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Jede zweite Nebenkosten-Abrechnung ist falsch

Wohnen in Deutschland ist in den letzten Jahren für Mieter deutlich teurer geworden. Dies liegt nicht nur an den steigenden Mieten, die vor allem in Städten wie Berlin, Frankfurt, München und anderen Ballungsgebieten deutlich zugenommen haben, sondern auch daran, dass die stetig steigenden Mietnebenkosten einen immer mehr zunehmenden Anteil der Gesamtkosten für das Wohnen ausmachen. Bei vielen Mietern sorgt das natürlich für Frust, denn Sie müssen in anderen Teilen ihres Lebens, wie Freizeit und Vergnügen, Einschnitte machen, um sich die oft jährlich höheren Nachzahlungen leisten zu können.

Gründe für diese jährlichen Erhöhungen gibt es mehrere; sie reichen von politischen Unruhen in Ländern wie Ägypten, welche Rohöle liefern, bis zur deutschen Energiewende, die den Wechsel auf nachhaltige Energieerzeugung mit Hilfe von erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne uns Wasser beabsichtigt. Diese Kosten werden von den großen Energiekonzernen an die Mieter weiter gegeben, was zur Erhöhung der jährlichen Mietnebenkostenabrechnung führt. Dies sind jedoch nicht die einzigen Gründe für ungewöhnlich hohe Mietnebenkosten. Tatsächlich ist in den meisten Fällen der Vermieter dafür verantwortlich.

Laut Informationen des Deutschen Mieterbunds ist rund die Hälfte der in Deutschland ausgestellten Mietnebenkostenabrechnungen falsch. Dies liegt daran, dass Vermieter wie auch Hausverwaltungen, Fehler bei der Abrechnung machen oder sogar bewusst versuchen die Mieter zu täuschen. So werden oft in der Abrechnung einzelne Posten aufgelistet für Kosten, die der Vermieter selber tragen müsste. Grundsätzlich müssen im Mietvertrag alle Positionen, die bei der jährlichen Mietnebenkostenabrechnung anfallen aufgestellt sein. Hier können jedoch nicht beliebige Mietnebenkosten aufgezählt werden, denn nicht alle Kosten des Vermieters dürfen auf die Mieter umgelegt werden. Welche genauen Betriebskosten auf den Mieter umgelegt werden dürfen ist gesetzlich in der Betriebskostenverordnung geregelt. Aber auch bei umlagefähigen Betriebskosten muss der Mieter die Kosten, die im Vergleich zu marktüblichen Preisen überhöht sind, nicht unbedingt zahlen, denn laut dem Deutschen Mietergesetz ist der Vermieter an das Gebot der Wirtschaftlichkeit gebunden. Hier stellt sich die Frage ob der Mieter die Kosten auch verursacht hätte, wenn er sie selber zu tragen hätte und nicht auf den Mieter hätte umlegen können. Die einzelnen Abrechnungsposten sind jedoch nicht die einzigen Fehlerquellen bei der Mietnebenkostenabrechnung.

Die häufigsten Fehler, die von Vermietern gemacht werden sind Formfehler in der Mietnebenkostenabrechnungen, die dazu führen, dass die gestellte Rechnung unwirksam ist. Hierzu gehören unter anderem Mindestangaben, wie der genaue Abrechnungszeitraum, die Gesamtkosten für die einzelnen Betriebskosten und Angaben wie auch Erklärungen zu den verwendeten Verteilungsschlüsseln. Zusätzlich sollten Mieter auch überprüfen, ob der Vermieter auch die gesetzlich geregelten Fristen zur Abrechnung eingehalten hat. So hat der Vermieter nur 12 Monate Zeit nach Ablauf eines Abrechnungsjahres seine Rechnung an den Mieter zu stellen. Wird diese Frist vom Vermieter überschritten, muss der Mieter seine Mietnebenkostenrechnung nicht begleichen.