Heizkostenverteiler Teil 3 – Wärmemengenzähler

Wärmemengenzähler sind streng genommen keine Heizkostenverteiler. Sie stellen jedoch genauso wie Verdunster und elektronische Heizkostenverteiler eine Möglichkeit dar, den Heizverbrauch eines Mieters zu ermitteln. Sie messen die direkt verbrauchte Heizenergie. Wärmemengenzähler sind verhältnismäßig teuer und werden deswegen seltener verwendet.

Wärmemengenzähler haben jedoch den Vorteil, dass sie für alle Arten von Heizungen geeignet sind, im Gegensatz zu anderen Geräten. Verdunster und elektronische Heizkostenverteiler müssen an einer bestimmten Stelle der Heizung montiert werden, weil sie nur so den korrekten Verbrauch messen. Hat die Heizung eine Form, die vom Standard abweicht, so würden diese Verteiler keine richtigen Werte mehr liefern. Das ist bei Wärmezählern anders. Sie funktionieren auch bei Sonderformen wie etwa Fußbodenheizungen und Deckenstrahlheizungen und sind bei einigen Heizungsarten sogar die einzige Möglichkeit, den Verbrauch zu messen.

Durch den Einsatz von Wärmemengenzählern kann die Rohrwärme miterfasst werden, weil direkt an den Rohren gemessen wird. Von den anderen Geräten können das nur Verdunster, weil diese auch auf Wärme im Raum generell reagieren und nicht nur die Oberfläche des Heizkörpers als Vergleichswert nehmen, so wie das elektronische Heizkostenverteiler tun. Rohrwärme wird von elektronischen Heizkostenverteilern nicht berücksichtigt.

Funktionsweise von Wärmemengenzählern

Wärmemengenzähler messen nicht an der Oberfläche des Heizkörpers, sondern direkt die Temperatur und die Durchflussmenge des Wassers, das in die Heizung und aus der Heizung fließt. Es gibt zum einen Flügelradgeräte, die mit Hilfe eines Tauchfühlers die Temperatur des Wassers messen und mit Hilfe des namensgebenden Flügelrades seine Durchflussmenge. Zum anderen gibt es Geräte, die die durchfließende Wassermenge per Ultraschall messen. Alle Wärmezähler geben den Verbrauch in einer physikalischen Maßeinheit, zum Beispiel kWh, an.

Ist ein Wärmemengenzähler falsch eingebaut worden, kann es allerdings zu erheblichen Fehlmessungen kommen. Deswegen wird empfohlen, eine sogenannte „förmliche Inbetriebnahme“ durchzuführen, bei der ein Protokoll angefertigt wird. Für die Inbetriebnahme gibt es bestimmte Vorgaben, die sicherstellen sollen, dass Einbaufehler von vorn herein entdeckt werden und die Wärmezähler richtig funktionieren. Die Fehler werden ansonsten erst in der nächsten Heizkostenabrechnung sichtbar. Sollte der Mieter bei der Inbetriebnahme dabei sein, dann sollte er am besten den anfänglichen Zählerstand und die gesamte Anlage einmal fotografieren. So lässt sich eine Fehlfunktion, die auf einem unkorrekten Einbau basiert, später eventuell besser nachweisen.

Wärmemengenzähler müssen alle fünf Jahre geeicht werden

Wärmemengenzähler müssen regelmäßig geeicht werden. Auch die Eichfrist beginnt mit dem „Inverkehrbringen“ des Gerätes. Derzeit gilt eine Eichung für fünf Jahre und muss danach überprüft bzw. erneuert werden. Die Geräte dürfen über die Eichfrist hinaus nicht mehr verwendet werden. Dabei ist unerheblich, ob sie noch einwandfrei funktionieren oder nicht. Wenn sie nach dieser Zeit nicht noch einmal neu geeicht wurden, sind die Ablesewerte ungültig und können nicht für den verbrauchabhängigen Teil der Heizkostenabrechnung verwendet werden. Der Mieter bekommt dann ein Kürzungsrecht.

Der Vermieter kann jedoch versuchen, vor Gericht zu beweisen, dass die Verbrauchswerte richtig sind, obwohl die Eichfrist überschritten wurde: entweder mit Hilfe eines Sachverständigen oder indem er die Werte aus einem Abrechnungszeitraum innerhalb der Eichfrist zum Vergleich vorlegt. Wird auf diese Weise bewiesen, dass die Werte korrekt sind, dann ist auch eine Heizkostenabrechnung möglich und das Kürzungsrecht entfällt.