird erst dann fällig, wenn das Mietverhältnis beendet wird und keine Schäden an dem Mietobjekt festgestellt werden. Wenn die Erben von ihrem Eintrittsrecht Gebrauch machen und zu einem späteren Zeitpunkt den Mietvertrag ordnungsgemäß kündigt, so erhält dieser auch die Kautionsrückzahlung. Sollten nach dem Tod des Mieters mehrere Personen in den Mietvertrag eingetreten sein, so gilt der Anspruch auf die Kaution nach Beendigung des Mietverhältnisses für alle Mieter.

Nebenkostenabrechnung nach dem Tod des Mieters

Mit dem Verscheiden eines Mieters gehen auf den bzw. die Erben nicht nur der gesamte Besitz, sondern auch alle Verpflichtungen über. Das beinhaltet neben dem Mietverhältnis auch die damit einhergehende Nebenkostenabrechnung. Das gilt jedoch nur, wenn das Mietverhältnis von den Eintrittsberechtigten fortgesetzt wird. Wenn dies der Fall ist, zählen zu den vererbten Verbindlichkeiten auch Nachzahlungsforderungen, die sich aus der Betriebskostenabrechnung ergeben, sollte der vorherige Mieter im Verlauf der Abrechnungszeitraums verstorben sein. Im umgekehrten Fall steht denjenigen, die nach dem Tod des Mieters in den Mietvertrag eingetreten sind, auch ein Guthaben zu, wenn die Gesamtkosten niedriger ausfallen als die zuvor geleisteten Vorauszahlungen.