Kuriose Nebenkosten – Die 2694-Euro-Ersparnis

Letztes Jahre kam eine Nebenkostenabrechnung in die Mineko-Prüfung, die eine Forderung von über 5.000 Euro enthielt. Und an der so ziemlich alles falsch war. Abgesehen von dem verdächtig hohen Betrag, den der Mieter angeblich zu zahlen hatte, fehlten die Umlageschlüssel, die Gesamtkosten, der Gesamtverbrauch des Hauses sowie der einzelnen Wohnung; es war nicht angegeben, wann die Abrechnung erstellt oder zugestellt worden war und auch nicht, wie hoch die vom Mieter geleistete Vorauszahlung war.

Der größte Fehler dieser Nebenkostenabrechnung war jedoch, dass sie ganze vier Jahre umfasste. Der Vermieter hatte Nebenkosten für 2011 bis 2014 in einem Rutsch abrechnen wollen. So kam auch der atemberaubende Betrag von über 4.000 Euro zustande, den der Mieter nun mal eben an Nebenkosten zahlen sollte. Das geht absolut nicht. Nebenkosten können immer nur für einen Abrechnungszeitraum auf einmal abgerechnet werden. Dieser muss kein Kalenderjahr umfassen, darf grundsätzlich jedoch nicht länger als 12 Monate sein. Alle größeren Zeiträume sind ohne Vereinbarung unzulässig. In die Mineko-Prüfung gingen also nur die Kosten für 2014, die jedoch immer noch stolze 2694 Euro betrugen.

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Wie kam es nun dazu, dass der Mieter 2694 Euro hätte einsparen können? Eine Nachzahlung oder ein Guthaben lässt sich bei einer Nebenkostenabrechnung nur errechnen, wenn klar ist, wie hoch die Vorauszahlung war, die ein Mieter geleistet hat. Denn eine Nachzahlung ist der Betrag, der zu dem, was der Mieter sowieso schon das ganze Jahr über an Abschlägen gezahlt hat, noch hinzukommt. Da in der Abrechnung keine Vorauszahlung angegeben war, mussten die Mineko-Prüfer davon ausgehen, dass es sich um eine Nachzahlung von 2694 Euro handelt. Da die Abrechnung jedoch komplett formal falsch war und somit nicht zulässig, war die ganze Forderung nicht haltbar. Durch die eklatanten formalen Mängel wäre es zudem völlig unerheblich gewesen, ob es eine Vorauszahlung gegeben hatte oder nicht. Ein Mieter muss bei einer solchen Abrechnung so oder so keinen Cent zahlen.

Die einzige Möglichkeit für den Vermieter, doch noch Geld zu sehen, wäre eine Berichtigung der Abrechnung innerhalb der Zustellungsfrist von 12 Monaten gewesen. Nebenkostenabrechnungen müssen innerhalb von 12 Monaten nach Ablauf des Abrechnungszeitraumes zugestellt werden. Versäumt der Vermieter diese Frist, kann er später grundsätzlich keine Forderungen mehr an den Mieter stellen.
Wundern Sie sich auch über die Höhe ihrer Nebenkosten? Dann lassen auch Sie sich durch eine Mineko-Prüfung von ihrer Nebenkostenabrechnung überraschen.