Balkone mit Sonnenschirm

Mietkürzung wegen unerträglicher Hitze?

In einem heißen Sommer, wie ihn Deutschland dieses Jahr erlebt hat, kommen viele Mieter nicht nur im Freien ins Schwitzen. Wer während der Sommermonate in einer Dachgeschosswohnung lebt, klagt oftmals über den Temperaturanstieg innerhalb der Wohnung. Aber ab wann ist die Hitze in den eigenen vier Wänden unerträglich? Kann man als Mieter etwas dagegen unternehmen? Muss der Vermieter Maßnahmen zur Abkühlung ergreifen? Ist vielleicht eine Kürzung der Miete möglich? Oder kann man im Extremfall sogar kündigen?

Wann ist eine Mietminderung wegen Sommerhitze erlaubt?

Eine Mietminderung ist grundsätzlich dann möglich, wenn ein Mangel am Mietobjekt vorliegt. Es existiert jedoch keine gesetzliche Regelung, die besagt, ab welcher Temperatur in einer Wohnung man von einem Mangel sprechen kann. Dennoch kann man sich an einigen Richtwerten orientieren, die ursprünglich für den Arbeitsplatz konzipiert wurden. Um demnach keine Gefährdung der Gesundheit zu riskieren, darf die Raumtemperatur nicht über 26 Grad steigen. Zudem muss ein genügender Schutz vor der Sonne gewährleistet sein. Wenn diese Faktoren nicht gegeben sind und beispielsweise in der Wohnung dauerhaft mehr als 30 Grad herrschen, dann stellt dies einen Sachmangel dar, wodurch der Mieter zur Kürzung der Mietzahlungen berechtigt ist. Als Faustregel gilt weiterhin, dass es in der Wohnung stets sechs Grad kühler sein als muss draußen.

Zunächst muss der Mieter jedoch den Vermieter auf den Mangel hinweisen, wenn beispielsweise die Wohnung überhitzt ist aufgrund einer mangelhaften technischen Ausstattung. Des Weiteren kann er vom Vermieter verlangen, für eine Beseitigung des Mangels zu sorgen, zum Beispiel durch das Anbringen von Außenjalousien. Diese Aufforderung sollte mit einer Frist versehen sein. Kommt der Vermieter den Wünschen nicht nach, kann der Mieter daraufhin die Miete kürzen.

Was können Mieter verlangen?

Es bleibt zu beachten, dass es dem Vermieter obliegt, wie er den vorhandenen Mangel behebt. Ob es sich um den Einbau einer Klimaanlage, das Anbringen von Jalousien oder einer Markise handelt: Der Mieter hat diesbezüglich kein Mietspracherecht. Wenn er auf eigene Faust tätig wird und zum Beispiel eine Markise anbaut, darf er das nicht ohne das Einverständnis des Vermieters tun, wenn sein Handeln einen Eingriff in die Bausubstanz des Hauses darstellt. Gerichte haben bisher einer Mietminderung bei unerträglicher Sommerhitze in Höhe von 20 Prozent zugestimmt. Im Extremfall kann der Mieter sogar eine fristlose Kündigung wegen zu hoher Temperaturen durchsetzen. Dies geschah in einem Fall des Verfassungsgerichtshofs des Landes Berlin. Die Dachgeschosswohnung des Mieters erreichte Spitzentemperaturen von 46 Grad, was beim Wellensittich des Bewohners zu einem Hitzeschlag führte.