Schimmel in der Zimmerecke

Gründe für Mietminderung – Teil 3: Schimmel

Für viele Mieter stellt Schimmel ein Problem dar. Das betrifft nicht nur Altbauwohnungen, sondern zunehmend auch Neubauten nach dem Einbau isolierender Energiesparfenster. Diese helfen zwar, Heizkosten einzusparen, führen jedoch auch dazu, dass feuchte Luft nicht mehr aus der Wohnung entweichen kann. Die Folge kann die Bildung von Schimmel sein. Dieser gehört zu den häufigsten Ursachen für eine Kürzung der Miete. Aber unter welchen Umständen können Mieter eine Mietminderung durchsetzen? Wie hoch kann diese ausfallen? Die Gerichte urteilen hier sehr unterschiedlich, dennoch gibt es einige Richtlinien für Mieter und Vermieter zu beachten.

Schimmelbildung und ihre Gefahren

Wenn die Raumluft mit Feuchtigkeit übersättigt ist, kommt es zu einer Niederschlagung der Feuchtigkeit an kalten Stellen wie Außenwänden oder Kachelfugen in Duschen. Das führt zu Schimmel. Dieser kann je nach Art und Intensität eine Gefährdung für die Gesundheit darstellen. Neben der Geruchsbelästigung könnten allergische Reaktionen bis hin zu lebensgefährlichen Vergiftungen durch die Schimmelbelastung ausgelöst werden.

Wann können Mieter eine Mietminderung wegen Schimmel durchsetzen?

Wenn Schimmelbefall in einer Mietwohnung vorliegt, ist es in der Frage der Mietminderung von entscheidender Bedeutung, wer verantwortlich ist für die Schimmelbildung. Wenn der Schimmel infolge eines Mangels an der baulichen Substanz der Mietsache entstanden ist, liegt das Verschulden beim Vermieter, was eine Mietminderung rechtfertigt. Anzeichen für derartige Mängel können Risse im Mauerwerk, undichte Türen und Fenster, Wärmebrücken, ein versteckter Wasserrohrbruch oder eine mangelhafte Wärmedämmung sein.
Wenn jedoch die Schimmelentwicklung von einem falschen Heiz- und Lüftungsverhalten des Mieters herrührt, so ist dieser verantwortlich für den Schaden und kann somit keine Mietminderung geltend machen.
In jedem Fall besteht aber Beweispflicht, was sowohl für den Mieter als auch für den Vermieter gilt. Bei optischen Beeinträchtigungen durch den Schimmelbefall genügen Fotos bzw. Aussagen von Zeugen. Um Geruchsbelästigungen nachzuweisen, empfiehlt es sich, ein Gutachten erstellen zu lassen. Erleidet der Mieter gesundheitlichen Schaden, so muss er nachweisen, dass dieser durch den Schimmel verursacht wurde. Wenn sich Mieter und Vermieter uneinig darüber sind, wer für die Schimmelbildung in der betroffenen Wohnung verantwortlich ist, so liegt hier die Beweispflicht zunächst beim Vermieter, der darlegen muss, dass der Schimmel nicht durch Baumängel entstanden ist. Erbringt er diesen Beweis, obliegt es dem Mieter, zu zeigen, dass sein Heiz- und Lüftungsverhalten angemessen war und nicht die Ursache für den Schimmel ist.

Wie hoch kann die Mietminderung ausfallen?

Die Mietminderungsquote wegen Schimmelbefalls variiert sehr stark und kann zwischen fünf Prozent und 100 Prozent betragen. Hier einige Beispiele:

  • 5 % bei geringer optischer Beeinträchtigung
  • 10-15 %, wenn ein Raum betroffen ist und der Schimmel nur an vereinzelten Stellen auftritt
  • 50 % in den Wintermonaten, wenn der Schimmelbefall im Schlaf- oder Kinderzimmer vorliegt
  • 100 %, wenn die Wohnung durch den Schimmel unbewohnbar ist oder Mieter lebensbedrohlich erkrankt

Prinzipiell richtet sich die Höhe der Mietminderung nach dem Ausmaß des Schimmelbefalls. So wird zum Beispiel berücksichtigt, wie viele Räume betroffen sind und wie intensiv die Geruchsbelästigung bzw. die gesundheitliche Beeinträchtigung ausfällt.