Klimapaket 2020 – was ändert sich dieses Jahr beim Heizen?

Welche neuen Gesetze Sie betreffen und wie sie Steuern sparen können!

Die Bundesregierung hat auf Druck von Klimaschützern und der deutschen Bevölkerung ein Klimapaket entwickelt und verabschiedet, um die Verringerung der CO2-Werte zu beschleunigen. Dabei geht es um Maßnahmen wie günstigere Bahntickets, Preissteigerungen bei Diesel und anderen Kraftstoffen und Kaufprämien für Elektroautos.

Einige Eckpunkte betreffen allerdings auch das Heizen. Auf viele Bürger kommt hier eine finanzielle Mehrbelastung zu, das gilt vor allem für Bewohner alter Häuser und Nutzer von alten, klimaschädlichen Heizungsformen. Welche neuen Gesetze Sie persönlich betreffen und welche Veränderungen damit konkret auf Sie zukommen, können Sie dem folgenden Text entnehmen. 

Inhalt:

Stand 08.01.2020:

Die Änderungen sind noch nicht final rechtskräftig, wurden jedoch bereits Ende 2019 vom Bundeskabinett beschlossen.

Neue Gesetze – was ist der Anlass?

Eine der größten Aufgaben der Bundesregierung ist momentan die deutliche Reduzierung des Ausstoßes von klimaschädlichen CO2-Gasen. So sollen die Pariser Klimaziele 2030 noch erreicht werden. Im letzten Jahr gab es in Deutschland große Proteste, da Deutschland die Ziele für 2020 weit verfehlt hat. Die Bundesregierung stand Ende des Jahres stark unter Zugzwang und ließ mit neuen Gesetzen und Gesetzesänderungen lange auf sich warten.

Dass Deutschland so erheblich zum weltweiten CO2-Ausstoß beiträgt, liegt natürlich an mehreren Faktoren. Ein Faktor ist der Wohn- und Gebäudesektor.

Deutsche Gebäude sind im Durchschnitt energietechnisch relativ schwach, besonders im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Insgesamt heizen etwa 18 Millionen deutsche Haushalte mit fossilen Brennstoffen. Das sind knapp 50 Prozent!

Deutschlandweit sind circa 15 Prozent der gesamten Emissionen auf Privathaushalte zurückzuführen. Dabei geht es allein um den Sektor Wohnen/Gebäude, Belastungen durch Autos, Küchengeräte oder ähnliches sind hier nicht berücksichtigt. 

Einzig der Kraftwerkssektor und der Verkehrssektor stoßen noch mehr Schadstoffe aus.

Deutsche Energie soll „grüner“ werden

Genau hier möchte die Bundesregierung nun ansetzen und hat ein nach eigenen Angaben „sehr umfangreiches“ Maßnahmenpaket beschlossen. Ein Teil des Pakets  ist dabei die Stärkung der erneuerbaren Energien für die Zukunft. Denn die steigende Nutzung führt zu einer sinkenden Nachfrage bei fossilen Brennstoffen. 

Trotzdem machen die Erneuerbaren bisher nur den kleineren Teil der bundesweiten Energieversorgung aus. Nur 2 Prozent des Stroms wird aus Solarenergie gewonnen, 3 Prozent aus Wasserkraft und knapp 9 Prozent aus Biomasse. Nur der Windkraft-Sektor überzeugt mit einem Anteil von über 35 Prozent. Alles in allem stehen die Erneuerbaren trotzdem noch bei unter 50 Prozent. 

Kernenergie, Braunkohle, Steinkohle und Gas überwiegen weiterhin. Damit belegt Deutschland im europäischen Energie-Vergleich nur einen Platz im hinteren Mittelfeld, dicht gefolgt von Tschechien, Ungarn und der Slowakei. 

Zum Vergleich: In Schweden machen Kernenergie (22 Prozent) und fossile Energieträger (5 Prozent) den deutlich kleineren Teil aus. Die Produktion der erneuerbaren Energien liegt hier bei 32 Prozent, die Wasserkraft sogar bei 42 Prozent!

Neue Auflagen für Heizungen im Überblick

Für Mieter ändern sich nun einige Aspekte. Besonders betroffen sind natürlich die Haushalte, die nach wie vor mit fossilen Energieträgern beheizt werden. Deswegen ist es gerade als Besitzer von Immobilien wichtig, über die momentane Gesetzeslage informiert zu sein.

Die Änderungen beinhalten Auflagen zur Sanierung und zum Verfallsdatum alter Heizkessel. Konkret dürfen Heizkessel, die nach 1991 hergestellt wurden, nicht mehr neu verbaut werden, der Brennstoff spielt dabei keine Rolle. 

