Elektriker repariert kaputten Stromanschluss

Mietmängel Teil 2: Was können Mieter tun?

Mietmängel können mitunter sehr unangenehm werden und sogar zu Schäden führen, die Vermieter teuer zu stehen kommen. Zunächst aber leiden die Mieter, wen beispielsweise die Heizung ausfällt, sich Schimmel an den Wänden bildet oder der Lärm der Nachbarn unerträglich wird. Dabei stellt sich die Frage, wer für die Mangelbehebung verantwortlich ist und welche Rechte und Optionen Mietern zur Verfügung stehen, die von einem Schaden in ihrer Wohnung betroffen sind.

Wer beseitigt den Schaden?

Da der Vermieter den bewohnbaren Zustand des Mietobjekts gewährleisten muss, ist es folglich seine Pflicht, jegliche Umstände, die diesen Zustand beeinträchtigen, zu vermeiden bzw. zu beheben. Dies gilt natürlich nur insoweit, wie der Vermieter auf den Mangel Einfluss nehmen kann. Gegen den Lärm einer Baustelle auf der anderen Straßenseite kann er wohl wenig ausrichten. Neben der Abwicklung der Mangelbehebung muss der Vermieter diese auch finanziell tragen. Ausnahmen bestehen, wenn der Mieter den Schaden durch eigenes Verschulden verursacht hat und wenn im Mietvertrag eine Kleinreparaturklausel festgehalten ist. In diesem Fall muss der Mieter kleine Reparaturen bis zu einer gewissen Höhe selbst finanzieren.

Was können Mieter bei Mietmängeln unternehmen?

Mieter können eine Reihe von Rechten geltend machen, wenn ihre Wohnung einen oder mehrere Mietmängel aufweist. Dies setzt jedoch immer voraus, dass der Schaden dem Vermieter angezeigt wurde. Wenn der Mangel nach einer angemessenen Fristsetzung weiterhin besteht, kann der Mieter seine Miete kürzen. Wie hoch die Mietminderung ausfällt, hängt von Mangel ab und davon, wie stark dieser die Nutzbarkeit einschränkt. Solange der Schaden besteht, haben Mieter außerdem die Möglichkeit, die Miete einzubehalten. Dieses Zurückbehaltungsrecht der Miete erlischt jedoch mit Behebung des Mangels. Zudem steht es dem Mieter frei, den Schaden selbst durch eine Firma beseitigen zu lassen und sich vom Vermieter im Nachhinein die Kosten zurückzuholen. Diese Option wird auch als Selbstvornahme bzw. Aufwendungsersatz bezeichnet. Weiterhin kann der Mieter Schadensersatz verlangen, wenn der Vermieter den Mangel nicht rechtzeitig beseitigt und den Mieter dadurch Schäden entstehen. Im schlimmsten Fall kann ein Mietmangel sogar eine fristlose Kündigung begründen, dazu muss der Schaden jedoch erheblich sein. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Wohnung dauerhaft unbewohnbar ist aufgrund von gesundheitsgefährdenden Umständen, der betreffende Mangel in gewissen Abständen erneut vorliegt oder der Vermieter schlichtweg nicht für die Mangelbeseitigung sorgt, obwohl dies in seiner Verantwortung liegt. Um eine fristlose Kündigung wegen Mietmangels durchzusetzen, werden jedoch sehr hohe Maßstäbe angesetzt.