Außerdem gilt nun: Alle Kessel müssen nach spätestens 30 Jahren ausgetauscht werden. Ausnahmen gibt es auch von dieser Regelung: 

  • gilt nicht für Brennwertheizungen + Niedertemperatur-Heizkessel
  • Neue Besitzer sowie Erben eines Objektes haben eine 2-jährige Frist zum Austausch der betroffenen Heizkessel
  • ab 2026 dürfen keine reinen Öl-Heizungen mehr eingebaut werden
  • Öl-Heizungen, die mit erneuerbaren Energien kombiniert werden, sind auch nach 2026 weiterhin erlaubt. Unklar ist hier noch, wie hoch der Anteil an Erneuerbaren mindestens sein muss
  • Hausbesitzer, die ihr Eigenheim bereits vor 1.2.2002 bezogen haben, wenn sie nicht mehr als 2 Immobilien ihr Eigen nennen, sind von der Regelung ausgenommen
  • Wenn weder Gas noch Fernwärme erreichbar ist und die Versorgung mit erneuerbaren Energien zu einer starken finanziellen Benachteiligung führen würde, kann ein Härtefall beantragt werden

Zusätzlich zu den Einschränkungen möchte die Bundesregierungen die Bürger mit Anreizen zu einem Umbau Ihrer Heizung bewegen. So wird der Austausch der Heizung nun staatlich gefördert. Wird eine alte Heizung gegen eine klimafreundliche Variante ausgetauscht, winken Prämien von bis zu 40 Prozent des Anschaffungspreises. Einige Maßnahmen werden sogar steuerlich bevorteilt. Welche das genau sind, wird im Folgenden beschrieben.

Eine neue Heizung – welche Kosten kommen auf Sie zu?

Eine neue Heizung ist bereits ab 5.000 Euro zu haben. Allerdings gilt es bei der Anschaffung auch die laufenden Kosten der jeweiligen Art zu vergleichen. Wer dies nicht tut, geht das Risiko ein, dass hohe monatliche Kosten die Heizung viel teurer machen als gedacht.

Art der HeizungAnschaffungspreislaufende Kosten
Gasheizung5.000 – 8.500€
ca 6,31 Cent je kWh
Ölheizung6.500 – 9.000€
ca 6,46 Cent je kWh
Holzheizung
7.000 – 20.000€ca 5,37 Cent je kWh
Wärmepumpe8.000 – 12.000€4-9 Cent je kWh
Blockheizkraftwerke14.000 – 17.000€4-6 Cent je kWh
Brennstoffzellenheizung20.000 – 25.000€4-6 Cent je kWh

Steuerliche Bevorteilungen

Grundsätzlich lässt sich sagen: Es gibt durchaus steuerliche Vorteile für Sanierungen, die nachweislich Energie einsparen. So lassen sich beispielsweise die Erneuerung und der Austausch einer Heizung von der Steuer absetzen, vorausgesetzt das Wohnhaus oder die Eigentumswohnung wird selbstgenutzt. 

Auch die Dämmung der Fassade und der Einbau neuer Fenster sind steuerlich als energetische Sanierungskosten geltend zu machen.  

Vom steuerlichen Bonus sind Objekte betroffen, deren Bau vor dem 31. Dezember 2019 begonnen und bis zum 1. Januar 2030 beendet wurde. Eigentümer haben also genau 10 Jahre Zeit, ihren Anspruch geltend zu machen.

Der Bonus gilt für folgende Maßnahmen:

  • Wärmedämmung Wände, Dach, Geschossdecken
  • Erneuerung Fenster / Außentüren
  • Erneuerung / Neuinstallation Lüftungsanlage
  • Erneuerung Heizungsanlage
  • Einbau digitaler Systeme zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung
  • Optimierung von Heizungsanlagen

Des Weiteren können Steuerpflichtige auch die Hälfte der Kosten absetzen, die durch die planerische Begleitung und Beaufsichtigung der Sanierung durch einen Energieberater anfallen. 

Wie können Sie mit Ihrer Heizung Steuern sparen?

Die energetischen Sanierungskosten sind erstmals in dem Jahr von der Steuer absetzbar, in dem die Arbeiten abgeschlossen werden. Die Einkommenssteuer wird in diesem und im darauffolgenden Jahr um je 7 Prozent der Aufwendung, maximal jedoch um 14.000 Euro ermäßigt. Im dritten Jahr können 6 Prozent der Aufwendung abgesetzt werden, hier gilt ein oberes Limit von 12.000 Euro.

Insgesamt beläuft sich also die staatliche Förderung nach Ablauf der 3 Jahre auf 20 Prozent des Anschaffungspreises. Maximal zu erreichen ist hier somit ein Förderbetrag von 40.000 Euro. Dies geht auch für mehrere Objekte, der maximale Förderbetrag pro Objekt bleibt gleich.

Unter welchen Voraussetzungen greifen die Vorteile?

Grundvoraussetzung ist, dass das Haus oder die Wohnung zum Zeitpunkt der Sanierung mindestens 10 Jahre alt ist. Neubauten haben keinen Anspruch auf Vergünstigungen.

Des Weiteren ist es verpflichtend, ein Fachunternehmen mit der Sanierung zu beauftragen. Dieses muss die ordnungsgemäße energetische Sanierung bescheinigen, die Maßnahmen in einem Bericht beschreiben und erläutern und im Anschluss eine ordentliche Rechnung ausstellen. Wird ein Unternehmen beauftragt, das diese Kriterien nicht voll erfüllt, gelten keine Vorteile mehr.

Außerdem muss der Steuerpflichtige selbst in dem Objekt wohnen, solange er die Ausgaben geltend macht. Das gilt auch für mehrere Objekte, solange er sie selbst zu Wohnzwecken nutzt.

Zuletzt sind Steuersenkungen nur möglich, wenn die Sanierungskosten nicht bereits als Betriebsausgaben, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder auf einem anderen Weg gefördert wurden.

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